April 24, 2024

Seit Oktober türmt sich in einer Liegenschaft in Dietikon ein Abfallhaufen. Wegen eines Streits der Grundstückseigentümer wird der Müll nicht entsorgt.

Darum gehts

  • Ein Abfallhaufen in Dietikon verärgert Anwohnerinnen und Anwohner.

  • Trotz scharfen Strafen – gemäss Abfallgesetz des Kantons Zürich droht Abfallsündern Haft oder eine Busse bis zu 50'000 Franken – kommt immer mehr Müll hinzu.

  • Der Stadt Dietikon ist das Abfallproblem bekannt.

  • Wann der Abfall weggeräumt wird, ist noch unklar.

Im Durchgang zwischen der Badenerstrasse 45 und 47 in Dietikon ZH türmt sich seit einem Monat ein Abfallhaufen. «Für uns Dietiker ist das eine Schande», sagt eine Anwohnerin (45). «Der Abfallhaufen wird jeden Tag grösser und grösser – und trotzdem fühlt sich niemand dafür verantwortlich, weder die Verwaltung noch die Gemeinde.» 

Der Abfallberg sorge schon seit Monaten für Ärger, sagt die Anwohnerin. «Der Müll wurde in der Vergangenheit immer mal wieder weggeräumt, nach einem Tag steht aber bereits neues Zeugs da: Sofas, Kühlschränke, Lampen oder alte Fernseher.» Dort durchzulaufen, sei wirklich «gruusig», sagt die Frau. Viele Nachbarn hätten schon reklamiert, passiert sei bisher aber nichts.

«Drei Tage später ist alles wieder voll»

Der Inhaber eines Geschäfts in der Nähe pflichtet der Frau zu: «Der Abfallberg wurde in der Vergangenheit schon mehrmals entsorgt. Drei Tage später ist alles wieder voll.» Eine Anwohnerin des Hauses habe den Müll schon einmal persönlich weggeräumt, weil man wegen des Drecks in der Waschküche kaum mehr etwas gesehen hatte. Vor allem im Sommer sei auch der Geruch schlimm, sagt der Mann. «Ich kann im Sommer die Fenster nicht öffnen, es ist nicht aushaltbar.»

Auch jetzt sei die Situation prekär: «Eltern kommen mit ihren Kinderwagen nicht mehr in den Innenhof, weil so viel Abfall da liegt.» Er vermute, dass nur wenige Leute für das Littering verantwortlich seien. «Es wäre ein Einfaches, eine Kamera aufzustellen und sie zu schnappen und richtig zu büssen.» Offenbar sei der Wille dafür aber nicht vorhanden.

Durchgang gehört 19 Eigentümern

Der Stadt Dietikon ist das Abfallproblem bekannt. Verantwortlich für die Entsorgung des Mülls seien die Verwaltungen beziehungsweise die Eigentümer des Grundstückes, sagt Torsten Hartmann, Leiter Abfallwesen. «Die Situation ist kompliziert, weil der Weg zwischen der Badener- und der Gassackerstrasse 19 Parteien gehört.»

Laut Hartmann könnten sich die Grundstückseigentümer nicht einig werden, wer die Kosten für die Abfallabfuhr übernimmt. Er empfiehlt Mietern, sich daher an die Eigentümer zu wenden und entsprechend hartnäckig zu sein. «Das Abfallwesen der Stadt Dietikon kann die Mieter dabei unterstützen.»

Hast du schon einmal Abfall illegal entsorgt?

Kostenfrage müsse geklärt werden

Der Liegenschaftsverwalter Dr. Kenig, der die beiden Häuser links und rechts des Weges verwaltet – aber nicht den Durchgang selbst – betont, dass man den Abfallhaufen in den vergangenen Jahren immer wieder entsorgt habe. «Die anderen Eigentümer waren nicht bereit, sich an den Kosten zu beteiligen, deshalb haben wir die Sache der Stadt Dietikon übergeben.» 

Man habe aufgehört, den Abfall zu entsorgen, bis die Kostenfrage geklärt sei, so ein Sprecher. «Wir stehen mit der Stadt in Kontakt und nehmen an,  dass wir bald zu einer Übereinkunft kommen und dann wieder räumen können.»

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