February 25, 2024

Publiziert: 22.01.2024, 14:13Aktualisiert vor 52 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Iran vermutet hinter den Angriffen letztlich das Ziel, der israelischen Regierung im Gaza-Krieg eine «Verschnaufpause» zu verschaffen.

  • Das US-Militär hat zusammen mit dem britischen Militär und unterstützt von anderen Nationen 36 Ziele der proiranischen Huthi an 13 Orten in Jemen attackiert.

  • Huthi drohen Konsequenzen an.

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Diese zehn Karten erklären den Nahost­konflikt

Alle Artikel zu Nahost: News und Hintergründe in der Übersicht

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16:36 UhrBericht: Israels Armee will auch nach Rafah vorstossen

Die israelische Armee will ihre Kämpfe gegen die islamistische Hamas einem Medienbericht zufolge in den südlichsten Teil des Gazastreifens ausweiten. Das Militär werde auch die Hamas-Brigade in Rafah erreichen und auflösen, so wie derzeit mit den Hamas-Bataillonen im Gebiet der südlichen Stadt Khan Younis verfahren werde, zitierte die Zeitung «Times of Israel» den israelischen Verteidigungsminister Yoav Galant. In Rafah und Umgebung sollen sich inzwischen mehr als 1,3 Millionen Menschen aufhalten – mehr als die Hälfte der rund 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens.

Sie suchen dort Schutz vor den Kämpfen. Das südliche Ende des abgeriegelten Küstengebiets, das mit der geteilten Stadt Rafah und dem gleichnamigen Grenzübergang an Ägypten grenzt, ist aber bislang ausser Reichweite der Bodentruppen.

Das «Wall Street Journal» hatte vor drei Wochen unter Berufung auf namentlich nicht genannte israelische und ägyptische Quellen berichtet, dass israelische Offizielle Ägypten über eine geplante Militäroperation entlang der Gaza-Seite der Grenze informiert hätten.

Den Grenzübergang Rafah kontrollieren ägyptische und palästinensische Beamte, wobei Letztere unter der Kontrolle der Hamas stehen. Der israelischen Führung ist dies ein Dorn im Auge. Sie vermutet, dass Tunnel, die unter der Grenze zwischen Ägypten und Gaza verlaufen, nach wie vor dem Schmuggel von Gütern und Waffen für die Hamas dienen. (DPA)

16:16 UhrIsraels Regierung streitet über Unterstützung durch die USA

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mit scharfen Worten den Vorwurf des rechtsextremen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir zurückgewiesen, die USA würden Israel im Krieg gegen die radikalislamische Hamas nicht voll unterstützen. »Wir schätzen die Unterstützung sehr, die wir von der Regierung Biden seit dem Ausbruch des Krieges bekommen haben», sagte Netanjahu am Sonntag am Rande einer Sitzung seines Kriegskabinetts in Tel Aviv.

Israels rechtsextremer Sicherheitsminister wünscht sich Donald Trump an die Macht: Itamar Ben Gvir bei einer Rede.

Zuvor hatte Ben Gvir dem «Wall Street Journal» gesagt, US-Präsident Joe Biden leiste Israel keine ausreichende Unterstützung. Stattdessen sei «Biden damit beschäftigt, (dem Gazastreifen) humanitäre Hilfe und Treibstoff zu liefern, die an die Hamas gehen». Mit Blick auf Ex-US-Präsident Donald Trump sagte Ben Gvir: «Wenn Trump an der Macht wäre, wäre das Verhalten der USA völlig anders.» Netanjahu wies diese Aussagen zurück. Er wisse, «wie ich unsere Beziehungen zu den USA und der internationalen Gemeinschaft lenke, während ich bei unseren nationalen Interessen standhaft bleibe», betonte der Regierungschef. «Wir treffen unsere eigenen Entscheidungen, auch in jenen Fällen, in denen es keine Übereinstimmung mit unseren amerikanischen Freunden gibt.»

