April 24, 2024

Nachdem im Kanton Zürich seit Jahren kein Vorankommen schien in der Debatte um die Elternzeit, findet nun ein Vorschlag für eine Standesinitiative Unterstützung.

Darum gehts:

  • Im Zürcher Kantonsrat ging es lange nicht weiter in Sachen Elternzeit.

  • Nun findet ein Kompromiss von Mitte-Kantonsrätin Yvonne Bürgin breitere Unterstützung.

  • Sie fordert eine Standesinitiative für national 20 Wochen Elternzeit.

Sowohl der SP-Volksinitiative im Oktober 2021, die eine Elternzeit von 18 Wochen pro Elternteil forderte, als auch dem Gegenvorschlag, der je 14 Wochen forderte, gelang es nicht, eine breite Unterstützung im kantonalen Parlament zu finden. Ein Kritikpunkt – besonders von Seiten der GLP – war: Die Elternzeit soll national geregelt werden und nicht auf kantonaler Ebene. 

Nun bringt ein Kompromissvorschlag von Mitte-Kantonsrätin Yvonne Bürgin frischen Wind in die Debatte, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Sie fordert mindestens 20 Wochen Elternzeit – und das auf nationaler Ebene. Dafür verlangt sie eine Zürcher Standesinitiative, mit der das Bundesparlament zum Ausbau der Elternzeit aufgefordert wird.

Findest du, es braucht mehr Elternzeit?

Der Vorstoss erreichte 82 Stimmen im Kantonsrat. Dies reichte vorläufig – 60 waren benötigt. Die definitive Abstimmung steht allerdings noch aus.

14 Wochen für die Mutter – vier für den Vater

Der Vorschlag von Bürgin fordert, dass die Mutter wie bisher 14 Wochen Mutterschaftsurlaub bezieht. Der Vater soll neu vier statt zwei Wochen erhalten. Die Aufteilung der restlichen zwei Wochen könne selbst ausgestaltet werden.

Bei der SP und der GLP fand der Vorstoss dadurch Zustimmung, obwohl die beiden Parteien grundsätzlich mehr Elternzeit fordern. GLP-Kantonsrätin Claudia Hollenstein beschrieb den Vorstoss in der Debatte als einen Schritt in die richtige Richtung. Auch die Grünen stimmten nach einiger Kritik an der geringen Verlängerung dafür: Es sei besser als nichts.

Ablehnung bei den Bürgerlichen und der AL

Gegen den Vorstoss stimmten die beiden bürgerlichen Parteien SVP und FDP. Laut SVP-Kantonsrat Patrick Walder widerspreche die Verlängerung der Arbeitgeberfreiheit. Er sagt zur Standesinitiative: «Diese Initiative ist extrem und eine Zumutung.» Für FDP-Sprecher Kündig sei die Standesinitiative unnötige Symbolpolitik.

SVP-Kantonsrat Patrick Walder bezeichnet die Initiative als «extrem und eine Zumutung».

Auch von der AL wurde der Vorstoss abgelehnt. Wie AL-Kantonsrätin Lisa Letnansky sagt, verdiene dieser «minimalistische» Vorstoss die Unterstützung nicht. 

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