July 20, 2024

Die Ständerat-Kandidierenden der FDP, Mitte und der Grünen treten nicht zur Wiederwahl an. Politik-Expertin Sarah Bütikofer erklärt, wer die besseren Chancen hat.

Laut Politik-Expertin Sarah Bütikofer könnte die GLP-Kandidatin Tiana Angelina Moser dem SVP-Kandidaten Gregor Rutz gefährlich werden. Von den Bürgerlichen geht Gregor Rutz von der SVP ins Rennen. Beim ersten Wahlgang erreichte er zwar nicht das absolute Mehr, Rutz bekam jedoch nach Jositsch die meisten Stimmen. Regine Sauter von der FDP zieht ihre Kandidatur für den Ständerat zurück. Dies kommunizierte ihre Partei am Dienstag. 

Darum gehts: 

  • Die Ständeratskandidierenden der FDP, der Mitte und der Grünen treten nicht zum zweiten Wahlgang an.

  • Die GLP-Kandidatin Tiana Moser wird sich mit Gregor Rutz von der SVP duellieren.

  • Laut Politik-Expertin Sarah Bütikofer könnte die GLP-Kandidatin Rutz schlagen.

Nachdem am Wahlsonntag nur SP-Mann Daniel Jositsch das absolute Mehr erreichte, um sich einen der zwei Zürcher Sitze im Ständerat zu sichern, kommt es am 19. November zum zweiten Wahlgang. Nun steht fest: Es kommt zum grossen Duell zwischen Tiana Angelina Moser von der Grünliberalen Partei und Gregor Rutz von der SVP.

FDP zieht Kandidatur als Erste zurück

Am Dienstagmittag stand bereits fest: FDP-Kandidatin Regine Sauter wird den Sitz von Ruedi Noser nicht verteidigen können. Sie zog ihre Kandidatur zurück. Grund dafür sei die fehlende Unterstützung der anderen bürgerlichen Parteien und Verbände, hiess es in der entsprechenden Medienmitteilung. 

Am Sonntag hatte Rutz gegenüber 20 Minuten erklärt, dass die Entscheidung, wer zum zweiten Wahlgang antreten würde, rein strategisch fallen würde: «Es geht darum, dass diejenige Person ins Rennen geht, die mehr mobilisieren kann.» Er habe gezeigt, dass er diese Person sei. 

Rückhalt erhält Rutz auch von den Wirtschaftsverbänden: «Für die Zürcher Wirtschaft ist entscheidend wichtig, dass im Ständerat der bürgerliche Sitz verteidigt werden kann», kommuniziert das Forum Zürich.

Mitte tritt nicht an – wen wird die Partei unterstützen? 

Am Dienstagnachmittag zog Mitte-Kandidat Philipp Kutter seine Kandidatur ebenfalls zurück. Wen die Mitte im zweiten Wahlgang unterstütze, werde die Partei erst am Mittwoch entscheiden, so Kutter gegenüber 20 Minuten. «Innerhalb der Partei gibt es sowohl Sympathien für Tiana Moser wie auch für Gregor Rutz», sagt er. Eine Stimmfreigabe sei denkbar.

Grüne machen Weg frei für GLP

Kurz nach Kutter teilten auch die Grünen den Kandidatur-Rückzug ihres Vertreters Daniel Leupi mit. Man sei in Absprache mit der GLP zum Schluss gekommen, dass deren Kandidatin grössere Chancen habe, einen SVP-Ständerat aus Zürich zu verhindern. Die Geschäftsleitung der Grünen empfehle, Moser im zweiten Wahlgang zu unterstützen. Die GLP zeigt sich derweil selbstbewusst: «Als Kandidatin des politischen Zentrums ist Tiana Moser für eine breite Wählerschaft von links bis mitte-rechts wählbar.»

Diese Chancen hat Moser gegen Rutz

Dass die Bürgerlichen sich mit einer einzigen Kandidatur ihren Sitz sichern wollen, sei eine gute Strategie, sagt Politik-Expertin Sarah Bütikofer auf Anfrage, denn: «Zum einen erzielte Gregor Rutz ein sehr gutes Ergebnis, zum anderen ist bisher nur die SP im Ständerat für den Kanton vertreten.»

Laut Bütikofer könnte GLP-Kandidatin Tiana Moser Rutz allenfalls schlagen. Dies aber nur, wenn sie sehr breit unterstützt werde, sowohl von der SP und den Linksparteien als auch von den Mitteparteien. «Sofern die Linke ein Interesse daran hat, einen SVP-Vertreter zu verhindern, muss sie sehr zahlreich an die Urne gehen», sagt die Politik-Expertin. 

Im Wahlkampf würden die politischen Überzeugungen der beiden Kandidierenden – Moser und Rutz – noch einmal deutlich: «Vor allem die Positionen, bei denen sie sich nicht einig sind», so Bütikofer. «Zudem kann Tiana Moser auch hervorheben, dass sie die Zürcherinnen vertreten will – diese hatten nämlich seit 2015 im Ständerat keine Stimme mehr.»

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