July 13, 2024

Umweltjournalisten werden immer öfter Opfer von Gewalt. Auch von staatlichen Akteuren. Jetzt schlägt die Unesco Alarm – und fordert Massnahmen.
Gewalt an Journalisten

Das Wichtigste in Kürze

  • Gewalttätige Angriffe auf Umweltjournalisten nehmen zu, so ein Unesco-Bericht.
  • Für viele der Vorfälle sind staatliche Akteure verantwortlich.
  • Nun fordert die UN-Organisation mehr Schutz.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von der Weltkulturorganisation der Vereinten Nationen (Unesco) zeigt eine alarmierende Zunahme der Gewalt gegen Umweltjournalisten. Seit 2009 wurden mehr als 70 Prozent dieser Berufsgruppe aufgrund ihrer Arbeit angegriffen, so die UN-Organisation. Allein in den letzten fünf Jahren wurden 111 Vorfälle gemeldet. Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den 61 zwischen 2014 und 2018 sowie den 45 zwischen 2009 und 2013.

Über die letzten 15 Jahre wurden 749 Umweltjournalisten sogar Opfer von Angriffen. Brisant: Staatliche Akteure waren für mindestens die Hälfte davon verantwortlich. Physische Gewalt – einschliesslich Übergriffe, willkürliche Inhaftierungen, Mordversuche und Entführungen – war die häufigste Form.

44 Journalisten, die über die Klimakrise berichten, wurden zwischen 2009 und 2023 ermordet. Die Dutzenden Mordfälle hatten jedoch nur fünf Verurteilungen zur Folge. Männliche Journalisten erlebten alle Arten von Angriffen häufiger als Frauen – Online-Aggressionen ausgenommen.

Gewalt ist ein globales Problem

Die Forschung wurde gemeinsam mit der Internationalen Föderation der Journalisten (IFJ) durchgeführt. Laut der IFJ wird das Feld des Umweltjournalismus immer gefährlicher.

Hauptgründe dafür sind die oft abgelegene Natur der Arbeit sowie die Themen, über die berichtet werden. Zum Beispiel: Die Vorgänge in Unternehmen für fossile Brennstoffe, Bergbau, Landraub oder Abholzung.


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Die Autoren des Berichts fordern die Regierungen auf, die Straflosigkeit für Angriffe auf Umweltjournalisten zu beenden. Weiter rufen sie zu verstärkter Sicherheitsschulung für Journalisten auf.

«Sie sind wichtige Akteure bei der Information der Gesellschaft über die verschiedenen Aspekte der Umweltkrise – einschliesslich des Klimawandels. Sie bekämpfen das brutale Ausmass an Fehlinformationen, die wir zu diesen Themen haben», sagt Hauptautor Guilherme Canela.

Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay führt aus: «Ohne verlässliche wissenschaftliche Informationen über die laufende Umweltkrise können wir sie nie überwinden. Und doch sind die Journalisten, auf die wir uns verlassen, weltweit unakzeptabel hohen Risiken ausgesetzt. Wir müssen unser Engagement für die Verteidigung der Meinungsfreiheit und den Schutz von Journalisten weltweit bekräftigen.»

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