April 12, 2024

Vor dem Glattpark in Opfikon ZH bilden sich immer wieder Müllberge – denn die Presscontainer sind ständig kaputt. Wenn die Anwohner Pech haben, werden sie sogar noch gebüsst.

Darum gehts

  • Der Glattpark in Opfikon ZH hat ein Müllproblem: Es stapeln sich die Abfallsäcke.

  • Denn seit einem Jahr sind die Presscontainer ständig kaputt.

  • Die Anwohner nerven sich. Im schlimmsten Fall werden sie sogar gebüsst.

  • Die Stadt gibt den Anwohnenden selbst die Schuld für die defekten Container. Eine Entsorgungsalternative gibt es nicht.

«Ich wohne im Glattpark und wir haben hier seit etwa einem Jahr ein massives Müllproblem», meldete ein News-Scout, der sich über die Müllberge in seiner Vorzeige-Siedlung in Opfikon ZH tierisch aufregt.

Die gesamte Siedlung hat ein Müllentsorgungssystem, bei dem nicht etwa Gebührensäcke zur Anwendung kommen, sondern der Abfall gewogen und direkt über die Kreditkarte abgerechnet wird. Presscontainerentsorgung wird die Anlage genannt. «Leider ist sie seit etwa einem Jahr ständig defekt», sagt der Anwohner. Auch die Stadt Opfikon bestätigt auf Anfrage, dass es in der Vergangenheit zu unterschiedlichen Störungen gekommen ist. Wie lange diese ausfielen, werde nicht registriert.

Und so entscheiden sich manche Anwohner, ihre Abfallsäcke einfach vor die defekten Anlagen zu legen. Und damit wachsen die Müllberge in die Höhe. «Das ist unschön, unhygienisch und stinkt auch», schimpft der News-Scout.

Glattpark-Bewohner müssten Müll zu Hause lagern

Er findet aber auch: Zu Hause den Müll auf der Terrasse zu lagern ist genauso unangenehm – und wird zudem von der Verwaltung nicht gerne gesehen, besonders im Sommer, wenn durch die Sonne unangenehme Gerüche entstehen.

Den Anwohnenden bleiben nur zwei Optionen: Darauf zu warten, bis die Maschine irgendwann wieder funktioniert, oder zur nächsten Entsorgungsstelle in der Siedlung zu laufen und zu hoffen, dass diese nicht ebenfalls defekt ist.

Der Glattpark mit seinem Boulevard und dem künstlich angelegten See gilt als stadtplanerisches Vorzeigeprojekt im Zürcher Unterland.

«Die Vollzugsverordnung zur Abfallverordnung verbietet den Gebrauch von Gebührensäcken in den durch die Stadt definierten Perimetern um Quartieranlagen wie im Glattpark, weshalb der Kauf von Gebührensäcken keine Ausweichmöglichkeit ist», informiert Bruno Maurer, Vorstand Bau und Infrastruktur von Opfikon.

Bussen sind möglich

Wenn die Anwohner die Säcke einfach vor die defekten Presscontainer legen, laufen sie Gefahr, dafür gebüsst zu werden. Das steht auch auf den Plakaten, die kürzlich von der Stadt angebracht wurden. «Das empfinde ich als besonders dreist, weil uns keine andere Möglichkeit vorliegt, unseren Müll zu entsorgen», sagt der News-Scout.

Hast du auch schon Abfall illegal entsorgt?

«Die Stadt öffnet deponierte Abfallsäcke, wenn keine Störung vorliegt», bestätigt Bruno Maurer. «Kann der Abfall einem Anwohnenden zugeordnet werden, wird eine Umtriebsentschädigung gemäss dem Gebührenreglement zur Abfallverordnung verrechnet.»

Stadt gibt Anwohnenden die Schuld

Für die Störungen der Container gibt die Stadt unter anderem auch den Anwohnenden die Schuld: Oft würde es zu Systemproblemen kommen, weil der letzte Benutzer seinen Vorgang nicht richtig abgeschlossen oder den Deckel nicht richtig geschlossen hat. Defekte von einzelnen Komponenten wie dem Zahlterminal könne es auch geben.

Maurer: «Andere Ausfälle gehen auf das Verhalten der Entsorgenden zurück. Zum Beispiel entstehen Pressfehler hauptsächlich, wenn Ware verklemmt, die nicht in den Haushaltskehricht gehört, wie etwa Draht, Kleiderständer oder Ähnliches.» Um herauszufinden, wer solche Ausfälle verursache, müssten Kameras installiert werden. «Darauf haben wir bis heute verzichtet.»

Und Maurer stellt auch klar: Oft würden die Entsorgenden die Säcke hinstellen, ohne zu prüfen, ob die Anlage funktionieren könnte.

Der News-Scout wünscht sich einfach nur, dass die Müllberge im Glattpark endlich verschwinden. «Ich hatte bereits im Sommer Kontakt mit der Stadtverwaltung, was leider vergebens war. Vielleicht kann die mediale Aufmerksamkeit die Gemeinde Opfikon dazu bewegen, etwas zu unternehmen.»

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