February 25, 2024

Über 2500 Wohnungen werden derzeit auf der Plattform Airbnb vermietet. Nun zeigt eine Auswertung, wie viel die Hosts letztes Jahr verdient haben.

Airbnb boomt in Städten noch immer.Auch in Zürich hat sich die Plattform als Hotel-Alternative etabliert. Viele Einheimische ärgern sich aber über die zunehmende Vermietung von sogenannten Business-Appartements auf der Plattform.

Darum gehts

  • Der Plattform Airbnb wird vorgeworfen, Mitschuld an der Knappheit des Wohnraums in Städten zu tragen und so für die Mietpreisspirale mitverantwortlich zu sein.

  • Verschiedene Städte haben eigens Regeln erlassen.

  • In Luzern dürfen Wohnungen etwa nur noch während 90 Tagen im Jahr vermietet werden.

1870 Wohnungen und 650 Zimmer in der Stadt Zürich werden derzeit auf der Plattform Airbnb angeboten. Das entspricht rund einem Prozent aller verfügbaren Wohnungen. Rund die Hälfte der Anbieter – meist Firmen – hat mehr als nur ein Inserat geschaltet. Unternehmen, die es auf die Spitze treiben, sind für rund 100 Wohnungsangebote verantwortlich – bei vielen handelt es sich um sogenannte Business-Appartements.

Die Vermietungen lohnen sich: Rund 21,5 Millionen Franken flossen allein letztes Jahr in die Taschen der Airbnb-Hosts, wie Tsüri.ch erstmals berechnen konnte. Die 666 meistgebuchten Unterkünfte kamen im letzten Jahr auf einen Umsatz von 17,2 Millionen Franken und sind damit für rund 80 Prozent der Einkünfte verantwortlich.

Die Airbnb-Angebote in Zürich.

Das sagt die Politik und der Mieterverband

FDP-Gemeinderat Hans Dellenbach sieht keinen Handlungsbedarf: «Die Zahlen zeigen, dass das Problem ziemlich überschaubar ist.» Die FDP sei aber «dezidiert» gegen die Untervermietung von städtischen oder staatlich unterstützten Wohnungen, sagt Dellenbach zu Tsüri.ch

Der Co-Präsident der Stadtzürcher SP, Oliver Heimgartner, fordert hingegen erneut die Einschränkung von Airbnb in Zürich. «Die Recherche zeigt, dass Immobilienfirmen mit kommerziellen Kurzzeitvermietungen noch höhere Renditen erzielen.» Durch die Wohnungsinserierung auf solchen Plattformen falle dringend benötigter Wohnraum weg, auch die Mietpreisspirale werde weiter angeheizt.

Auch Walter Angst vom Mieterinnen- und Mieterverband Zürich spricht sich für Massnahmen aus. So schlägt er etwa die Sperrung kommerzieller Airbnb-Anbieter vor. Zudem könnte die US-Firma verpflichtet werden, alle Angebote zu sperren, die für ein Zimmer mehr verlangen, als die Miete plus Umtriebsentschädigung beträgt.

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