February 29, 2024

Ein Insider berichtet von Kämpfen unter Insassen und Drogenschmuggel in das Vollzugszentrum. Laut der Justizdirektion ist die Ordnungserhaltung eine Daueraufgabe.

Darum gehts

  • Das Vollzugszentrum Bachtel soll dem Justizvollzug und der  Wiedereingliederung von Inhaftierten dienen.

  • Ein Insider berichtet nun aber von aufsehenerregenden Zuständen wie regem Drogenschmuggel und Kämpfen unter den Insassen.

  • Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich äussert sich zu den Vorwürfen.

Auf der Webseite präsentiert sich das Vollzugszentrum Bachtel als eine spezialisierte Institution die «über einen gut ausgebauten internen medizinischen und sozialen Betreuungsdienst verfügt.» Ein Insider erhebt nun aber Vorwürfe, die dem Bild des gut geregelten Gefängnisses widersprechen.

Die Rede ist von Drogenschmuggel, Willkürsystemen bei der Medikamentenabgabe und Kämpfen zwischen Insassen, wie die Onlineplattform «Inside-Paradeplatz», an die sich der Insider gewendet habe, schreibt.

Insasse mit Messer bedroht

Der Insider berichtet der Onlineplattform von aufsehenerregenden Vorfällen und Zuständen in dem Vollzugszentrum. Ein Insasse soll letztes Jahr in seiner Zelle von zwei anderen Insassen mit einem Messer bedroht und ausgeraubt worden sein. Ein Weiterer soll sein Zimmer angezündet haben, weil ihm Medikamente verweigert worden sein sollen.

Generell werde bei Medikamenten scheinbar willkürlich entschieden, ob diese ausgehändigt werden. Des Weiteren ist von einem regen Drogenschmuggel in das Gefängnis rein die Rede. Personen im offenen Vollzug würden vom Gefängnisportal kaum abgetastet, so dass diese Drogen, aber auch schwere Medikamente ungehindert einschmuggeln könnten.

Der Insider berichtet auch von einem regen Drogenschmuggel in das Gefängnis.

«Der Kampf gegen den Drogenschmuggel gehört zur Daueraufgabe»

Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich will gegenüber 20 Minuten Einzelfälle nicht kommentieren. Zu den Streitigkeiten unter Insassen lasse sich aber grundsätzlich sagen: «Da sich die Inhaftierten in einer Zwangsgemeinschaft befinden, kann es durchaus zu Spannungen oder Auseinandersetzungen kommen.» Bei Hinweisen auf solche Spannungen würden diverse Massnahmen ergriffen, um die betroffenen Inhaftierten zu trennen.

Den Brandfall bestätigt die Direktion zwar, doch ein Fall einer Verweigerung von benötigten Medikamenten sei nicht bekannt. «Medikamentenanfragen werden – wie ausserhalb des Straf- und Massnahmenvollzugs auch – entsprechend durch ärztliche Fachpersonen geprüft.»

Der Kampf gegen den Schmuggel gehöre in allen Vollzugseinrichtungen und Gefängnissen zur Daueraufgabe, sagt die Justizdirektion.

Und was sagt die Direktion zum Vorwurf, dass leicht Drogen ins Gefängnis geschmuggelt werden können? «Trotz vielfältiger Bemühungen wie Personen- und Warenkontrollen kommt es angesichts der vielen Ein- und Austritte in den Vollzugseinrichtungen vor, dass unerlaubte Gegenstände hineingeschmuggelt werden.» Da sei das Vollzugszentrum Bachtel keine Ausnahme. «Der Kampf gegen den Schmuggel gehört in allen Vollzugseinrichtungen und Gefängnissen zur Daueraufgabe.»

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