May 28, 2024

Neuenhof führt ein Handy-Verbot an der Schule ein, bei den Schülern stösst dies auf Ablehnung. In Würenlos hingegen finden es die Kinder und Jugendlichen gut.
Schule

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schule in Würenlos verbietet Handys seit 15 Jahren.
  • Die Schüler finden es gut, es sei wie Freiheit.
  • Neuenhof zieht jetzt nach, die Jugendlichen sind nicht begeistert.

Es ist aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken, auch Kinder benutzen es oft: das Handy. Zu oft, findet nun die Schule im aargauischen Neuenhof: Seit zwei Wochen gilt deshalb ein Handyverbot, die Schülerinnen und Schüler müssen es abgeben.

Doch optimal funktioniert das System nicht, wie Realschullehrer Mark Eichenberger gegenüber SRF sagt: «Die Handybox bleibt manchmal relativ leer. Und das trotz der klar kommunizierten Regel.»


Handy

Nicht daran hält sich Jasmin: «Ich behalte das Handy oft, es merkt ja keiner.» Erst wenn sie dazu aufgefordert werde, gebe sie es ab. Auch Rinesa hält wenig vom Verbot: In der Oberstufe sei man alt genug, um zu wissen, wann man das Handy benutzen könne und wann nicht. Bei Primarschülern finde sie das Verbot nicht schlecht.

In Würenlos AG gibt es schon seit über 15 Jahren ein Handyverbot auf dem gesamten Schulareal. Dennoch sei es Teil der Schule und des Lehrplans, sagt Schulleiterin Mirjam Frey. Der Umgang mit dem Smartphone und sozialen Medien werde thematisiert. «Es ist nicht so, dass wir das Handy komplett aus dem Alltag verbannt hätten.»

Suchtprävention: Schüler in Regel-Prozess einbinden

Das Verbot kommt in Würenlos aber sehr gut an: «Es ist wie Freiheit, ohne Handy zu sein», sagt Selina aus der zweiten Sekundarstufe. Man sei sonst eh den ganzen Tag am Smartphone. Matteo nimmt sein Handy gar nicht mehr in die Schule mit, «es lenkt mich eigentlich nur ab». Und auch Julia befürwortet es, dass es ein Verbot gibt.

Durchaus sinnvoll findet auch die Aargauer Suchtprävention ein Handyverbot. Es sei aber wichtig, über die Regeln zu diskutieren, sagt Tim Rohr. Denn im Prozess dazu lernten Kinder und Jugendliche für ihre Bedürfnisse einzustehen, zu argumentieren und zu diskutieren. Und ein Verbot ohne Akzeptanz für Einwände würde schnell zu Heimlichkeiten führen.

In Neuenhof läuft die Probephase noch rund drei Monate lang. Anschliessend wird entschieden, ob die Schülerinnen und Schüler zumindest in den Pausen das Handy benutzen dürfen.

Die positiven Effekte des Verbots sehen auch die Schüler: «Wir reden oft zusammen und sind weniger am Handy», so Deniz. Das sei zwar gut, «aber mit dem Handy wäre es krasser».

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