February 29, 2024

Das Museum Langmatt hat es geschafft, seine Existenz für die nächsten Jahrzehnte mithilfe einer Auktion in Amerika zu sichern. Im Vorfeld sorgte das für Diskussionen.

Das Bild «Früchte und Ingwertopf» wurde auf 35 bis 55 Millionen US-Dollar geschätzt. Verkauft wurde es für 33,5 Millionen US-Dollar.Das Museum Langmatt sicherte sich mit der Auktion, an der drei Bilder aus dem Museumsbestand angeboten wurden, die Existenz für die nächsten Jahrzehnte. Umgerechnet 40,32 Millionen Schweizer Franken wurden an der 20th Century Art Evening Auction des Auktionshauses Christie’s erzielt. 

Darum gehts

  • Das Badener Museum Langmatt hat drei Bilder aus dem Museumsbestand verkauft.

  • Mit dem Erlös von über 40 Millionen Schweizer Franken konnte die Existenz für die nächsten Jahre gesichert werden. 

  • Besonders ein Bild geriet wegen einer problematischen Herkunft in den Fokus.

An der diesjährigen 20th Century Art Evening Auction des Auktionshauses Christie’s in New York
wurden in der Nacht auf Freitag drei Gemälde aus dem Bestand der Sammlung des Museums
Langmatt in Baden verkauft. Vorausgegangen war ein mehrjähriger Entwicklungsprozess, um den Betrieb des Museums Langmatt an seiner historischen Stätte langfristig zu sichern.

«Dank der erfolgreichen Auktion ist nun sichergestellt, dass die Stiftung aus der Rendite des neu verfügbaren Kapitals und der weiteren Unterstützung der öffentlichen Hand und Dritter den Betrieb des Museums über die kommenden Jahrzehnte finanzieren kann», heisst es in einer Medienmitteilung vom Freitagmorgen. Die Finanzierung der baulichen Sanierung war bereits zuvor gesichert worden.

Auktion schlug hohe Wellen

Die drei Gemälde von Paul Cézanne erreichten an der Auktion einen Preis von insgesamt umgerechnet 40,32 Millionen Schweizer Franken. Zur Sicherung des Museumsbetriebs in der Zukunft wurde ein Erlös von 40 Millionen Schweizer Franken angestrebt. «Diese Punktlandung ist angesichts des angespannten Marktumfelds ein gutes Resultat und bestätigt die Richtigkeit des gewählten Wegs zur Rettung des Museums», heisst es in der Medienmitteilung. Die Auktion in New York schlug hohe Wellen. Denn die Verantwortlichen des Museums sahen den Verkauf von bis zu drei Werken aus dem Museumsbestand «als einzig gangbare Lösung». Die Schweizer Sektion des Internationalen Museumsverbandes Icom bezeichnete die Pläne laut dem SRF als Tabubruch. 

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Die drei versteigerten Gemälde wurden ausserdem vor etwa eineinhalb Jahren einer Untersuchung unterzogen, um festzustellen, ob sie aus einer problematischen Herkunft stammten. Erste Ergebnisse zeigten laut dem SRF, dass das Gemälde «Früchte und Ingwertopf» eine solche Vergangenheit haben könnte. Es gehörte dem deutsch-jüdischen Kunsthändler Jakob Goldschmidt. Museumsdirektor Markus Stegmann sagt, dass es wahrscheinlich nur deshalb verkauft wurde, weil Goldschmidts Geschäfte in Frankfurt wegen der Nazi-Verfolgung kurz vor dem Zusammenbruch standen. 

Stegmann sagt gegenüber dem SRF, dass man auf eigene Initiative einen Vergleich mit Goldschmidts Erben geschlossen habe. Dieser gelte alle möglichen Ansprüche weiterer Angehöriger ab. «Der Verkauf als Ultima Ratio war für uns ein schmerzhafter Schritt. Umso wichtiger ist es, dass dank dieses Verkaufs dem Willen des Stifters John A. Brown weiterhin entsprochen wird und das Publikum die herausragende Sammlung der
Familie Brown im historischen Umfeld erleben kann.»  

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