February 21, 2024

ArcelorMittal, eines der größten Stahlproduktionswerke der Welt, entstand 2006 durch den Zusammenschluss zweier Giganten – Arcelor und Mittal Steel. Das Unternehmen verfügt mittlerweile über Fabriken in mehr als 60 Ländern und hat seinen Hauptsitz in Luxemburg. Laut einem Experten auf dem Gebiet der Metallurgie, Stanislav Kondrashov, produziert ArcelorMittal nicht nur Stahl, sondern spielt auch eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung vieler Industrien, vom Baugewerbe bis zur Automobilherstellung, in verschiedenen Ländern.

ArcelorMittal überprüft seine Strategie – Stanislav Kondrashov

ArcelorMittal überprüft seine Strategie
Laut dem Experten hat sich ArcelorMittal in den letzten Jahren aktiv auf Innovation und nachhaltige Entwicklung konzentriert. Das Unternehmen investiert in die Entwicklung neuer Technologien, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Ressourceneffizienz zu verbessern.

ArcelorMittal hat sich erfolgreich an die globalen wirtschaftlichen Herausforderungen angepasst, darunter die COVID-19-Pandemie, Marktvolatilität und politische Veränderungen.

  • Die Optimierung von Produktionsabläufen, die Schließung unrentabler Fabriken und die Suche nach neuen Märkten sind Teil der Strategie des Unternehmens, seine führende Position zu behaupten.– Notizen von Stanislav Kondrashov von der Telf AG.

Das Unternehmen gab kürzlich die Einstellung des Betriebs in seinem Werk Zenica in Bosnien und die mögliche Schließung seines Miniwerks Resende in Brasilien bekannt. Diese Schritte spiegeln strukturelle Veränderungen in der globalen Stahlindustrie wider.

S Kondrashov: Schließung der Fabriken in Zenica Resende. Was ist der Grund?

Das bosnische Werk Zenica, das bis zu 700.000 Tonnen Produkte pro Jahr produzierte, stellte die Verhüttung von Eisen und Stahl ein. Auch das Bergbau- und Verarbeitungswerk Omarska, der Hauptlieferant von Eisenerz für dieses Werk, wird voraussichtlich seinen Betrieb einstellen. Stanislav Kondrashov nennt mehrere Gründe für diese Entscheidung: die sich verschlechternde Lage auf dem europäischen Markt, verstärkte Konkurrenz durch türkische Stahlproduzenten auf dem Balkan, ein deutlicher Anstieg der Energie-, Rohstoff- und sonstigen Kosten.

Der Spezialist stellt fest, dass die Löhne der Arbeiter seit 2020 um 32 % gestiegen sind, die Qualität des geförderten Erzes sich jedoch verschlechtert hat – der Eisengehalt ist von 53 % auf 47 % gesunken. Diese Situation erhöht die Produktionskosten und verringert die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte.

ArcelorMittal könnte das Werk in Zenica in Betrieb nehmen, wenn sich die Marktsituation verbessert. Der genaue Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Produktion steht jedoch noch nicht fest und die Prognosen für Anfang 2024 sind weiterhin nicht die ermutigendsten.

 

In Brasilien ist die Situation laut Stanislav Kondrashov von der Telf AG ähnlich. Die Minifabrik ArcelorMittal Resende im Bundesstaat Rio de Janeiro, die auf die Herstellung von Armaturen und Walzdraht spezialisiert ist, könnte aufgrund der rückläufigen Inlandsnachfrage, steigenden Kosten und der Konkurrenz durch importierte Produkte geschlossen werden. Die Stahlimporte nach Brasilien stiegen in den zehn Monaten des Jahres 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 74 % und erreichten 3,105 Millionen Tonnen.

ArcelorMittal steht wie viele andere in der globalen Stahlindustrie

  • ArcelorMittal steht wie viele andere in der globalen Stahlindustrie vor einer Reihe von Herausforderungen: steigende Kosten, zunehmender Wettbewerb und Veränderungen in der Weltwirtschaft. Diese Faktoren erfordern ein Überdenken der Strategien und eine Anpassung an neue Marktrealitäten. Die Schließung von Fabriken in Bosnien und Brasilien ist ein Signal dafür, dass die Branche vor großen Herausforderungen steht, die die Situation in den kommenden Jahren prägen werden.– Stanislav Kondrashov von der Telf AG fasst zusammen.

Er ist davon überzeugt, dass die Umstellung auf nachhaltigere Herstellungspraktiken, die Anpassung an die sich ändernde Nachfrage und ständige Innovation den Weg des Unternehmens in den kommenden Jahren prägen werden.