Die USA sind Israels wichtigster internationaler Verbündeter und leisten jedes Jahr Milliarden Dollar an militärischer Unterstützung. In den vergangenen Wochen bestanden die USA jedoch auf einem besseren Schutz der Zivilisten im Gazastreifen und eine mögliche Schaffung eines palästinensischen Staates. Ben Gvirs Attacke gegen Biden erfolgte wenige Tage nach der Verhängung von US-Sanktionen gegen mehrere extremistische israelische Siedler im Westjordanland. Der rechtsextreme Minister für nationale Sicherheit lebt selbst in einer Siedlung. (AFP)

14:37 UhrPro-iranische Huthi-Miliz kündigt nach britischen und US-Angriffen Vergeltung an

Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach den jüngsten Angriffen der USA und Grossbritanniens Vergeltung angekündigt. Die Angriffe würden «nicht ohne Reaktion und Bestrafung bleiben», erklärte Miliz-Sprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X, vormals Twitter. Auch die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas verurteilte die Angriffe und warnte, diese würden für «weitere Unruhen» im Nahen Osten sorgen. Streitkräfte der USA und Grossbritanniens hatten am Samstag nach eigenen Angaben dutzende Ziele der Huthi-Miliz im Jemen beschossen.

Die Angriffe würden die Huthis «nicht davon abhalten», die Palästinenser im Gazastreifen «zu unterstützen», erklärte Saree weiter. Die im Gazastreifen herrschende Hamas bezeichnete ihrerseits die Bombardierung von Zielen der Huthi-Miliz als «eklatanten Angriff auf die Souveränität eines arabischen Bruderlandes und eine Eskalation, welche die Region in weitere Unruhen stürzen wird». (AFP)

12:50 UhrBritischer Flugzeugträger muss Teilnahme an Nato-Grossmanöver absagen

Der britische Flugzeugträger «HMS Queen Elizabeth» kann wegen eines technischen Problems nicht an der grössten Nato-Übung seit Jahrzehnten teilnehmen. Die Abfahrt wurde in letzter Minute gestoppt, wie die Royal Navy am Sonntag mitteilte. «Bei routinemässigen Kontrollen vor dem Auslaufen wurde gestern ein Problem mit einer Kupplung an der Steuerbord-Propellerwelle der «HMS Queen Elizabeth» festgestellt», sagte Vizeadmiral Andrew Burns der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. «Daher wird das Schiff am Sonntag nicht auslaufen.»

Noch am Freitag hatte die Navy mitgeteilt, die «Queen Elizabeth» werde am Sonntag auslaufen. Stattdessen soll nun das Schwesterschiff «HMS Prince of Wales» am Manöver teilnehmen. Die beiden Flugzeugträger wurden erst vor wenigen Jahren in Dienst gestellt. Nun gibt es bereits den zweiten grösseren Ausfall: Vor anderthalb Jahren musste die «Prince of Wales» ihre Fahrt zu gemeinsamen Übungen mit der US- und der kanadischen Marine wegen eines Schadens an der Propellerwelle nach wenigen Meilen auf Höhe der Isle of Wight vor Südengland abbrechen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in London sagte nun, es gebe keinen Zusammenhang zwischen den Problemen.

An dem Nato-Grossmanöver mit dem Namen Steadfast Defender (etwa: «Standhafter Verteidiger») sollen sich bis Ende Mai rund 90 000 Soldaten beteiligen. Szenario ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein russischer Angriff auf alliiertes Territorium, der zum Ausrufen des sogenannten Bündnisfalls nach Artikel 5 des Nato-Vertrags führt. Letzterer regelt die Beistandsverpflichtung in der Allianz und besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird. (DPA)

05:23 UhrDie Nacht auf Sonntag im Überblick

Vor dem Hintergrund des Gaza-Krieges gehen die USA mit verstärktem Druck gegen proiranische Milizen im Nahen Osten vor. Zusammen mit den Streitkräften Grossbritanniens griff die US-Luftwaffe in der Nacht zum Sonntag erneut Stellungen der Huthi im Jemen an. Mit Unterstützung weiterer Länder seien 36 Ziele an 13 Orten attackiert worden, teilte das US-Verteidigungsministerium in Washington mit.

Der Weltsicherheitsrat soll sich am Montag auf Betreiben Russlands mit den Vergeltungsschlägen beschäftigen. Moskau wirft Washington vor, gezielt eine Eskalation des Konflikts in Nahost herbeiführen zu wollen.

