February 21, 2024

Der Gerichtsreporter Stefan Hohler hat sein drittes Buch veröffentlicht. Darin berichtet er von entsetzlichen Mordfällen bis hin zu haarsträubenden Ermittlungsmethoden der Polizei. 

Der langjährige Gerichtsreporter Stefan Hohler hat ein neues Buch geschrieben. Hohler war von 2005 bis 2019 Polizeireporter beim Zürcher TagesAnzeiger und ist seit 2020 Gerichtsreporter bei 20 Minuten. Gleich im ersten Kapitel des Buchs «Mord im Dutzend» greift der 20-Minuten-Gerichtsreporter Stefan Hohler einen der aussergewöhnlichsten Fälle der Zürcher Strafuntersuchungsbehörden auf.

Darum gehts 

  • Der Gerichtsreporter Stefan Hohler hat sein neues Buch «Mord im Dutzend» veröffentlicht.

  • Hohler hat bereits 2019 ein ähnliches Buch unter dem Titel «13 Mordfälle und eine Amour fou» verfasst.

  • 2012 hat er ein Buch über den Zürcher Fluchthelfer Hans Ulrich Lenzlinger geschrieben und dabei in den Stasi-Akten in Berlin recherchiert.

Eine 41-jährige Frau wird am 19. Oktober 2009 in Oerlikon, wenig entfernt von ihrer Wohnung, erschossen. Im Visier der Ermittlungsbehörden: ihr damals 53-jähriger Ehemann. Doch weil er die Tat abstreitet und keine handfesten Beweise vorliegen, greifen die Untersuchungsbehörden in die Trickkiste. Mittels verdeckter Ermittler – einer angeblichen Wahrsagerin und einem angeblichen Diamantenhändler – soll ein Geständnis entlockt werden. Doch weil der bengalisch-schweizerische Doppelbürger dieses Geständnis unter grossem psychischen Druck gemacht haben soll, kommt er 2022 frei.

Gleich im ersten Kapitel des Buchs «Mord im Dutzend» greift der 20-Minuten-Gerichtsreporter Stefan Hohler einen der aussergewöhnlichsten Fälle der Zürcher Strafuntersuchungsbehörden auf. Ein weiterer Fall, der schweizweit für Schlagzeilen sorgte, folgt im Kapitel «Highway to Hell»: der Mordfall Boppelsen. Aus purer Geldgier tötete der Familienvater Thomas K. aus dem Kanton Bern 2016 zwei Männer auf qualvolle Weise. Eine der beiden Leichen deponiert er in Boppelsen ZH, die andere vergräbt er im eigenen Garten.

«Gewisse Fälle gehen einem nahe»

«Für das Buch habe ich die aussergewöhnlichsten und spannendsten Kriminalfälle, die ich in den letzten Jahren als Journalist vor Ort und vor Gericht erlebt habe, gesammelt», sagt Hohler. Er sei 20 Jahre lang Polizei- und Gerichtsreporter gewesen und habe zahlreiche Gerichtsfälle hautnah miterlebt. «Trotzdem gehen einem gewisse Fälle immer noch nahe, vor allem, wenn man die trauernden Angehörigen – Mütter, Väter, Geschwister – im Gerichtssaal sieht.»

Die Fälle vor Gericht zu verfolgen, packe ihn derweil noch immer. Es werde vor allem dann spannend, wenn der Verteidiger etwa neue Aspekte präsentiert, die zuvor nicht in der Anklageschrift oder im Plädoyer der Staatsanwaltschaft vorgebracht wurden, sagt Hohler. «Oder wenn Einsatzkräfte, die zuerst am Ort des Verbrechens auftauchen, von der Situation vor Ort erzählen, das ist nochmals etwas anderes, als es in den Ermittlungsakten zu lesen.»

«Ungeschminkt und oft verstörend»

Das Buch «Mord im Dutzend» ist ab sofort im Handel erhältlich. «Es richtet sich nicht nur an Krimi- und True-Crime-Fans, sondern an alle, die einen Einblick hinter die Gerichtskulissen wünschen», sagt Hohler. 

​​Adrian Kaegi, Zürcher Staatsanwalt von 2004 bis 2023, nennt es «ein packendes Zeitdokument über die menschlichen Abgründe schwerster Gewaltkriminalität». Das Werk verschaffe dem Lesenden einen «hochgradig authentischen und detailgetreuen Einblick» in die Welt des Verbrechens – «ungeschminkt und oft verstörend».

Mit Fernglas in der Natur

Und was macht ein Gerichtsreporter, wenn er eine Auszeit braucht? «Ich bin begeisterter Ornithologe und Herpetologe», sagt Hohler. «Vögel, Amphibien und Reptilien faszinieren mich und ich beobachte sie gerne.» Sei das beim Wandern oder sonst auf einem Ausflug in die Natur. «Gerne bin ich in der Region um Einsiedeln unterwegs, die Berge sind wunderschön – und den Feldstecher habe ich immer dabei.»

Am Donnerstagabend um 19 Uhr findet in der Sportbeiz «Rüümli» auf dem Hönggerberg eine Lesung zum Buch statt. Das Buch kann vor Ort gekauft werden und Stefan Hohler wird es auf Wunsch signieren. Der Eintritt ist frei. 

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