June 22, 2024

Im Atelier des Zürcher Künstlers «Giax» wurde eingebrochen. Die Diebe haben Bilder im Wert von knapp 40'000 Franken gestohlen.

Darum gehts

  • Im Atelier des Zürcher Street-Art-Künstlers «Giax» wurde eingebrochen.

  • Kunstdiebe haben vier Bilder im Wert von knapp 40'000 Franken gestohlen.

  • Der Künstler hat mittlerweile Anzeige gegen unbekannt erstattet.

  • Ein Zürcher Kunsthändler empfiehlt, geklaute Kunstwerke in einer Internet-Datenbank eintragen zu lassen. 

Der Zürcher Street-Art-Künstler «Giax», mit bürgerlichem Namen Kilian Giannini, braucht für eines seiner Bilder hundert Stunden oder mehr, bis er es als fertig betitelt. Während dieser Zeit entsteht ein Kunstwerk, meist in schrillen Farben und mit einem Hasen der Looney Tunes, der als Wiedererkennungsmerkmal dient.

Vier der Bilder sind nun aber verschwunden. Denn: Im Atelier von «Giax», welches sich unter der FameGallery an der Talstrasse 8 in Zürich befindet, wurde eingebrochen. «Ich war länger nicht im Atelier, da ich krank war. Am vergangenen Montagabend hat mich dann aber der Schlag getroffen», sagt der Künstler.

Vier Bilder im Wert von knapp 40'000 Franken geklaut

Als er in sein Atelier gehen wollte, stand die Türe dazu bereits offen. Das machte ihn stutzig. «Als ich den Raum betrat, fand ich ein verwüstetes Atelier vor.» Doch damit nicht genug: Nach kurzer Zeit stellte der Zürcher fest, dass vier seiner Bilder geklaut worden sind. «Die Kunstwerke haben einen Wert von knapp 40'000 Franken», so der Künstler.

Der Street-Art-Künstler dachte zuerst, dass ihm jemand gezielt schaden will. «Als ich aber auch Einbruchspuren an der Hintertür zur Galerie sah, ging ich von einem ‹normalen› Einbruch aus.»

Anfangs habe er sich gefragt, ob ihm jemand gezielt schaden wolle oder er Feinde habe. «Als ich aber auch Einbruchspuren an der Hintertür zur Galerie sah, ging ich von einem ‹normalen› Einbruch aus.» Die Wut über das Geschehene ist beim Künstler trotzdem gross. «Die Arbeit, die hinter den Kunstwerken steckt, und die Tatsache, dass ich nicht weiss, wo meine Bilder hängen, sind niederschmetternd.»

Der Künstler ist nun in Abklärung, ob die Versicherung für den Schaden aufkommt. «Gegen Einbruchdiebstahl bin ich eigentlich versichert. Ob ich aber den gesamten Wert erhalte, bleibt abzuwarten. Ich habe aber Anzeige gegen unbekannt erstattet», so «Giax».

Die Bekanntheit spielt beim Wiederverkauf eine Rolle

Im Kunsthandel erfahren ist René Lahn. Der Kunsthändler mit Sitz in Zürich sagt auf Anfrage gegenüber 20 Minuten, dass die Diebe die Bilder unter der Hand natürlich weiterverkaufen können. «Vor allem dann, wenn es sich um Bilder handelt, die von einem weniger renommierten Künstler sind. Denn der vermeintliche Käufer weiss dann wohl kaum, dass die angebotenen Bilder gestohlen sind.»

Grundsätzlich empfiehlt Lahn allen Künstlern, denen Arbeiten gestohlen wurden, diese auf der Internet-Datenbank «The Art Loss Register» eintragen zu lassen. «Sind die Bilder dort hinterlegt, kann man beim Angebot eines geklauten Bildes sofort eruieren, ob es sich dabei um ein gestohlenes Kunstwerk handelt.» Der Handel des Werks werde somit extrem erschwert und sei nur noch auf einem eventuellen Schwarzmarkt, soweit ein solcher existiert, zu verkaufen. «Im internationalen Kunsthandel ist es üblich, dass Bilder, die zum Verkauf angeboten werden, auf der Datenbank zuerst überprüft werden», sagt Lahn.

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigte die Stadtpolizei Zürich, dass an der Talstrasse 8 eingebrochen wurde. «Eine Patrouille ist am Montagabend ausgerückt. Zudem haben wir die Ermittlungen aufgenommen», sagt Marc Surber, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich.

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