Huthi: Werden auf Eskalation mit Eskalation antworten

Die Milizen agieren aus Solidarität mit der islamistischen Hamas, die im Gazastreifen gegen die Armee des US-Verbündeten Israel kämpft. So nehmen die Huthi im Jemen seit Beginn des Gaza-Krieges vor fast vier Monaten immer wieder Handelsschiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer ins Visier. Das erklärte Ziel der USA und ihrer Verbündeten ist es, die militärischen Fähigkeiten der Huthi zu schwächen und so die für den Welthandel wichtige Schifffahrtsroute zu schützen. Es handle sich bei dem erneuten Schlag nicht um eine Eskalation, sagte der britische Verteidigungsminister Grant Shapps. Vielmehr sollten unschuldige Leben geschützt und die Freiheit der Schifffahrt bewahrt werden.

Die Huthi wollen ihre Attacken im Roten Meer jedoch fortsetzen. Die Bombardements «werden unsere Position nicht ändern», sagte Mohammed al-Buchaiti, Mitglied des Politbüros der militanten Huthi-Bewegung. «Wir werden auf Eskalation mit Eskalation antworten». Unterdessen feuerten die US-Streitkräfte am Sonntagmorgen erneut auf eine Antischiffsrakete der Huthi. Sie sei im Jemen zum Abschuss auf Schiffe im Roten Meer vorbereitet worden und habe eine unmittelbare Gefahr auch für US-Marineschiffe in der Region dargestellt, teilte das US-Zentralkommando auf der Plattform X mit.

Druck auf Israels Regierungschef Netanyahu wächst

Unterdessen haben in Israel Tausende Menschen bei Demonstrationen den Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erhöht, mehr für die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen zu tun. Seit nunmehr 120 Tagen befinden sich die noch mehr als 130 Geiseln in der Gewalt der Hamas. Netanjahu wird vorgeworfen, die Bemühungen um die Freilassung der Geiseln seinem eigenen politischen Überleben unterzuordnen. Netanyahu regiert zusammen mit ultra-rechten religiösen Parteien. Deren Führungsleute drohen mit der Sprengung der Regierungskoalition, sollte Netanyahu Zugeständnisse an die Hamas machen.

Hamas will sich bald zu möglicher Feuerpause äussern

Ein von den Vermittlern USA, Ägypten und Katar kürzlich in Paris ausgehandelter Vorschlag, der die stufenweise Freilassung der Geiseln im Gegenzug für eine längere Feuerpause sowie für die Freilassung palästinensischer Strafgefangener vorsieht, soll von Israels Verhandlungsführern akzeptiert worden sein. Der Rahmenentwurf liegt nun der Hamas zur Annahme vor. Man diskutiere den Entwurf derzeit noch und werde die eigene Position dazu «bald» bekannt geben, sagte Osama Hamdan, ein Vertreter der im Exil lebenden politischen Hamas-Führung in Beirut der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Sonntag. Ohne eine Waffenruhe werde es keine Freilassung von Geiseln geben, fügte Hamdan hinzu. (DPA)

Gestern, 23:20US-Militär und Partner greifen Huthi-Stellungen an

Das US-Militär hat gemeinsam mit internationalen Partnern Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen beschossen. Zusammen mit dem britischen Militär und unterstützt von anderen Nationen seien 36 Ziele der ebenfalls vom Iran unterstützten Huthi-Miliz an 13 Orten im Jemen attackiert worden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Samstagabend (Ortszeit) in Washington mit.

In einer gemeinsamen Stellungnahme der USA, Grossbritanniens sowie weiterer Staaten, darunter Australien, Kanada und Neuseeland, hiess es, bei den Zielen handele es sich um Waffenlager, Raketensysteme und Abschussvorrichtungen, Luftverteidigungssysteme und Radargeräte. Es ist der dritte gemeinsame britisch-amerikanische Militäreinsatz in den vergangenen Wochen gegen die Miliz.

