April 24, 2024

Wenn es nach der Stadt geht, soll am linken Seeufer ein grosser öffentlicher Park entstehen. In den Plänen der Stadt ist auch Land miteingeplant, das der Kibag gehört. Diese will aber lieber Wohnungen bauen.

Darum gehts

  • Die Stadt will am linken Seeufer einen grossen öffentlichen Park errichten – auf Land, das unter anderem der Kibag gehört.

  • Diese will dort aber eigentlich lieber Wohnungen bauen.

  • Der Streit um die Nutzung hat sich mittlerweile zu einem Rechtsstreit entwickelt.

Tausende Quadratmeter Grünfläche zur Erholung direkt am See: Die Stadt plant am linken Seeufer zwischen dem GZ Wollishofen und der Roten Fabrik mehr Naherholungsfläche durch einen öffentlichen Park. Dabei gibt es allerdings einen kleinen Haken: Das Grundstück gehört ihr gar nicht.

Es gehört der Kibag Holding AG und die will eigentlich Wohnungen auf dem Grundstück bauen. Der Streit um die Zukunft des Landstücks am See zieht sich schon mehrere Jahre. Am Mittwoch beriet das Stadtparlament über die Zukunft des linken Seeufers. Es war die Rede von einer breiten Miteinbeziehung aller Beteiligten. Einzig die Kibag habe die Mitwirkung «verweigert».

70 Wohnungen und 7000 Quadratmeter Parkanlage

Die Firma betreibt auf dem rund 18'000 Quadratmeter grossen Landstück noch bis 2030 eine Zementfabrik. Danach wollte sie auf ihrem Grundstück eigentlich 200 Wohnungen bauen. Wie die «NZZ» schreibt, dürfte sie das auch, dank eines Deals mit der Stadt in den 2000ern. 

Nach Druck aus der Bevölkerung und der Politik – man befürchtete Auseinandersetzungen mit den Anwohnenden wegen des Lärms – legte die Kibag der Stadt einen neuen Plan vor: 70 Wohnungen und 7000 Quadratmeter öffentliche Parkanlage.

Es wurden Auseinandersetzungen zwischen Anwohnenden und Partygängern auf den Parks befürchtet.

Doch die Stadt ging nicht darauf ein. Sie hielt 2023 daran fest, keine Wohnfläche im «Masterplan Wollishofen» einzuplanen. Das Stadtparlament hat am Mittwoch den Masterplan zustimmend zur Kenntnis genommen.

Grünen-Gemeinderat Jürg Rauser kommentiert die Annahme vom Mittwoch gegenüber 20 Minuten: «Wir haben damit deutlich gemacht, dass die Bevölkerung dort keine Wohnungen will.» Für die weitere Planung müsse man aber unweigerlich wieder auf die Kibag zugehen.

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