May 26, 2024

Die Aargauer Staatsanwaltschaft deckte zusammen mit der Kantonspolizei illegale Geschäfte des Drogenrings «Presidente» auf. Zwei Männer wurden bereits zu Freiheitsstrafen angeklagt.

Zwei Drogenkuriere flogen auf, als sie zehn Kilo Kokain in und aus der Schweiz schmuggeln wollten. Die beiden Männer wurden angeklagt. Sie sollen zum Drogenring «Presidente» gehören. Es laufen weitere Untersuchungen gegen Mitglieder der Gruppe. 

Darum gehts: 

  • Der Aargauer Staatsanwaltschaft gelang es, zusammen mit der Kantonspolizei Aargau, die Machenschaften einer Gruppe von international tätigen Drogenhändlern aufzudecken.

  • Es laufen Strafverfahren gegen über 20 Personen. 

  • Zwei Verfahren sind inzwischen abgeschlossen, die Anklagen wurden den Bezirksgerichten Zofingen und Aarau überreicht. 

  • Die Staatsanwaltschaft klagt darin einen Kroaten und einen Ungarn an, welche bei illegalen Transporten verhaftet wurden. 

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau erhob vor wenigen Tagen Anklage gegen einen 34-jährigen Kroaten und einen 57-jährigen Ungar. Beide Männer sollen Teil des in den Kantonen Aargau und Solothurn ansässigen Drogenrings «Presidente» sein. Laut der Oberstaatsanwaltschaft waren die Beschuldigten als Kuriere für die beiden Hauptakteure des Drogenrings tätig. Die «Presidente»-Gruppe habe in den vergangenen zwei Jahren «Drogen im grossen Stil» in die Schweiz geschleust.

Umgebaute Transportfahrzeuge

Dem Kroaten wirft die Staatsanwaltschaft vor, im Februar 2022 rund zehn Kilo Kokain in die Schweiz geschmuggelt zu haben. Für den Dienst versprachen ihm die Auftraggeber 10’000 Franken. In Serbien holte der 34-Jährige über eine Scheinfirma einen geleasten Volvo ab, welcher über ein «professionell eingebautes Geheimversteck» verfügte. Mit dem Auto soll der Kroate nach Rotterdam gefahren sein, wo er insgesamt zehn Pakete zu einem Kilo Kokain mit sehr hohem Reinheitsgehalt in Empfang genommen habe. Die Pakete verstaute er im Geheimversteck des Autos und fuhr so über Belgien und Deutschland dann zurück in die Schweiz – wo er aufflog. Angekommen in Luzern wurde er nämlich von der Polizei verhaftet.

Zum Zeitpunkt der Verhaftung sei noch ein weiterer Coup vorbereitet gewesen. So sei im Wohnort des 34-Jährigen ein weiteres Fahrzeug – ein Lieferwagen, ebenfalls mit Geheimversteck – geparkt gewesen. Laut der Oberstaatsanwaltschaft sollten mit diesem 50 Kilo Marihuana abgeholt und in die Schweiz gebracht werden. Das Fahrzeug konnte aber noch vor der Abfahrt beschlagnahmt werden.

Beim Grenzübergang geschnappt

Der 57-jährige Ungare soll als Transporteur für den Drogenring tätig gewesen sein. Im Januar 2022 wollte er zehn Kilo Kokain aus der Schweiz schmuggeln. Beim Grenzübergang in Basel flog er jedoch auf. Es stellte sich heraus, dass er das vorgängig gelieferte Kokain ins Ausland retournieren wollte, da die Substanzen von ungenügender Qualität gewesen seien.

Weitere Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass der Ungare neben Drogen auch Geld transportierte und damit auch als Geldwäscher für den Drogenring arbeitete. Er wird beschuldigt, über 300’000 Franken für die «Presidente»-Gruppe gewaschen zu haben.

Strafverfahren gegen über 20 Personen

Die beiden Männer sind wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz an angeklagt, dem Ungarn wird zudem Geldwäscherei zu Lasten gelegt. Die Staatsanwaltschaft fordert für beide eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren sowie einen Landesverweis von zehn Jahren.

Insgesamt wurden Strafverfahren gegen über 20 Personen aus dem Aargau und anderen Kantonen eröffnet. Mit den beiden Anklagen wurden also erst die ersten von mehreren Untersuchungen abgeschlossen.

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