«Diese Präzisionsangriffe zielen darauf ab, die Fähigkeiten, mit denen die Huthi den Welthandel und das Leben unschuldiger Seeleute bedrohen, zu stören und zu schwächen, und sind eine Reaktion auf eine Reihe illegaler, gefährlicher und destabilisierender Aktionen der Huthi», hiess es in der Mitteilung weiter. Erst wenige Stunden zuvor hatte das US-Regionalkommando Centcom mitgeteilt, das US-Militär habe erneut mehrere Drohnen und Raketen der Huthi im Jemen zerstört.(DPA)

Die USA haben Angriffe auf Huthi-Stellungen in der Hauptstadt Sanaa und anderen Städten durchgeführt.Gestern, 22:00US-Streitkräfte zerstören Raketen der Huthi-Miliz im Jemen

US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben erneut Raketen der von Teheran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen zerstört. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Central Command (Centcom) erklärte am Samstag im Onlinedienst X (vormals Twitter), sechs zum Abschuss auf Schiffe bereite Raketen zerstört zu haben. Sie hätten eine «unmittelbare Bedrohung» dargestellt. (AFP)

Gestern, 19:47Weltsicherheitsrat will sich wegen US-Militärschlägen treffen

Die US-Raketenschläge gegen proiranische Milizen in Syrien und im Irak sollen den Weltsicherheitsrat in New York beschäftigen. Ein Treffen des mächtigsten UN-Gremiums ist Diplomatenkreisen zufolge für Montag um 22:00 Uhr MEZ vorgesehen. Russland hatte die Sitzung angefragt und den USA vorgeworfen, mit den Luftschlägen gezielt eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten herbeiführen zu wollen. (DPA)

Gestern, 12:44Iran verurteilt US-Vergeltungsangriffe in Syrien und im Irak

Der Iran hat die US-Luftangriffe auf Dutzende Stellungen proiranischer Milizen im Irak und in Syrien scharf verurteilt. «Diese abenteuerlustigen Angriffe werden lediglich zu noch mehr Spannungen und Instabilität in der Region führen», sagte Aussenamtssprecher Nasser Kanaani am Samstag. Er warf den USA vor, damit israelische Kriegsverbrechen in Gaza vertuschen zu wollen. Dies sei eine «strategische Fehlkalkulation» der US-Regierung und werde Washington nur noch weiter in den Konflikt zwischen Israel und Palästina hereinziehen, sagte der Sprecher laut dem Webportal des Aussenministeriums.

Kritik kam auch aus dem Irak. Die Angriffe verletzten die Souveränität des Landes, mit unvorhersehbaren Konsequenzen für die ganze Region, sagte ein Sprecher der irakischen Streitkräfte.

Gestern, 11:50Laut Aktivisten und Regierung 34 Tote durch US-Angriffe

Bei den US-Luftangriffen auf Dutzende Ziele proiranischer Milizen im Irak und in Syrien sind laut Aktivisten und offiziellen Angaben mindestens 34 Menschen getötet worden. Unter den 16 Todesopfern im Irak seien auch Zivilisten, teilte ein Regierungssprecher in Bagdad am Samstag mit. Eine Zahl nannte er nicht. Zudem habe es 25 Verletzte gegeben sowie Schäden an Wohngebäuden und an Privatbesitz von Irakern. Der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London zufolge wurden nach Angaben aus der Nacht zum Samstag in Syrien zudem mindestens 18 Mitglieder proiranischer Milizen getötet. In beiden Ländern herrschte am Samstag eine angespannte Ruhe.

Das syrische Verteidigungsministerium erklärte, die Angriffe seien «ein Versuch, die Fähigkeiten der syrischen Armee und ihrer Alliierten beim Kampf gegen Terrorismus» zu schwächen. Die «US-Aggression» habe mehrere Zivilisten und Militärangehörige getötet und schwere Schäden verursacht, teilte das Ministerium der Staatsagentur Sana zufolge mit. In der vom US-Militär angegriffenen Gegend laufe der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), hiess es.

Nach Angaben der Regierung im Irak, wo rund 2500 US-Soldaten stationiert sind, gab es vorab keine Absprache zwischen Bagdad und Washington über die Angriffe. Solche Darstellungen seien «falsche Behauptungen, um die öffentliche internationale Meinung in die Irre zu führen und sich vor der rechtlichen Verantwortung zu drücken», teilte Regierungssprecher Bassim al-Awaudi INA zufolge mit. Er sprach von einer «neuen Aggression der US-Regierung auf die Unversehrtheit des Irak». Dies werde die Sicherheit des Iraks und der Region an den Rand des Abgrunds treiben.

