May 26, 2024

Ein grüner Politiker will Aargauer Katzenbesitzer für die von ihnen verursachten Schäden zur Kasse bitten. Dies soll die Umwelt schützen und Einnahmen in Millionenhöhe generieren.

Aargauer Politiker Thomas Baumann will Katzenhalter künftig zur Kasse bitten. Für ihn sei unverständlich, weshalb Katzenhalter gegenüber Hundehaltern steuerlich bevorzugt werden. Konkret soll für jedes Tier pro Jahr eine Gebühr von 120 Franken anfallen. 

Darum gehts

  • Der grüne Grossrat Thomas Baumann fordert eine Katzensteuer.

  • Einerseits sei es unverständlich, dass Katzenhalter gegenüber Hundehaltern steuerlich bevorzugt werden.

  • Anderseits soll dadurch die Umwelt geschützt und die oftmals planlosen Anschaffungen von Katzen verhindert werden. 

  • Alleine im Kanton Aargau könnte diese Steuer Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe generieren.

  • Eine ähnliche Initiative wurde 2016 abgelehnt. Laut der Schweizer Vereinigung für Katzenfreunde treffe diese Steuer gerade jene, die ein Büsi besonders nötig hätten. 

Warum gibt es eine Hundesteuer, aber keine Katzenabgabe? Diese Frage warf der Grünen-Grossrat Thomas Baumann am Dienstag im Aargauer Grossen Rat auf. Für ihn sei unverständlich, weshalb Katzenhalter steuerlich bevorteilt und Hundehalter ungleich behandelt werden.

Wie er gegenüber der «Aargauer Zeitung» erklärte, sei es zwar unbestritten, dass Katzen zur psychischen Gesundheit ihrer Besitzerinnen und Besitzer beitrügen– «aber sie verursachen auch Kosten, diese werden zurzeit vollständig von der Allgemeinheit getragen». Diese entstünden etwa durch die negativen Auswirkungen, welche Katzen auf die Umwelt haben, weil sie zahlreiche Vögel, Reptilien und Amphibien fressen. 

Katzen werden unüberlegt angeschafft

Zudem kritisiert Baumann, dass Besitzerinnen und Besitzer eine Katze oftmals unüberlegt anschaffen und für diese zu wenig Verantwortung übernehmen würden. «Viele lassen ihre Katze nicht kastrieren, das führt zu einer grossen Vermehrung, was wiederum negative Folgen für die Artenvielfalt im betroffenen Gebiet haben kann.» Mit einer Abgabe würde sich dies ändern. 

Deshalb plane er nun den Vorstoss für eine Katzensteuer im Kantonsparlament. Laut Baumann wäre diese einfach umsetzbar, weil die meisten Katzen sowieso gechipt und dadurch registriert seien. «Wenn alle gechipten Katzen steuerpflichtig würden, wäre dies eine einfache, unbürokratische Lösung.» 

Kantonale Steuereinnahmen von rund 16 Millionen Franken möglich

Konkret soll die Katzensteuer in gleicher Höhe wie die Hundetaxe ausfallen, nämlich derzeit 120 Franken pro Tier pro Jahr. Der Aargauer Regierungsrat schätzte vor zwei Jahren den Katzenbestand im Kanton auf rund 136’000 Tiere. Dies entspräche umgerechnet jährlichen Steuereinnahmen von rund 16 Millionen Franken. Zum Vergleich: Mit rund 41’000 Hunden wurden im letzten Jahr rund fünf Millionen Franken eingenommen. 

Sollte sich eine Katzensteuer schweizweit durchsetzen, könnten auf 1’853’000 Katzen rund 170 Millionen Franken an Bund und Kantone fallen. Bei der Hundesteuer waren es 2022 rund 50 Millionen Franken. 

Ähnliche Initiative 2016 abgelehnt

Eine ähnliche Initiative zur Besteuerung von Katzenhaltern wurde 2016 abgelehnt. Damals betonte die Schweizer Vereinigung der Katzenfreunde, dass eine solche Steuer besonders ältere und wenige Vermögende härter treffen würde, die «das Büsi besonders nötig haben», da sie häufiger sozial isoliert sind. 

Wie viele Katzen haltest du?

Ich habe mehr als fünf Katzen. Ich habe zwischen drei und fünf Katzen. Ich besitze zwei Katzen. Ich halte eine einzelne Katze.Ich habe keine Katze.Katzen mag ich nicht.Keine Angabe. 

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