April 24, 2024

Nach dem Fund von 40 Katzen und elf toten Kaninchen in einem Wohnhaus meldet sich nun der Besitzer der Tiere zu Wort. Seine Erklärung: Ihm sei die Sache über den Kopf gewachsen.  

Letizia VecchioDaniel Krähenbühl

Darum gehts 

  • Anfang Februar wurden in einem Wohnhaus in Zofingen AG 40 Büsis und elf tote Kaninchen gefunden.

  • Einer der Halter äusserte sich nun erstmals: Man habe die Tiere kastrieren wollen, aber da sei es schon zu spät gewesen.

  • Gegen die Halter wurde ein Tierhalteverbot ausgesprochen. Fast alle Büsis sind nun im Tierheim. 

Der Veterinärdienst des Aargauer Departements Gesundheit und Soziales führte Anfang Februar 2024 aufgrund einer Tierschutzmeldung eine Kontrolle bei einer Tierhalterin und einem Tierhalter im Bezirk Zofingen durch. Im Kaninchenstall wurden elf verendete Kaninchen und im Wohnhaus 40 Katzen aufgefunden, welche unter schlechten hygienischen Bedingungen gehalten wurden. Auf Bildern war beispielsweise ein über und über mit Kot übersätes Katzen-WC zu sehen.

Nun sprach der Halter der Tiere mit «Tele M1» anonym darüber, wie die Situation so ausarten konnte. Er kümmerte sich gemeinsam mit seiner Kollegin um die Tiere. «Wir haben einfach nicht geschaut. Wir dachten, wir können das stemmen. Wir haben auch immer noch gehofft, dass wir genügend Geld für die Kastration haben. Dann wäre es gelöst gewesen.»  Sie hätten das Geld aber einfach nicht gehabt, und deswegen sei das Ganze so ausgeartet. Mittlerweile seien zwar die meisten kastriert, aber einfach zu spät, heisst es weiter in dem Videobeitrag. Zwischenzeitlich habe man versucht, die Tiere mittels Flyer loszuwerden, allerdings erfolglos.

Sollten Tierhalter im Voraus besser überprüft werden?

Wo befinden sich die Katzen jetzt?

Nach wie vor ist ungeklärt, was zum Tod der elf Kaninchen geführt hat. Auf die Frage, ob er ihnen genug zu essen und zu trinken gegeben hätte, antwortet der Mann mit ja. Die Behörden versuchen unterdessen, die Ursache für den Tod der Tiere zu ermitteln. Die schlechten hygienischen Bedingungen, die im Gehege der Kaninchen vorherrschten, könnten ein Grund dafür sein. Gegen die Tierhalterin und den Tierhalter wurde vom Veterinäramt indes ein Tierhalteverbot ausgesprochen.

Die Vermittlung der vielen Katzen gestaltet sich allerdings als herausfordernd: 17 Katzen konnte der Veterinärdienst an zwei Aargauer Tierheime vermitteln. Vier weitere wurden in einem Zürcher Tierheim untergebracht. Die Tierheime verfügen kaum über Kapazitäten für die Aufnahme von Tierschutzfällen. Auch die Tierpensionen sind, insbesondere zu Ferienzeiten, stark ausgelastet. Die restlichen Katzen verbleiben daher noch im Haus des Halters, bis die erforderlichen Unterbringungsplätze in den Tierheimen gefunden werden. Für diese Übergangszeit hat der Veterinärdienst Massnahmen verfügt.

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