April 24, 2024

Im vergangenen Jahr verflog die EU-Kommission insgesamt 29 Flüge im Privatjet. 23 davon gingen auf das Konto von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Ursula von der Leyen

Das Wichtigste in Kürze

  • 23 Mal stieg EU-Chefin Ursula von der Leyen letztes Jahr in einen Privatjet.
  • Die Kommission kam insgesamt auf 29 Flüge, zeigt ein veröffentlichtes Papier.
  • Für die Deutsche gibt es wegen ihres Lufttaxi-Gebrauchs Kritik.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist im vergangenen Jahr 23 Mal mit einem Privatjet geflogen. Damit liegt sie bei den 27 EU-Kommissaren mit weitem Abstand vorne.

Die Kommission insgesamt kam 2023 nur auf 29 solcher Flüge, wie aus einem Papier hervorgeht. Dieses hatte der EU-Politiker und Linken-Vorsitzende Martin Schirdewan angefragt und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.


Ursula von der Leyen

Laut einem Verhaltenskodex für Kommissionsmitglieder sollen Privatflugzeuge nur in Ausnahmefällen genutzt werden. Zuvor hatte der «Spiegel» am Donnerstag berichtet.

Hohe Kritik an Ursula von der Leyen

Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell reiste in dem Zeitraum lediglich zweimal mit einem privaten Flugzeug, wie aus dem Papier hervorgeht. Von der Leyen reiste der Auflistung nach im Jahr 2023 unter anderem dreimal mit einem Privatflugzeug zwischen Brüssel und Strassburg. Es gibt Zugverbindungen, die für die Strecke unter fünf Stunden brauchen.

In dem Verhaltenskodex für Kommissionsmitglieder heisst es: «Alle Optionen, einschliesslich einer alternativen Terminplanung, sollten sorgfältig geprüft werden.» Das Lufttaxi sollte «nur als letzte Option» in Betracht kommen.

«Es ist eine Schande, dass die Kommissionspräsidentin angesichts der Klimakrise immer noch auf Privatflieger setzt», sagte Schirdewan dem «Spiegel». Für Kommissionsmitglieder und ihre Mitarbeiter solle Folgendes gelten: ein Verbot von Flügen zu Zielen, die mit dem Zug innerhalb von sechs Stunden zurückgelegt werden können. «Die Menschen mit wenig Geld zum Energiesparen aufrufen, aber selber im Privatjet von A nach B zu fliegen, ist dreist.»

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