February 29, 2024

Dem heute 35-Jährigen gelang vor einem Jahr die Flucht bei einem Gefangenentransport am Bahnhof Aarau. Seither teilt er unter falschem Namen Bilder und Videos auf Social Media.

Der Tunesier trug bei der Flucht eine grüne Jacke, graue Trainerhosen und schwarze Crocs.Die Flucht gelang dem Mann beim Ausstieg aus einem Gefangenenfahrzeug am Bahnhof Aarau. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit liege allerdings nicht vor, sagte damals Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau. «Es handelt sich nicht um einen Gewaltverbrecher, der eine Strafe abgehockt hat – der Tunesier befand sich in Ausschaffungshaft.»

Darum gehts

  • Einem heute 35-jährigen Tunesier gelang vor einem Jahr während eines Gefangenentransports die Flucht.

  • Mehrmals wurde bereits versucht, den straffälligen Tunesier auszuschaffen.

  • Unter anderem griff er seine Ehefrau tätlich an.

  • Ob er sich zurzeit im Ausland oder bereits wieder in der Schweiz befindet, ist unklar. 

Im Oktober 2022 gelang ihm bei einem Gefangenentransport die Flucht am Bahnhof Aarau – in Crocs und Trainerhosen. Der Tunesier befand sich in Ausschaffungshaft, weil er sich illegal in der Schweiz aufhielt. Der Asylsuchende hätte die Schweiz bereits 2014 verlassen müssen, doch aufgrund fehlender Papiere für ihn, seine Frau und seine drei Kinder waren den Behörden die Hände gebunden – bis er straffällig wurde. Im Februar 2018 griff der Tunesier seine Ehefrau in der Asylunterkunft an und verletzte sie schwer. Fünf Monate später brach er in einer Bar in Olten einer Kosovarin zweifach den Unterkiefer, berichtet die «Aargauer Zeitung».

Für die Delikte wurde er zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten und einem Landesverweis von acht Jahren verurteilt. Eine erste Ausweisung misslang 2019 jedoch, da der Mann untertauchte. Danach verstiess er mehrfach gegen das gegen ihn verhängte Einreiseverbot. In Solothurn wurde er verhaftet und dann in den vorzeitigen Strafvollzug gesteckt. Ein erneuter Ausschaffungsflug im Januar 2022 scheiterte, weil Tunesien wieder die Papiere verweigerte. Seit dem 4. Oktober 2022 befindet er sich auf der Flucht.

«Schöpfen sämtliche Ermittlungsmöglichkeiten aus»

Offenbar scheint es ihm gut zu gehen: In den sozialen Medien teilt er unter falschem Namen verschiedene Bilder von sich. Im Whirlpool, vor dem Eiffelturm in Paris oder vor einer Ausstellung zum Thema Gleichstellung der Frau. Wie der «Blick» berichtet, posierte der Tunesier am 24. Oktober auch neben einem Fahrzeug mit einem AG-Kennzeichen. Dabei gestikulierte er mit beiden Mittelfingern und zeigte auf den Boden. Zudem teilt er auch ein Bild eines Bündels Banknoten. Dieses stammt jedoch von einem Pinterest-Board aus dem Jahr 2019.

Die Kantonspolizei Aargau bestätigt, dass der Mann noch immer gesucht und international ausgeschrieben ist. Aus «ermittlungstaktischen Gründen» könne die Polizei jedoch nicht sagen, ob es bereits Hinweise darauf gebe, ob sich der Tunesier bereits wieder in der Schweiz befinde. «Jede Meldung wird zuerst geprüft, ob sie überhaupt stimmen kann», sagt Adrian Bieri von der Kantonspolizei Aargau zur Zeitung. «Falls ja, wird dem Hinweis umgehend nachgegangen und allenfalls eine Patrouille vor Ort geschickt.» Man sei sehr daran interessiert, den Flüchtigen wieder dingfest zu machen. «Dafür schöpfen wir sämtliche Ermittlungsmöglichkeiten aus, die wir haben.» 

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