Gestern, 11:40EU-Chefdiplomat warnt nach US-Angriffen vor Eskalation im Nahen Osten

Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell hat nach den US-Vergeltungsschlägen gegen proiranische Milizen im Irak und in Syrien vor einer weiteren Zuspitzung der Spannungen gewarnt. Der Nahe Osten sei ein «Kessel, der explodieren» könne, sagte der Spanier am Samstag am Rande eines informellen EU-Aussenministertreffens in Brüssel. Man rufe alle Beteiligten auf, sich darum zu bemühen, eine Eskalation zu vermeiden.

Josep Borrell

Knapp eine Woche nach einem tödlichen Angriff proiranischer Milizen auf US-Soldaten in Jordanien hatte die US-Luftwaffen in der Nacht zum Samstag Dutzende Ziele im Iran und in Syrien angegriffen. Darunter waren offiziellen Angaben zufolge Kommandozentralen, Geheimdienststandorte und Waffenlager, die von iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und mit ihnen verbundenen Milizen genutzt worden sein sollen.

Aus dem Kreis der Aussenministerinnen und Aussenminister der EU-Staaten gab es unterdessen unterschiedliche Kommentare zu den jüngsten Entwicklungen. «Wir haben in den letzten Wochen Angriffe auf US-Stützpunkte gesehen, wo auch US-Staatsangehörige ums Leben gekommen sind. Das war unverantwortlich», sagte etwa die deutsche Europastaatsministerin Anna Lührmann bei dem EU-Treffen in Brüssel. Die USA reagierten auf diese Angriffe, um zu verhindern, dass diese sich wiederholen und hätten klargestellt, dass sie keine Eskalation im Nahen Osten wollten. Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) liess sich bei den Beratungen aus Termingründen von Staatsministerin Lührmann vertreten.

Die belgische Aussenministerin Hadja Lahbib äusserte sich hingegen deutlich kritischer. Sie sagte, es gebe nun das echte Risiko, dass sich die Nahost-Krise ausweite. Der polnische Aussenminister Radoslaw Sikorski hingegen erklärte: «Irans Stellvertreter spielen seit Monaten und Jahren mit dem Feuer – und jetzt verbrennt es sie.»

Gestern, 10:10Israels Armee: Wieder Dutzende Hamas-Kämpfer im Gazastreifen getötet

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben seine Angriffe gegen Ziele der Hamas im Gazastreifen fortgesetzt. Dabei seien in den letzten 24 Stunden Dutzende Kämpfer der islamistischen Terrormiliz getötet worden, teilte die Armee am Samstagmorgen mit. Im Flüchtlingslager Al-Schati im Nordteil des Küstenstreifens entdeckte das Militär eine Gruppe Kämpfer, die Waffen transportieren wollten. Der Trupp sei durch einen gezielten Luftschlag ausgeschaltet worden. Die Angaben des Militärs liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Kämpfe in dem abgeriegelten Küstenstreifen konzentrierten sich weiter auf die südliche Stadt Chan Junis. Eine Gruppe von Kämpfern feuerte eine Panzerabwehrgranate auf ein Armeefahrzeug ab, wie die Armee erklärte. Die israelischen Soldaten erwiderten demnach das Feuer und töteten die drei Angreifer. An einer anderen Stelle hätten israelische Soldaten ein Gebäude gestürmt, in dem sie Waffen und Tauchausrüstungen der Hamas gefunden hätten. Israelische Kampfjets bombardierten darüber hinaus eine Hamas-Kommandozentrale, die mit einem Tunneleingang und einem Waffenlager verbunden war, wie das Militär weiter erklärte. Auch diese Angaben zum Kriegsverlauf liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Auslöser des Gaza-Kriegs war ein beispielloses Massaker, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zu Gaza verübt hatten. Auf israelischer Seite wurden dabei mehr als 1200 Menschen getötet.

