June 22, 2024

Parkieren in der Stadt ist nicht einfach. Wenn man dann noch abgeschleppt wird, kochen die Emotionen teils über. Ein Vorfall am Samstag sorgt erneut für Unverständnis.

Dem News-Scout wurde sein Auto letzten Samstag in Winterthur abgeschleppt.Er habe mit dem Mitarbeiter verhandeln müssen, um sein Auto wiederzubekommen.Die Abschleppfirma widerspricht dieser Darstellung. «Wir sind ihm entgegengekommen.»

Darum gehts

  • Wie ein News-Scout berichtet, habe ein Abschleppdienst sein Auto am Samstag abgeschleppt.

  • Um sein Auto zurückzubekommen, habe er mit dem Mitarbeiter direkt vor Ort verhandelt und so viel Geld geben müssen, wie er zu dem Zeitpunkt konnte.

  • Der Abschleppdienst widerspricht dieser Darstellung.

«Das ist doch eine komplette Verar***e und ist rechtlich ziemlich sicher nicht korrekt», mutmasst ein News-Scout. Der Grund für den Unmut des 24-Jährigen: Ein Abschleppdienst schleppte just in diesem Moment, als der Student von der Schule zurück zur Parkgarage «Halle 53» kam, sein Auto ab.

Da sich der 24-Jährige keiner Schuld bewusst war, hielt er den Mitarbeiter des Abschleppdienstes auf und fragte ihn nach dem Grund des Vorgehens. Wie der Mitarbeitende erklärte, sei die Parkgarage an diesem Tag gesperrt gewesen. Das bestätigt auch der Student. «Bei der Einfahrt ins Parkhaus habe ich das Schild schlichtweg nicht gesehen. Dass man dann aber abgeschleppt wird, finde ich krass.»

Doch damit nicht genug: Wie der Student gegenüber 20 Minuten schildert, verlangte der Mitarbeiter des Abschleppdienstes eine Busse von 600 Franken. «Könne ich die Busse in bar zahlen, koste es nur 580 Franken», so der 24-Jährige. Das Geld hatte der News-Scout jedoch nicht bei sich. «Da fing der Mitarbeiter an, mit mir über den Preis zu verhandeln. Das kam mir extrem komisch vor», so der News-Scout weiter. Die Diskussionen seien so weit gegangen, dass er schlussendlich zum Bancomaten gegangen sei, so viel Geld abhob, wie er konnte und dem Abschleppdienst 460 Franken bezahlte. «Geld habe ich jetzt nicht mehr. Auf meinem Konto bin ich seit dem im Minus.»

Nicht alleine

Der News-Scout ist nicht der Erste, der sich über das Verhalten des Abschleppdienstes wundert. So gibt es einige Google-Rezensionen, die von ähnlichen Geschehnissen berichten. So schreibt eine Nutzerin: «Sie verlangen Barbezahlung oder dass man Geld vom Bancomat holen geht.» Ein anderer Nutzer warnt: «Sie verrechnen weit mehr als die Polizei, sogar mehr als das Doppelte und drängen dann noch auf Barzahlung.» Die Gesamtbewertung des Unternehmens auf Google ist aber positiv.

«Wir machen keine böse Arbeit»

Auf den Vorfall angesprochen widerspricht der beteiligte Abschleppdienst der Darstellung des News-Scouts. Die Höhe der Busse sei dem Mitarbeiter vor Ort nicht von Anfang an klar gewesen, erklärt der private Abschleppdienst. Nach Rücksprache mit seinem Chef habe der Mitarbeiter den offiziellen Preis von 480 Franken genannt. «Zu einer Verhandlung ist es nicht gekommen», betont die Firma. Sie seien dem Kunden in diesem Fall sogar entgegengekommen, «da waren wir kulant, da sich die Unkosten nicht gelohnt hätten».

Zu den Google-Rezensionen sagt das Unternehmen: «Die Situation ist nicht einfach, weder für die Autofahrerinnen und -fahrer noch für uns. Aber wir machen keine böse Arbeit.» Dass sich Kunden und Kundinnen über den Abschleppdienst aufregen, kann die Firma verstehen, denn in der Stadt sei Parkieren extrem schwierig geworden.

Der Abschleppdienst betont, dass die Firma keine überrissenen Preise verlangen würde, es aber zu hohen Rechnungen kommen könne, wenn Besitzer oder Besitzerinnen vergessen, ihr Auto abzuholen. «Unser Vorgehen würde ich gar als fair bezeichnen. Es hat aber Abschleppfirmen in Zürich, die sollte es nicht geben.» Unrecht hat das Unternehmen nicht. Wie Medienberichte zeigen, kam es in der Vergangenheit zu mehreren Urteilen wegen Nötigung bei anderen Abschleppdiensten.

Abgeschleppt wegen Event

Die Betreiberfirma der «Halle 53» bedauert den Vorfall auf Anfrage. Da an dem Wochenende ein Event stattgefunden habe, mussten die in der Halle stehenden Autos abgeschleppt werden. Das Parkverbot sei auch breit ausgeschildert gewesen. Auf einen Abschleppdienst hätten sie erst zum zweiten Mal zurückgreifen müssen. «Wir bieten den Abschleppdienst auf, alles Weitere übernimmt der Dienstleister.»

Rechtsanwalt rät zur Vorsicht

Rechtsanwalt Christian Lenz von der Kanzlei Lenz & Caduff Rechtsanwälte rät Kunden und Kundinnen zur Vorsicht. «Für Mitarbeitende von Autoabschleppservices ist es sehr heikel, wenn sie die Autos nur gegen Barzahlung herausgeben.» Betroffenen empfiehlt der Anwalt, darauf zu bestehen, dass das Auto sofort freigegeben und eine Rechnung geschickt wird. «Sollten sich die Mitarbeitenden nicht darauf einlassen, das Fahrzeug sofort freizugeben, würde ich die Polizei informieren.»

Nach Erhalt der Rechnung rät Lenz, mit einer Anwältin oder einem Anwalt zu prüfen, ob die Busse und deren Höhe gerechtfertigt ist und so bezahlt werden soll. «Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Abschleppservices oft massiv überrissene Gebühren in Rechnung stellen und es nicht von vornherein klar ist, ob Betroffene rechtlich verpflichtet sind, diese Gebühren zu bezahlen.» Die Zahlungspflicht hänge von vielen Details ab wie zum Beispiel, «ob man die betroffene Person nicht einfach hätte anrufen können.»

Hattest du auch schon schlechte Erfahrungen mit einem Abschleppservice?

Ich musste selbst schon «Falschparker» von meinem Parkplatz abschleppen lassen.Hatte ich auch schon.Noch nie.Ich fahre sowieso nur mit dem Velo. 

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