June 22, 2024

Die Stadtzürcher Politik mache mit ihren zahlreichen Geboten und Auflagen Gross-Events kaputt, kritisiert SVP-Nationalrat Mauro Tuena. Grünen-Politiker Urs Riklin hält dagegen.

Daniel KrähenbühlJan JanssenSVP-Nationalrat Mauro Tuena ist ein Züri-Fäscht-Fan: Es handle sich um einen «ganz grossen Verlust» für die ganze Stadt Zürich, sagt Tuena.Dass die Politik diesem erfolgreichen Volksfest mit übermässigen Auflagen die Luft zugeschnürt habe, ärgere ihn, sagt Tuena. Nicht nur habe man dem Fest bereits die beliebten Flugshows verboten, mit Verweis auf die Klimaziele der Stadt wolle man auch dem Feuerwerk an den Kragen.

Darum gehts

  • Das Züri-Fäscht-OK schmeisst den Bettel hin.

  • Das Volksfest hat 2023 in der bisherigen Form zum letzten Mal stattgefunden.

  • Für SVP-Nationalrat Mauro Tuena ist die Verbotskultur von links-grün dafür schuld.

  • Für Grünen-Gemeinderat Urs Riklin war eine Neuorganisation des Züri Fäscht aber «schon längst überfällig».

Das Züri Fäscht findet 2026 nicht mehr statt – zumindest nicht mehr in seiner ursprünglichen Form. Die Trägerschaft des Volksfestes will den Anlass wegen steigender Auflagen der Stadt künftig nicht mehr durchführen. «Mit jeder zusätzlichen Auflage hat sich die Schlinge weiter zugezogen», sagt Züri-Fäscht-Mediensprecher Andreas Hugi zu 20 Minuten.

Es handle sich um einen «ganz grossen Verlust» für die ganze Stadt Zürich, sagen SVP-Nationalrat und Züri Fäscht-Fan Mauro Tuena. Das Organisationsteam habe über Jahre einen ausgezeichneten Job gemacht und trotz widriger Umstände regelmässig ein Volksfest der Superlative auf die Beine gestellt. «Wie beliebt das Züri Fäscht in der ganzen Schweiz ist, sieht man an den rund zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern, die dafür in die Stadt strömten.» Dass die Politik diesem erfolgreichen Volksfest mit übermässigen Auflagen die Luft zugeschnürt habe, ärgere ihn, sagt Tuena. «Das ist eine Ausgeburt der links-grünen Verbotskultur. Ich bin wirklich hässig.»

«Dem OK-Team hat es den Deckel gelupft»

Nicht nur habe man dem Fest bereits die beliebten Flugshows verboten, mit Verweis auf die Klimaziele der Stadt wolle man auch dem Feuerwerk an den Kragen. «Das ist doch verrückt, das Züri Fäscht findet nur alle drei Jahre während drei Tagen statt, das ist für die Klimaziele der Stadt völlig irrelevant.» Der Stadtrat und das Parlament müssen jetzt genau über die Bücher und sich das weitere Vorgehen gut überlegen. «Wenn diese Auflagen-Misere so weitergeht, können alle grösseren Events in Zürich bald einpacken.»

Die Reaktion der Züri Fäscht-Veranstaltenden könne er sehr gut nachvollziehen, sagt Tuena. «Die haben das sehr gerne gemacht und waren mit viel Engagement dabei. Jetzt hat es ihnen aber im wahrsten Sinn des Wortes den Deckel gelupft.» Tuena ist sich sicher: «Gäbe es eine Volksabstimmung, würde ein grosser Teil der Zürcherinnen und Zürcher hinter dem Züri Fäscht stehen.»

Auch FDP-Gemeinderätin Yasmine Bourgeois-Strasser äussert sich auf X verärgert:

«Züri Fäscht soll weiter stattfinden»

Grünen-Gemeinderat Urs Riklin hat sich in der Vergangenheit für ein Feuerwerks-Verbot beim Züri Fäscht ausgesprochen. Der Schritt des Organisationskomitees sei richtig und mutig. Für ihn ist eine Neuausrichtung des Züri Fäscht aber «schon längst überfällig». Das Konzept des Züri Fäschts sei überholt. «Es findet zu viel Spektakel auf zu engem Raum statt. Zudem produziert das Züri Fäscht grosse Abfallberge. Deshalb passt ein solcher aus verschiedenen Attraktionen zusammengewürfelter Abfallevent nicht zu den Umweltzielen der Stadt Zürich.»

Auf den Vorwurf der Überregulierung angesprochen, entgegnet er: «Die Stadt Zürich wird von vielen Gruppen in Anspruch genommen und das muss daher gut organisiert sein.» Besonders die Umweltschäden und Gefahren für die dicht besiedelte Stadt durch Flugshows, Feuerwerke und die Mengen an Müll seien kritisch. «Wenn etwas überbordet , braucht es irgendwann eine Regulierung.» Er betont: «Das Züri Fäscht soll weiter stattfinden. Eine zukunftstaugliche Neuausrichtung sei aber dringend nötig.»

Der Quartiervereins Zürich 1 stimmt ihm zu: «Der Quartierverein Zürich 1 begrüsst den Neustart beim Zürifäscht. Der Anlass steht in unserem Quartier schon lange in der Kritik», schreibt Präsident Felix Stocker in einer Mitteilung. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner störten sich am Littering und an der lauten Musik in der Nacht. «Das Zürifäscht ging mit so grossen Belastungen einher, dass es für die meisten ein negatives Erlebnis war. Daher ist das Fest ist in seiner heutigen Form nicht mehr zeitgemäss.»

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