April 12, 2024

Die Stadt Zürich plant auf dem Josef-Areal im Kreis 5 unter anderem den Bau von 135 Alterswohnungen. Diverse Fraktionen fordern im Gemeinderat aber mehr gemeinnützige Wohnungen und Grünraum.

Darum gehts

  • Auf dem Josef-Areal sollen neue Wohnungen gebaut werden.

  • Eine Motion von Mitte-/Links-Fraktionen forderte im Dezember 2023 neben geplanten Alterswohnungen auch gemeinnützige Wohnungen und Gewerberäume.

  • Der Stadtrat lehnt die Motion ab und beantragt ihre Umwandlung in ein Postulat.

Der geplante Umbau des Josef-Areals schien in greifbarer Nähe: Das Entwicklungskonzept wurde bereits im Juli 2022 vom Stadtrat verabschiedet. Anfang Dezember 2023 reichten dann aber Mitte/Links-Fraktionen eine Motion mit weiteren Anforderungen ein. Der Kampf um Wohnraum auf dem Josef-Areal ging weiter.

In der Motion wurden neben den geplanten Alterswohnungen zusätzliche gemeinnützige Wohnungen und Gewerberäume mit ausreichendem Grün- und Freiraum gefordert. Zudem solle der Abschnitt der Josefstrasse vor dem Areal so umzoniert werden, dass dieser zukünftig Teil des Grün- und Freiraums werden kann.

Der Stadtrat teilte nun am Mittwochmittag mit, dass er die Motion ablehnt. Die notwendigen Abklärungen seien in der begrenzten Frist einer Motion nicht zu leisten. Zudem sei aktuell noch offen, ob die Anliegen tatsächlich umgesetzt werden können. Deswegen beantragt er die Umwandlung der Motion in ein Postulat, welches mehr Zeit verschaffe. Damit geht das Gerangel um das rund 20'000 Quadratmeter grosse Josef-Areal weiter. 

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Was bisher geschah

2011: Das Kehrichtheizkraftwerk Josefstrasse soll weg, wodurch eine Fläche von rund 20'000 Quadratmetern frei werden wird. Gemeinderäte der Stadtkreise 4 und 5 fragen beim Hochbaudepartement nach möglichen Nutzungsformen an und bringen eigene Ideen ein.

2018: Stadtrat André Odermatt (SP) stellt die Pläne der Stadt für das Areal vor. Im Gespräch sind ein Pflegezentrum, Alterswohnungen, ein Hallenbad und ein Park. Da das Josef-Areal als «Zone für öffentliche Bauten» definiert ist, sind weitere Wohnungen vom Tisch.

2022: Der Stadtrat stellt das mit der Quartierbevölkerung erarbeitete Entwicklungskonzept im Juli 2022 vor. Die 2018 eingebrachten Vorschläge sollen umgesetzt werden. Zusätzlich sind Photovoltaikanlagen, eine Tiefgarage und ein Jugendtreff angedacht.

2023: Die IG Zentrum Hardbrücke (IGZH) kritisiert, dass die Stadt es versäumt hat, Hunderte bezahlbare Wohnungen zu erstellen. Am 6. Dezember 2023 reichten die AL-, Grüne-, GLP-, SP- und Die Mitte/EVP-Fraktionen basierend auf der Kritik der IGZH eine Motion beim Stadtrat ein, die entsprechende Anpassungen fordert.

Seit 2022 ist auf dem Areal ebenfalls das Kulturzentrum Zentralwäscherei in Form einer Zwischennutzung vertreten.

«Verzögerungstaktik des Stadtrats»

Für Martin Hofer von der IGZH scheint die Antwort des Stadtrats auf die Motion wie eine Verzögerungstaktik. «Wir sind der Meinung, dass es sehr wohl möglich ist, die Abklärungen in der Frist der Motion zu erfüllen.» Projekte wie das Neugasse-Areal hätten gezeigt, dass auch innert kurzer Frist Abklärungen und Umzonungen realisierbar sind – auch wenn das Projekt schlussendlich nicht zustande gekommen ist. «Es geht, wenn denn der Wille da ist».

Wieso der Stadtrat nun auf die Bremse tritt, ist für Hofer unverständlich. «Vielleicht ist die Stadt immer noch beleidigt, dass sie nicht selber auf die Idee gekommen sind.» Hofer findet: «Die Position des Stadtrats bestraft die Bevölkerung, die auf Wohnungsraum angewiesen sind.»

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