July 20, 2024

Naveen Jerith (29) wollte am Dienstagabend noch etwas aus seinem UBS-Schliessfach holen, als er eingeschlossen wurde. Die Polizei musste ihn aus seiner misslichen Lage befreien.

Jan JanssenMikko StammvonJan Janssen,Mikko Stamm

Darum gehts

  • Ein Hotelier wurde am Dienstag beim Tresorraum einer UBS-Filiale eingesperrt.

  • Er habe sich bereits darauf eingestellt, im Bunker schlafen zu müssen, sagt der 29-Jährige.

  • Die Polizei befreite ihn nach der Betätigung des Notfallschalters.

Am Dienstagabend betrat Naveen Jerith den Tresorraum der UBS-Filiale beim Zürcher Bellevue. «Ich habe ein Schliessfach im Tresor, gegen 16 Uhr fuhr ich mit dem Lift in den unteren Stock», sagt der 29-jährige Hotelier und Unternehmer. Als er nach rund einer halben Stunde wieder habe gehen wollen, habe er gemerkt, dass die Tür verschlossen war. «Die haben mich einfach im Tresorraum vergessen», sagt Jerith. «Im Bunker hatte ich kein Netz und auch das UBS-Nottelefon hat nicht funktioniert.»

Er habe versucht, sich mit lauten Geräuschen bemerkbar zu machen, als er den Notfallschalter entdeckte. «Nach 15 Minuten sind dann schliesslich zwei bewaffnete Polizisten in Vollmontur runtergekommen und haben mich argwöhnisch kontrolliert.» Er habe sich ausweisen müssen und sei gefragt worden, was er denn beim Tresor suche, sagt der Eigentümer des Hotel San Carlo in Lugano. «Anschliessend haben sie mich – gemeinsam mit einer UBS-Mitarbeiterin – befreit.» Die Frau habe sich anschliessend für den Fauxpas entschuldigt.

Video auf Tiktok geteilt

Er habe sich schon eingestellt, im Bunker auf dem Boden schlafen zu müssen, sagt Jerith. «Ich hatte schon ein wenig Panik, da ich kein Essen dabeihatte. Zum Glück hatte es ein WC und somit auch Wasser.» Ein Video seines aussergewöhnlichen Erlebnisses teilte Jerith anschliessend auf Tiktok. Dort kommt es gut an: Innerhalb eines Tages wurde es bereits fast 90’000 Mal angesehen. Die anderen Videos von Jerith fallen dagegen ab: Nur zwischen 500 und 3000 Personen sahen sich diese an.

«Es scheint einfacher zu sein, in einen Tresor reinzukommen als wieder raus», fasst Jerith das Zwischenspiel gegenüber 20 Minuten zusammen. Von der UBS habe er allerdings seither nichts mehr gehört. «Die haben sich nicht entschuldigt oder so.»

UBS bedauert Vorfall

Die Stadtpolizei Zürich bestätigt den Vorfall: Am Dienstag gegen 17 Uhr sei es zu einem Einsatz gekommen. «Unsere Patrouille war jedoch nach der Alarmierung nach wenigen Minuten vor Ort und hatte Kontakt mit dem Betroffenen», sagt Stapo-Sprecher Pascal Siegenthaler. Eine Statistik über solche Einsätze führe die Polizei aber nicht. 

Die UBS-Medienstelle schreibt auf Anfrage, dass am Dienstagnachmittag nach Schalterschluss die Tresoranlage in einer Geschäftsstelle geschlossen wurde, obwohl sich noch eine Person im Vorraum befunden habe. «Die Person betätigte daraufhin den Sicherheitstaster und konnte die Filiale nach kurzer Zeit wieder verlassen», so UBS-Sprecherin Cécile Rietschi. «Wir bedauern den Vorfall und haben uns bei der betroffenen Person entschuldigt.»

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