April 24, 2024

Der Präsident des Dachverbands der Schweizer Muslime verurteilt den Messerangriff auf einen orthodoxen Juden in Zürich scharf.

Lynn SachsDaniel Krähenbühl

Darum gehts

  • Ein jüdischer Mann wurde am Samstagabend von einem 15-Jährigen mit einem Messer attackiert und lebensbedrohlich verletzt.

  • Der mutmassliche Täter wurde verhaftet und der Jugendanwaltschaft zugeführt.

  • Der Angreifer soll kurz vor der Tat «Tod allen Juden» und «Allahu Akbar» gerufen haben.

  • Der Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz, verurteilt die Tat.

Ein orthodoxer jüdischer Mann wurde am Samstagabend im Zürcher Kreis 2 von einem Jugendlichen mit einer Stichwaffe attackiert und dabei lebensbedrohlich verletzt. Die brutale Attacke hat die orthodoxe Community in Wiedikon aufgewühlt. Ein Mitglied sagt gegenüber 20 Minuten: «Es ist unglaublich, dass jemand attackiert wird, einfach weil er jüdisch ist.»

Önder Güneş, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS), zeigt sich bestürzt: «Es ist einfach schrecklich, eine solche Tat ist in keinem Falle tolerierbar und wir Muslime verurteilen ihn aufs Schärfste.» Er spreche dem verwundeten Mann im Namen der muslimischen Gemeinschaft Genesungswünsche aus. «Eine solche Tat ist durch nichts zu rechtfertigen, das ist für das Zusammenleben und für das Miteinander in der Schweiz pures Gift.»

Keinen Hass schüren

Die FIDS wolle nun das Gespräch mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) suchen, sagt Güneş. «Wir dürfen den Krieg im Gazastreifen nicht als Anlass dazu nehmen, Hass und Zwietracht in der Schweizer Gesellschaft zu streuen – dieser orthodoxe Mann ist völlig unschuldig und hat nichts mit dem Konflikt in Palästina zu tun.»

Es sei aber sehr besorgniserregend, dass ein 15-jähriges Kind sich derart radikalisieren konnte, sagt Güneş. «Schuld daran könnten auch zum Teil Videos mit sehr gewalttätigen Inhalten sein, die auch Minderjährigen auf Tiktok vorgespielt werden.»

«Viele sind verängstigt»

Der Zürcher FDP-Gemeinderat Jehuda Spielman berichtet über Verunsicherung in der Gemeinde. «In der Synagoge gab es Sonntagmorgen kein anderes Thema. Viele sind verängstigt.» Um das Sicherheitsgefühl zu stärken, hat sich die Polizei im Nachgang der Attacke am Sonntagmorgen vor der Synagoge im Quartier stationiert.

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