Gestern, 05:55Die Nacht auf Samstag im Überblick

Die USA haben den tödlichen Angriff proiranischer Milizen auf amerikanische Soldaten in Jordanien mit einem umfassenden Gegenschlag auf Ziele im Irak und in Syrien beantwortet. Die US-Luftwaffe beschoss in der Nacht zum Samstag nach eigenen Angaben mehr als 85 Ziele, darunter Kommandozentralen, Geheimdienststandorte und Waffenlager, die von iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und mit ihnen verbundenen Milizen genutzt würden, wie das US-Regionalkommando Centcom in Washington mitteilte. Der Irak übte umgehend scharfe Kritik. Die Angriffe verletzten die Souveränität des Iraks, mit unvorhersehbaren Konsequenzen für die ganze Region, sagte der Sprecher des Oberbefehlshabers der irakischen Streitkräfte in einer im Fernsehen verbreiteten Erklärung.

Biden: Dies ist erst der Anfang

Die Luftangriffe seien erst der Anfang, es würden weitere Militäraktionen folgen, kündigte US-Präsident Joe Biden an. Er betonte aber zugleich, die USA wollten keinen neuen Konflikt im Nahen Osten. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London berichtete, mindestens 18 Mitglieder proiranischer Milizen seien bei den US-Luftangriffen in Syrien getötet worden. Lokale Medien berichteten auch über mehrere Todesopfer sowie Verletzte im Irak, darunter sollen sich Milizionäre wie auch Zivilisten befunden haben. Die Angriffe der USA stellten eine Bedrohung dar, «die den Irak und die Region in unvorhersehbare Konsequenzen hineinziehen wird, und ihre Folgen werden für die Sicherheit und Stabilität im Irak und in der Region schrecklich sein», warnte der irakische Militärsprecher.

Blinken erneut in Nahost

US-Aussenminister Antony Blinken bricht unterdessen erneut zu Krisengesprächen im Nahen Osten auf. Blinken wolle seine diplomatischen Bemühungen in der Region fortsetzen, um ein Abkommen über eine erneute humanitäre Feuerpause im Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas und die Freilassung aller noch in dem abgeriegelten Küstengebiet festgehaltenen Geiseln zu erreichen, sagte ein Sprecher. Blinken werde zudem weiter daran arbeiten, eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern und eine Regelung zu schaffen, die eine dauerhafte Sicherheit für Israelis und Palästinenser gleichermassen biete, hiess es.

Wieder Beschuss an Israels Grenze zum Libanon

Unterdessen gab es auch an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon erneut gegenseitigen Beschuss. Wie das israelische Militär am Freitagabend mitteilte, hätten Kampfflugzeuge eine militärische Anlage der ebenfalls vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Süden des Libanons angegriffen. Zuvor seien von dort Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden. Seit Beginn des Gaza-Kriegs kommt es in der Grenzregion fast täglich zu Schusswechseln zwischen der mit der Hamas verbündeten Hisbollah und Israels Militär.

Weiter keine Einigung auf Feuerpause im Gaza-Krieg

Unterdessen zeichnet sich in den laufenden Verhandlungen über eine erneute Feuerpause und Freilassung weiterer Geiseln weiterhin keine Einigung ab. Die Gespräche würden unter anderem durch Uneinigkeit innerhalb der Führung der islamistischen Hamas erschwert, berichtete das «Wall Street Journal» in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Demnach sei der Hamas-Anführer im Gazastreifen, Yahya Sinwar, inzwischen bereit, einen Vorschlag für eine anfänglich sechswöchige Feuerpause zu akzeptieren. Die im Exil lebende politische Hamas-Führung fordere dagegen mehr Zugeständnisse und wolle eine dauerhafte Waffenruhe aushandeln, berichtete die Zeitung.

Die Geheimdienstchefs der USA, Israels, Ägyptens und Katars hatten Medienberichten zufolge kürzlich in Paris einen Entwurf für ein mögliches Abkommen ausgehandelt, der eine zunächst sechswöchige Feuerpause und eine schrittweise Freilassung von im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln im Austausch gegen palästinensische Gefangene vorsehe. Auch Israels Kriegskabinett hat den Vorschlag bisher nicht abgesegnet. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte deutlich gemacht, man werde den Krieg nicht beenden, die Truppen nicht abziehen und für einen Geisel-Deal nicht «Tausende Terroristen» freilassen. Schätzungen zufolge befinden sich noch mehr als 130 Geiseln in Gaza. Angehörige in Israel drängen Netanyahu massiv, einen neuen Deal zur Freilassung der Entführten auszuhandeln. (DPA)

Gestern, 04:00Blinken reist erneut in den Nahen Osten

US-Aussenminister Antony Blinken wird erneut zu Krisengesprächen im Nahen Osten erwartet. Er werde von diesem Samstag bis zum 8. Februar Saudi-Arabien, Ägypten, Katar, Israel und das Westjordanland besuchen, teilte der Sprecher des Ministeriums, Matthew Miller, am Freitag in Washington mit. Blinkens fünfte Nahostreise seit Beginn des Gaza-Krieges vor fast vier Monaten erfolgt im Anschluss an den umfassenden US-Militärschlag auf Ziele im Irak und in Syrien.

