July 21, 2024

Zwischen Rossau und Uerzlikon soll ein Rad- und Gehweg entstehen. Obwohl die Eigentümer des Grundstücks dem Bau nie zugestimmt haben, begann der Kanton mit der Sanierung.

Zwischen Rossau und Uerzlikon soll ein Rad- und Gehweg entstehen. Ein Teilstück, auf dem der Velo- und Gehweg gebaut werden soll, gehört der Familie Hurter. Sie haben dem Kanton nie eingewilligt, auf ihrem Teilstück zu bauen. Trotzdem fuhren Anfang August die Baumaschinen im Auftrag des Kantons vor. Thomas Maag von der Zürcher Baudirektion sagt, dass ein Fehler unterlaufen sei. «Der zuständige Projektleiter hat sich entschuldigt. Man habe übersehen, dass kein unterschriebener Vertrag vorliege», so Maag.

Darum gehts

  • Zwischen Rossau und Uerzlikon soll ein Rad- und Gehweg entstehen.

  • Auch auf dem Land der Familie Hurter soll der Weg durchführen. 

  • Obwohl der Kanton nie die Zustimmung der Familie erhielt, fuhren Baumaschinen auf. 

  • Dem Kanton sei ein Fehler unterlaufen.

  • Trotzdem hält der Kanton am Vorhaben fest. 

Die Familie Hurter, wohnhaft im Mettmenstetter Weiler Rossau, versteht die Welt nicht mehr. Anfang Juli erhielt sie einen Brief im Auftrag der Baudirektion des Kantons Zürich, in dem zu vernehmen war, dass Ende Juli Bauarbeiten für einen Rad- und Gehweg auf ihrem Land starten werden. Dem Bau zugestimmt hat die Familie aber nie.

Mitglieder der Familie sind der Ansicht, dass es entlang der Strasse von Rossau nach Uerzlikon keinen Rad- und Gehweg braucht, da bereits jetzt genügend Platz besteht, da es links und rechts der Strasse gut befahrbare Wege gibt. «Sie müssten nur asphaltiert werden», sagt ein Familienmitglied gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Familie wollte Realersatz und mehr Geld

Auch zwei weitere Familienmitglieder, beide verstorben, waren dieser Ansicht. Mit einem auf Februar 2017 datierten Vertrag hätte die Familie Hurter dem Kanton Land abtreten sollen, damit der geplante Weg entstehen kann.

Unterschrieben wurde der Vertrag von den heute verstorbenen Familienmitgliedern schon damals nicht. Denn: Die Familie verlangte den Realersatz für die verlorenen 1185 Quadratmeter und eine höhere Entschädigung als die vom Kanton gebotenen 10’000 Franken.

Kanton fuhr mit Baumaschinen auf

Trotz der fehlenden Unterschrift der Besitzerin des Landes fuhren Anfang August tatsächlich Baumaschinen auf. Die Baufirma, im Auftrag des Kantons, begann, die Strasse zwischen den Weilern Rossau und Uerzlikon zu sanieren, grub aber auch einen etwa vier Meter breiten Streifen auf dem Land der Familie Hurter um. Der Kanton habe «ohne unser Einverständnis und gültigen Vertrag» gehandelt, ärgert sich die Familie.

Als sich die Familie beim Kanton meldet, verhängt dieser einen Baustopp. Gegenüber der Tageszeitung sagt Thomas Maag von der Zürcher Baudirektion, dass ein Fehler unterlaufen sei. «Der zuständige Projektleiter hat sich entschuldigt. Man habe übersehen, dass kein unterschriebener Vertrag vorliege», so Maag.

Nach der Entschuldigung fliegt ein neues Angebot vom Kanton ins Hause Hurter. Anstatt 8.50 Franken will der Kanton der Familie neu 9.10 Franken für den Quadratmeter bezahlen. Doch die Hurters wollen nach wie vor nicht unterschreiben.

Der Kanton hält bislang am Projekt fest. Gespräche seien mit den Landeigentümern weiter im Gange, heisst es in der Tageszeitung weiter. Die Arbeiten am Veloweg werden planmässig weitergeführt, jedoch nur ausserhalb des umstrittenen Landes.  

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