April 24, 2024

Die Anwohner in der Freyastrasse in Zürich sind verängstigt: Seit zwei Wochen wird in der Strasse immer wieder eingebrochen. Auch die Briefkästen werden manipuliert. Ein Verdächtiger tappte in die Fotofalle.

Céline TrachselMarino Walser

Darum gehts

  • An der Freyastrasse in der Stadt Zürich kommt es vermehrt zu Einbrüchen.

  • Die Anwohnerinnen und Anwohner sind verunsichert.

  • Die Polizei bestätigt das Problem im Kreis 4.

  • Mit verstärkter Polizeipräsenz soll das Problem nun gelöst werden.

«Jetzt habe ich Angst», sagt eine Anwohnerin der Freyastrasse im Kreis 4 zu 20 Minuten. Seit sie wisse, dass gegenüber von ihr zwei Kellerabteile aufgebrochen wurden und ein Einbrecher in eine Wohnung versuchte einzudringen, fühle sich die Studentin nicht mehr sicher. 

«Bei mir wurde teurer Wein aus dem Keller gestohlen. Manche Flaschen hatten einen Wert von mehreren 100 Franken. Ich bin gerade erst in eine vorübergehende Wohnung eingezogen, deshalb waren die Flaschen im Keller», erzählt die betroffene Nachbarin. Dann habe ein Einbrecher kurz darauf versucht, ihre Tür aufzubrechen. «Zum Glück kam er nicht rein.»

Tags darauf konnte sie einen Täter fotografieren, der gegenüber alle Briefkästen durchsuchte und durch zufälliges Klingeln versuchte, ins Haus zu gelangen. «Es ist unglaublich, wie unsicher es hier ist», beklagt sie sich. «Hier laufen ständig dubiose Personen herum.»

«Jeden Morgen stehen die Milchkästen offen»

Ein Nachbar, der schon zwanzig Jahre im Kreis 4 lebt, weiss von insgesamt neun Einbrüchen in dieser Zeit in der Freyastrasse. «Aber jetzt sind grad in zwei Wochen zwei neue dazugekommen», schildert er. Er glaubt: Das sei der Nähe zum Bahnhof Wiedikon geschuldet. «Und wenn man von diesem Bahnhof her Richtung Langstrasse will, läuft man hier vorbei.»

Anwohnerin Beatrice (45)* stellt dagegen fest, dass immer wieder Dinge aus den Briefkästen verschwinden. «Jeden Morgen stehen die Türen der Milchkästen offen, weil sie jemand durchsucht.» Unterdessen würden alle im Haus standardmässig alle Milchkästen der Nachbarn leeren und allfällige Sendungen mit ins Haus nehmen. «Wir haben sogar extra einen Chat, wo wir uns gegenseitig informieren», erzählt Beatrice.

Polizei rät zur Absprache mit Nachbarn

Tatsächlich stellte die Stadtpolizei Zürich in letzter Zeit vermehrt Kellereinbrüche im Kreis 4 fest. Ebenso kommt es immer wieder zu Packetdiebstählen, wie Pascal Siegenthaler auf Anfrage sagt. «Es dürfte sich bei den aktuellen Fällen besonders um Personen handeln, die der Beschaffungskriminalität nachgehen», sagt Siegenthaler. «Sie nutzen Gelegenheiten wie offene Haustüren, um in die Keller zu gelangen oder eben die Briefkästen zu durchsuchen.»

Deshalb rät er: Unbedingt immer alle Haustüren und Zugänge abschliessen und nur Personen ins Haus lassen, die eine Berechtigung haben. «Sich im Haus abzusprechen und gegenseitig zu warnen ist sicher keine schlechte Idee.»

Zwei Einbrecher in flagranti erwischt

Da Anwohnerinnen und Anwohner im Kreis 4 vermehrt Meldungen über Einbrüche bei der Stadtpolizei tätigten, reagierte diese. Wie die Stadtpolizei am Freitagmorgen mitteilt, führte sie mit Fahnder fokussierte Aktionen zur Ergreifung der Täterschaft durch.

«Anlässlich der gezielten Fahndungseinsätze beobachteten sie gestern Morgen kurz vor zwei Uhr eine verdächtige Person, die ein Mehrfamilienhaus dank einer unverschlossenen Hauseingangstür betreten hatte», so die Stapo weiter. Als der mutmassliche Einbrecher begann, ein Kellerabteil zu durchsuchen, schlugen die Fahnder zu und nahmen den 50-jährigen Schweizer vorläufig fest. 

Und auch in der Nacht auf Freitag waren die Fahnder der Stapo erfolgreich: Ein 45-jähriger Schweizer konnte festgenommen werden, nachdem er von den Fahndern beobachtet worden war, wie er sich in einer Liegenschaft nahe Lochergut Zugang zu den Kellerabteilen verschafft hatte. 

*Name geändert.

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