April 12, 2024

Ordnungsbussen sorgen bei den Besuchenden, die auf einem Feldweg neben der Kaserne parkiert haben, für schlechte Laune. Eigentlich wäre die Busse aber doppelt so hoch ausgefallen.

Darum gehts

  • Bei einem Besuchstag in der Kaserne Bülach erhielten 83 Personen eine Ordnungsbusse, da sie in einer Fahrverbotszone neben der Kaserne parkiert haben.

  • Gemäss einem News-Scout hat es viel zu wenige Parkplätze gegeben. Er erwartet Kulanz von der Polizei bei einem Anlass des Militärs.

  • Die Stadtpolizei Bülach widerspricht. Es hätte genügend Parkplätze gehabt. Auch sei man bei den Bussen bereits kulant gewesen. Eigentlich wären sie noch teurer ausgefallen.

Am Samstagvormittag fand bei der Kaserne in Bülach ein Fest für Freunde und Familien der Militärangehörigen statt. Es sollte ein Tag des Wiedersehens und Beisammenseins sein. Auf dem Heimweg machten einige der Besuchenden aber eine weniger erfreuliche Entdeckung.

So auch C.T. (40): Auf der Frontscheibe ihres Autos wartete eine Ordnungsbusse in der Höhe von 100 Franken auf sie. Sie hatte ihr Auto in einem Fahrverbot parkiert. «Es hatte viel zu wenige Parkplätze vor Ort», findet die 40-Jährige. «Bei einem Anlass des Militärs hätte die Polizei uns auch entgegenkommen können.»

«Wieso nutzte die Polizei das aus?»

Der offizielle Parkplatz der Kaserne sei bereits komplett belegt und von den Einweisern niemand zu erreichen gewesen, erzählt T. gegenüber 20 Minuten. «Da habe ich mich zu den 15 bis 20 anderen Autos auf einem Feldweg in der Nähe hingestellt.»

«Es war mir bewusst, dass ich dort in einem Fahrverbot stehe. Doch ich verstehe nicht, wieso die Polizei das ausnutzen musste.» In diesem Fall hätte die Polizei eine Ausnahme machen können, findet T.

Hast du schon einmal eine Parkbusse erhalten?

Polizei bereits kulant

Die Stadtpolizei Bülach erzählt eine etwas andere Geschichte. Gemäss Roland Engeler, Leiter Bevölkerung und Sicherheit, zu dessen Aufgabenbereich auch die Stadtpolizei gehört, sind vom Militär in der Nähe der Kaserne extra Parkplätze zur Verfügung gestellt worden. Ein Verkehrsdienst stand zudem im Einsatz. Zusätzlich habe neben der Militärkaserne, in der Fussballanlage «Gringglen», fast zeitgleich auch noch ein Fussballspiel stattgefunden.

Die vielen Falschparkierer seien gemeldet worden, da sie auf Kulturland parkiert und die Durchfahrt für die Landwirte komplett zuparkiert hätten. Daraufhin war die Stadtpolizei ganze 2,5 Stunden vor Ort und verteilte insgesamt 83 Ordnungsbussen.

Die vielen Falschparkierer blockierten den Zugang zu einem Feldweg.

«Wer wegen des Militäranlasses dort war und wer wegen des Fussballspiels, konnten wir vor Ort natürlich nicht unterscheiden», sagt Engeler. Ausserdem sei die Polizei bereits sehr kulant gewesen: «Hätten wir sowohl das Vergehen gegen das Fahrverbot als auch das Halteverbot gebüsst, hätte die Busse 220 Franken gekostet.»

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