July 25, 2024

In der Kaserne Kloten leben seit mehreren Wochen rund 360 Asylsuchende. Die Bevölkerung wurde aber nie informiert. 

Die Klotener Bevölkerung wusste nicht, was in der Unterkunft 3 im Kasernengebäude in Kloten vor sich geht. 

Darum gehts

  • Die Zahl an Asylgesuchen in der Schweiz wächst stärker als erwartet. 

  • Bis Ende Jahr werden mindestens 22’000 Gesuche erwartet. 

  • Die Armee hilft derweil, Schutzsuchende unterzubringen. So auch in der Kaserne Kloten.

  • Obwohl seit mehreren Wochen schon Hunderte Asylsuchende in Kloten leben, wurde die Bevölkerung nie informiert. 

Spielende Kinder und Männer, die das Gebäude durch den Nebeneingang verlassen – viel mehr lässt nicht darauf schliessen. Doch obwohl das Kasernengebäude in Kloten mit einem Maschendrahtzaun und Stacheldraht abgesperrt ist, leben seit dem 6. November rund 360 Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Unterkunft 3 der Kaserne Kloten.

«Was geht da vor sich?», fragten sich aufmerksame Anwohnerinnen und Anwohner gegenüber dem «Klotener Anzeiger». Denn brisant: Die Öffentlichkeit wurde bis heute nie offiziell über die Unterbringung informiert. Erste Recherchen durch die Zeitung hätten gezeigt, dass das Staatssekretariat für Migration SEM dort eine Asylunterkunft betreibt.

Stadt treffen keine Kosten

Wie aus einem Schreiben von Staatssekretärin Christine Schraner Burgener an die Zürcher Kantonsregierung hervorgehe, sei diese Unterkunft aber lediglich bis am 15. Dezember nutzbar. Eine Verlängerung sei nicht geplant. 

Die Stadt Kloten wurde bereits am 16. Oktober über den bevorstehenden Betrieb einer Asylunterkunft informiert. Nach Angaben von Stadtrat Kurt Hottinger trage die Stadt keinerlei Kosten. So seien auch die Lehrpersonen, welche Asylkinder unterrichteten, vollumfänglich vom Kanton finanziert. 

Armee hilft wegen zunehmender Asylgesuche

Wie aus mehreren Medienmitteilungen – zu anderen Asylunterkünften – hervorgehe, steige die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz deutlich stärker als vom SEM erwartet. Rechnete das Staatssekretariat ursprünglich noch mit 19’000 Asylgesuchen bis Ende Jahr, erwarte man nun mindestens 22’000 Gesuche. 

Ende September erklärte sich deshalb die Armee bereit, Asyl- und Schutzsuchenden bis zu 3700 Plätze vorübergehend bis Ende 2024 zur Verfügung zu stellen. Weiter trete man zusätzliche Strukturen für mehrere Wochen ab, sofern sie in dieser Zeit nicht für den Eigenbedarf verwendet würden. Dazu gehört auch die Kaserne Kloten. 

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