April 12, 2024

Wer länger als 20 Minuten auf dem Parkplatz einer BP-Tankstelle beim Flughafen Zürich verweilt, muss seit neuestem 80 Franken bezahlen. Flughafenmitarbeitende ärgern sich grün und blau.

Darum gehts

  • Bei einer BP-Tankstelle beim Flughafen Zürich dürfen Kunden seit neuestem nur noch 20 Minuten auf dem Parkplatz verweilen.

  • Mehrere Kunden – darunter viele Flughafenmitarbeitende – haben bereits mehrere Rechnungen erhalten.

  • Auf Anfrage von 20 Minuten teilt das für das BP-Tankstellennetz zuständige Unternehmen «Oel-Pool AG» mit, dass der Shop und die dazugehörigen Parkplätze an die Valora AG vermietet worden sind.

  • Valora hat wiederum die Parkkontrollfirma beppo AG beauftragt.

Bei zahlreichen Mitarbeitenden des Flughafens Zürich flatterte in den letzten Tagen eine Rechnung der Parkplatzkontrollfirma beppo AG über 80 Franken ins Haus. Dies, weil sie die zulässige Parkzeit von 20 Minuten bei der BP-Tankstelle beim Flughafen Zürich überschritten haben sollen. Bei den Betroffenen ist der Ärger riesig: «Es ist eine absolute Frechheit», sagt ein Flughafenmitarbeiter (40), der anonym bleiben möchte. 

Ihn ärgere, dass die Umtriebsentschädigungen erst einen Monat nach dem Vergehen per Post verschickt wurden. «Wir wurden im Januar nirgends und von niemandem auf das neue Bussen-Regime hingewiesen.» Er und viele andere Spätdienstler hätten sich nach der Arbeit regelmässig bei besagter Tankstelle getroffen – über Jahre hinweg. «Wir essen Pizza oder Hotdogs und trinken ein Bier – für uns ist das zum täglichen Ritual geworden.»

Bei den Betroffenen ist der Ärger riesig: «Es ist eine absolute Frechheit», sagt ein Zürcher (40).

«Völlig überrissenes Vorgehen»

«Bei vielen geht jetzt die Angst um, dass sie für jeden Tag im Januar, den sie dort waren, noch eine Rechnung erhalten werden», sagt der Mann.  Einige Arbeitskolleginnen und -kollegen hätten bereits jetzt drei oder mehr Rechnungen erhalten. Er selbst habe die Rechnung nicht bezahlt: «Sie wurde mir ‹aus Kulanzgründen› erlassen, nachdem ich mit einem Rechtsanwalt drohte.»

Bereits vier Umtriebsentschädigungen in der Höhe von insgesamt 320 Franken erhalten hat die Flughafenmitarbeiterin N.W. (29): «Ich gehe davon aus, dass noch weitere ins Haus flattern werden, ich war im Januar fast täglich nach Feierabend in der Tankstelle.» Sie hält das Vorgehen der Firma beppo für «völlig überrissen». 

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«Parkplätze für berechtigte Nutzer»

In der Vergangenheit habe es in diesem Areal vermehrt Reklamationen von Tankstellenkunden gegeben, da diese aufgrund überfüllter Parkplätze nicht zufahren konnten, sagt der CEO von beppo AG, Branko Bjelajac. «Die Einführung einer Parkraumüberwachung ermöglicht es, diesem Problem proaktiv zu begegnen und sicherzustellen, dass Parkplätze für berechtigte Nutzer vorhanden sind.» Auch die allgemeine Sicherheit werde so gewährleistet, da kein Rückstau auf der Strasse entstehe.

Die Parkraumüberwachung erfolge auf der Grundlage gerichtlicher Verbote und werde im Einklang mit den geltenden Gesetzen und Vorschriften durchgeführt, sagt Bjelajac. «Die Kunden werden sowohl auf das gerichtliche Parkverbot als auch auf die maximale Parkdauer von 20 Minuten mittels Hinweisschildern aufmerksam gemacht.»

Aufgrund des hohen Kundenwachstums sei die digitale Plattform «beppo» im Dezember erweitert und im Januar ausführlich getestet worden. «Dies hat vereinzelt zu Verzögerungen bei der Rechnungsstellung geführt», so Bjelajac. 

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