Blinken will seine diplomatischen Bemühungen fortsetzen, um ein Abkommen über eine erneute Feuerpause im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas und die Freilassung aller noch in Gaza festgehaltenen Geiseln zu erreichen, wie Miller sagte. Eine solche Feuerpause solle eine dauerhafte und verstärkte humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in Gaza ermöglichen. Blinken werde zudem weiter daran arbeiten, eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern. Zudem wolle er die Gespräche mit den Partnern darüber fortsetzen, wie eine friedliche Regelung in der Region geschaffen werden könne, die eine dauerhafte Sicherheit für Israelis und Palästinenser gleichermassen biete, hiess es. (DPA)

Gestern, 01:58Irak übt scharfe Kritik

Der Irak hat mit scharfer Kritik auf die US-Militärschläge in dem Land reagiert. Die Angriffe verletzten Iraks Souveränität, mit unvorhersehbaren Konsequenzen, sagte der Sprecher des Oberbefehlshabers der irakischen Streitkräfte in der Nacht zum Samstag in einer im Fernsehen verbreiteten Erklärung. Die USA hatten kurz zuvor in Reaktion auf den tödlichen Angriff proiranischer Milizen in Jordanien nach eigenen Angaben mehr als 85 Ziele im Irak sowie in Syrien aus der Luft angegriffen. Darunter seien Kommandozentralen, Geheimdienststandorte und Waffenlager, die von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und mit ihnen verbundenen Milizen genutzt würden, hiess es.

Die US-Angriffe stellten eine Bedrohung dar, «die den Irak und die Region in unvorhersehbare Konsequenzen hineinziehen wird, und ihre Folgen werden für die Sicherheit und Stabilität im Irak und in der Region schrecklich sein», warnte der irakische Militärsprecher. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London berichtete, dass mindestens 18 Mitglieder proiranischer Milizen bei den Luftangriffen in Syrien getötet wurden. (DPA)

02.02.2024, 23:32Biden stellt weitere Militärschläge im Nahen Osten in Aussicht

Nach den Vergeltungsschlägen des US-Militärs gegen Dutzende Stellungen proiranischer Milizen im Irak und Syrien hat Präsident Joe Biden weitere Militäraktionen im Nahen Osten in Aussicht gestellt. «Unsere Reaktion hat heute begonnen. Sie wird fortgesetzt zu Zeiten und an Orten unserer Wahl», erklärte Biden am Freitag (Ortszeit) in einer schriftlichen Stellungnahme. «Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt im Nahen Osten oder irgendwo sonst auf der Welt an», betonte er. «Aber all jene, die uns Schaden zufügen wollen, sollen Folgendes wissen: Wenn Sie einem Amerikaner Schaden zufügen, werden wir darauf reagieren.»

Am vergangenen Sonntag waren bei einem Drohnenangriff proiranischer Milizen in Jordanien in der Nähe der syrischen Grenze drei US-Soldaten getötet worden. Zahlreiche weitere Soldaten wurden verletzt. Am Freitag (Ortszeit) reagierte das US-Militär nach eigenen Angaben mit Luftschlägen auf mehr als 85 Ziele im Irak und Syrien. Unter anderem seien Kommandozentralen, Geheimdienststandorte und Waffenlager beschossen worden, die von iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und mit ihnen verbundenen Milizen genutzt würden, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Biden hatte vorab Vergeltung für die tödliche Attacke auf die US-Soldaten angekündigt. (DPA)

