April 24, 2024

Am Mittwoch veröffentlichte der Kanton Zürich die Verkehrsunfallstatistik. Velofahrer und Fussgänger leben zwar besonders gefährlich, aber immerhin weniger gefährlich als auch schon.

Céline TrachselMarino Walser

Darum gehts

  • Am Mittwoch veröffentlichte der Kanton Zürich die Verkehrsunfallstatistik. 

  • Die Statistik zeigt: im Jahr 2023 verunfallten 16'167 Personen.

  • Es gab letztes Jahr weniger Schwerverletzte und Tote. Die Unfallschwere hat insgesamt abgenommen.

  • Ebenso erfreulich: Letztes Jahr verunfallten in der Stadt Zürich weniger Velofahrer – obwohl der Veloverkehr zugenommen hat. 

Im Jahr 2023 verunfallten im gesamten Kanton Zürich total 16'167 Personen. Damit liegen die Zahlen 1,7 Prozent über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Immerhin: Die Zahl der Schwerverletzten liegt bei 527 Personen und hat damit deutlich abgenommen, nämlich minus 5,6 Prozent. Oder in absoluten Zahlen: Es gab 31 weniger Schwerverletzte auf Zürcher Kantonsgebiet. Verstorben sind auf Zürcher Strassen auf dem Land sowie in den Städten insgesamt 23 Personen im Jahr 2023.

«Wir stellen eine Abnahme der Unfallschwere fest», fasst der Chef der Verkehrspolizei der Kantonspolizei Zürich, Thomas Iseli, zusammen. «Wir haben proportional weniger Verkehrsunfälle, wenn man die Zunahme der Bevölkerung und des Fahrzeugbestandes beachtet.»

Unfallzahlen im ganzen Kanton Zürich

Die häufigste Unfallursache ist laut Iseli Ablenkung und Unaufmerksamkeit. «Jeder vierte Unfall ist darauf zurückzuführen.» Insgesamt produzierte Unachtsamkeit im Kanton Zürich über 2000 Unfälle mit 387 verletzten Personen, davon 43 Schwerverletzten und einem Toten. Deshalb wird auch eine neue Kampagne lanciert.

Die neue Kampagne der Kantonspolizei Zürich heisst «App-Gelenkt».

Auch einen Einfluss auf das Unfallgeschehen hatte das Wetter: Der schöne Juni führte zu mehr Unfällen mit Zweiradfahrern und der nasse November zu doppelt so vielen Fussgängerunfällen als in den Vorjahren.

In der Stadt verunfallen mehr Velofahrer und Fussgänger als auf dem Land

Für die Stadt Zürich wurden an der Pressekonferenz zur Verkehrsunfallstatistik eigene Zahlen präsentiert: Im Jahr 2023 kam es in der Stadt zu total 5234 Unfällen, davon 1282 mit Personenschaden. Es gab 178 Schwerverletzte (+2,3 Prozent), aber «nur» 3 Tote, was die tiefste Zahl seit der Aufzeichnung ist.

Die meisten schwer verunfallten Verkehrsteilnehmer sind Zweiradlenker oder Fussgänger. Auf dem Land machen sie 74 Prozent der Verletzten aus. In der Stadt Zürich sind 82 Prozent der schwer Verunfallten entweder Velo- oder Töfffahrer oder Fussgänger. In Winterthur sind gar 93 Prozent der schwerverletzten Verkehrsteilnehmer sogenannte «ungeschützte» Personen.

Velounfälle in der Stadt Zürich haben abgenommen

Wernher Brucks, Leiter Verkehrssicherheit der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich, schilderte eine erfreuliche Entwicklung: «Zum ersten Mal verzeichnen wir einen Bruch in Aufwärtstrend bei den Unfällen im Veloverkehr. Es gab 2023 keinen weiteren Anstieg mehr, sondern eine Abnahme.» Es gab nur noch 529 Velounfälle, während es im Vorjahr noch 625 waren. 30 Prozent der verunfallten Velofahrer*innen (158 von 529) waren auf einem E-Bike unterwegs.

«Gleichbleibende Unfallzahlen oder sogar eine Abnahme ist ein grosser Erfolg, wenn man bedenkt, wie die Bevölkerung wächst», sagt Brucks. «Wir verzeichneten letztes Jahr weniger Verunfallte bei mehr Veloverkehr. Das heisst, das Risiko, auf dem Velo zu verunfallen, ist gesunken.» Er hoffe, dass sich dies auf die Bestrebungen der Stadt zurückzuführen ist: Etwa die Velovorzugsrouten oder die Sanierung von Velo-Unfallherden.

Weniger E-Trotti-Unfälle

Zudem gab es keinen weiteren Anstieg der Unfälle mit E-Trottis. Die Anzahl Unfälle unter Beteiligung von E-Trottis sank von 137 registrierten Fällen auf 115. Die diversen Regulierungen, um die Benutzung ausleihbarer E-Trottis sicherer zu machen, scheinen zu wirken. Dazu gehören beispielsweise Fahrverbote, Parkverbote, bevorzugte Parkflächen sowie eine Kampagne gegen gefährliche Verhaltensweisen wie Fahren auf dem Trottoir, Nutzung der E-Trottis unter Alkoholeinfluss oder «Tandemfahrten».

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