April 24, 2024

Zwei Kantonsräte wollen ein Schiff, das Besucherinnen und Besucher zum Schoggi-Museum von Lindt & Sprüngli bringt. Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft will das Angebot nicht erweitern. Das öffnet Türen für private Anbieter.

Thomas ObrechtMarino Walser

Darum gehts

  • Das Schoggi-Museum in Kilchberg ist sehr gut besucht.

  • Die Buslinie, welche zum Museum führt, wurde bereits erweitert.

  • Zwei Kantonsräte sind der Ansicht, dass ein Schoggi-Schiff das Personenaufkommen bei der Buslinie abschwächen würde.

  • Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft will ihr Angebot nicht ausbauen.

  • Private Schifffahrtsbetreiber könnten davon profitieren.

Wer das Museum Lindt Home of Chocolate besuchen will, soll künftig per Schoggi-Schiff nach Kilchberg reisen können. So zumindest will es die Idee der beiden Kantonsräte Edith Häuser (Grüne) und Tobias Mani (EVP) – und das Vorhaben nimmt Fahrt auf.

Konkret soll Lindt & Sprüngli bereits mit drei privaten Schiffsanbietern im Gespräch sein, schreibt die «Zürichsee-Zeitung». Obwohl sich die Pressestelle der Lindt Chocolate Competence Foundation nicht offiziell dazu äussern wollte, signalisiere ein der Zeitung vorliegendes Mail von CEO Kai Spehr deutliche Zuversicht: «Sollte sich sogar die Gelegenheit bieten, ein neues und spannendes Angebot auf diesem Kursschiff zu entwickeln, sind wir gerne bereit, unseren Beitrag zu leisten.»

Private freuen sich über abblockende Gesellschaft

Obwohl bereits eine Schiffsverbindung nach Kilchberg existiert, weigert sich die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) das Angebot auszubauen. Wie der Sprecher im Januar bekannt gab, fehle dazu die Kapazität.

Dies ganz zur Freude der privaten Anbieter: «Wir sind selbstverständlich daran interessiert, das Schoggi-Schiff anzubieten», sagt Björn Hensler, dem gemeinsam mit seinem Bruder der Schifffahrtsbetrieb Hansa AG gehört, dem grössten privaten Fahrgastanbieter auf dem Zürichsee.

«Wir haben Kapazitäten und einen Liegeplatz am Zürichsee», so Hensler. Mit der MS Obersee II und der MS Rosenstadt verfüge man bereits über zwei Eventschiffe mit Platz für 80 respektive 100 Passagiere. «Wir könnten uns aber auch vorstellen, noch ein Schiff zu bauen.» Sollte sich Lindt mit einem privaten Schiffsanbieter einigen, braucht das Schoggi-Schiff aber noch eine Konzession.

Rund 750'000 Personen besuchen jährlich das Home of Chocolate.

Besucherinnen und Besucher belasten die Buslinie

Initiiert hat das Ganze eine Anfrage an den Regierungsrat durch die beiden Kantonsräte Häuser und Mani. Darin fragen die beiden, ob die Einführung eines solchen ganzjährigen Kurses möglich sei. Grund für die Idee des «Schoggi-Schiffs» sei dabei der Erfolg des Schokoladen-Museums.

Rund 750'000 Personen besuchen jährlich das Home of Chocolate. Dies ganz zulasten des öffentlichen Verkehrs. Die örtlichen Buslinien seien um gut 30 Prozent stärker ausgelastet. Die Leute fänden deshalb im Bus keinen Platz mehr, so Häuser. Eine Mutter warte oftmals zwei Busse ab, bevor sie überhaupt mit ihrem Kinderwagen mitfahren könne.

Das Schoggi-Museum steht in Kilchberg. Ein Schoggi-Schiff soll die Besucherinnen und Besucher direkt nach Kilchberg fahren. Die Idee stammt von zwei Zürcher Kantonsräten.

Regierungsrat offen für Schoggi-Schiff

Genau auf diese Busse nimmt auch der Regierungsrat in seiner Antwort an die beiden Kantonsratsmitglieder Bezug. Den Kurs der anschliessenden Buslinie 165 habe man bereits verdichtet. Weitere Verdichtungen würden geprüft.

Bezüglich der Lösung mittels Schoggi-Schiff scheint der Regierungsrat offen. Dritte könnten auf eigene Kosten eine Angebotserweiterung bestellen, heisst es in seiner Antwort.

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