02.02.2024, 23:20Mehr als 85 Ziele in Syrien und im Irak angegriffen

Als Reaktion auf den tödlichen Angriff proiranischer Milizen auf amerikanische Soldaten im Nahen Osten hat das US-Militär nach eigenen Angaben mehr als 85 Ziele in Syrien und im Irak angegriffen. Aus der Luft seien unter anderem Kommandozentralen, Geheimdienststandorte und Waffenlager beschossen worden, die von iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und mit ihnen verbundenen Milizen genutzt würden, teilte das US-Regionalkommando Centcom am Freitag (Ortszeit) mit. (DPA)

02.02.2024, 22:32Medien: US-Luftangriffe auf Ziele im Nahen Osten

Das US-Militär hat nach dem tödlichen Angriff proiranischer Milizen in Jordanien mit Gegenschlägen auf Ziele im Irak und in Syrien reagiert. Dies berichteten am Freitag (Ortszeit) mehrere US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, darunter die Sender CNN und Fox News.

Am Sonntag waren bei einem Drohnenangriff proiranischer Milizen in Jordanien in der Nähe der syrischen Grenze drei US-Soldaten getötet worden. Zahlreiche weitere Soldaten wurden verletzt. Biden machte «radikale, vom Iran unterstützte militante Gruppen» für den Angriff verantwortlich und drohte mit Vergeltung. Am Mittwoch schrieb die US-Regierung die Attacke offiziell einer Gruppe mit dem Namen «Islamischer Widerstand im Irak» zu, die den Angriff zuvor bereits für sich reklamiert hatte.

Es handelt sich um eine Art Dachgruppe für proiranische Milizen im Irak, die seit den Terrorakten der islamistischen Hamas vom 7. Oktober in Israel gemeinsam unter diesem allgemeinen Namen auftreten. Dazu gehört die vom Iran unterstützte Kataib Hisbollah. Sie zählt zu den stärksten Milizen im Irak und fordert den Abzug der US-Truppen aus dem Land. Der Nordosten Jordaniens, wo sich die tödliche Attacke mit den US-Soldaten ereignete, grenzt sowohl an Syrien als auch an den Irak.

Für US-Präsident Biden ist das Vorgehen gegen die Milizen ein Drahtseilakt. Er will einerseits vermeiden, dass sein Land in einen regionalen Krieg im Nahen Osten hereingezogen wird. Andererseits will er Stärke zeigen und ein Ende der Angriffe erreichen. Gleichzeitig ist er in den USA unter Druck – einige Republikaner fordern aggressivere Gegenmassnahmen auf die Angriffe gegen das US-Militär. (DPA)

02.02.2024, 21:54Biden ehrt getötete US-Soldaten

Der amerikanische Präsident Joe Biden und seine Ehefrau Jill haben am Freitag den drei US-Soldaten die letzte Ehre erwiesen, die bei einem Drohnenangriff in Jordanien getötet wurden. Das Ehepaar Biden traf zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit Angehörige der beiden Soldatinnen und des Soldaten. Danach begann eine 15-minütige Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover im US-Staat Delaware.

Ein Geistlicher sprach ein kurzes Gebet, bevor Militärangehörige die drei mit Flaggen bedeckten Särge aus einem Transportflugzeug in ein bereitstehendes Fahrzeug brachten. Präsident Biden schaute zu, die rechte Hand auf sein Herz gelegt. Ebenfalls anwesend waren Verteidigungsminister Lloyd Austin und Generalstabschef Charles Brown. Die drei Soldaten waren laut Statistiken des Verteidigungsministeriums die ersten Militärangehörigen seit 2021, die durch feindliche Handlungen ums Leben kamen. Die USA haben vom Iran unterstützte Milizen für den Angriff vom vergangenen Sonntag verantwortlich gemacht und eine entschlossene Reaktion angekündigt. (DPA)

02.02.2024, 15:32Hamas-Behörde: Zahl der Toten in Gaza steigt auf über 27’100

Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Menschen ist seit Kriegsbeginn palästinensischen Angaben zufolge auf 27’131 gestiegen. Die Mehrheit von ihnen seien Frauen, Kinder oder Jugendliche gewesen, teilte die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Demnach wurden 66’287 weitere Menschen verletzt. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien 112 Palästinenser getötet und 148 verletzt worden.

Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die UN und andere Beobachter weisen aber darauf hin, dass sich die Angaben der Behörde in der Vergangenheit als insgesamt glaubwürdig herausgestellt hätten. (DPA)

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SDA/AFP/red