July 25, 2024

Das stärkste Erdbeben seit 25 Jahren ereignete sich in der Nacht auf Mittwoch und hat in Hualin grosse Schäden verursacht (3. April 2024).

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Beim stärksten Erdbeben in Taiwan seit einem Vierteljahrhundert sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, mehr als 60 wurden verletzt. Das gab die nationale Feuerwehrbehörde am Mittwoch bekannt.

Das Beben in der ostasiatischen Inselrepublik hat teils immense Schäden an den Gebäuden verursacht. Die Behörden sprachen Stand Mittag (Ortszeit) von mehr als 900 Unfällen verschiedenster Art.

Die taiwanischen und japanischen Behörden gaben nach den Erdstössen am Mittwochmorgen Tsunamiwarnungen aus, die allerdings am frühen Morgen wieder aufgehoben wurden. Taiwans Wetterbehörde registrierte an der südöstlichen Küste der Insel Hualien in einer Tiefe von 15,5 Kilometern eine Bebenstärke von 7,2. Die Erdbebenwarte in den USA (USGS) gab eine Stärke von 7,4 in dem Gebiet an.

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Gebäude in Hualien wurden durch die heftigen Erdstösse laut lokalen Medienberichten teils schwer beschädigt. Auf Fotos war zu sehen, wie ein mehrstöckiges Haus einsackte und in Schieflage geriet. Laut Augenzeugen war das Beben auch in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh deutlich zu spüren. Der öffentliche Nahverkehr auf der Schiene wurden in mehreren grossen Städten der Insel mit mehr als 23 Millionen Einwohnern eingestellt. Auch der Schnellzugverkehr wurde unterbrochen.

Passagiere werden in Taipeh auf Bildschirmen über die Auswirkungen der Erdbeben informiert (3. April 2024).

Im nördlich gelegenen Neu-Taipeh stürzte ein Lagerhaus ein und verletzte dabei drei Menschen, wie mehrere Medien am Mittwoch berichteten. Auch aus anderen Teilen des Landes wurden Schäden gemeldet. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen und Premier Chen Chien-jen wurden am Vormittag in der zentralen Notfall-Leitstelle in Neu-Taipeh, das die Hauptstadt Taipeh umgibt, erwartet. Taiwans wichtiger Halbleiter-Hersteller TSMC hielt die Produktion an, wie die Behörde des Industrieparks der Stadt Hsinchu mitteilte. Die Firma evakuierte laut Berichten Arbeiter während des Bebens aus der Produktion. Gegenwärtig überprüfe die Firma den Zustand der Maschinen.

Philippinen und Japan heben Tsunamiwarnungen wieder auf

Japan und die Philippinen haben Tsunamiwarnungen Stunden nach dem schweren Erdbeben im benachbarten Taiwan wieder aufgehoben. Zuvor hatten kleinere Flutwellen die zum südjapanischen Urlauberparadies Okinawa gehörenden Inseln Yonaguni, Ishigaki und Miyako erreicht, wie die Meteorologische Behörde am Mittwoch bekannt gab. Sie hatte zunächst vor einem möglichen Tsunami von bis zu drei Metern gewarnt, dies aber später wieder zurückgenommen. Die Stärke des Erdbebens vor der Küste Taiwans gab sie mit 7,7 an.

Auch die Philippinen hoben am Vormittag nach mehreren Stunden eine Tsunamiwarnung für mehrere Provinzen wieder auf. Zuvor hatte das nationale Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) vor möglicherweise hohen Tsunami-Wellen gewarnt. Küstenbewohner dort und in Japan waren aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen.

Nach der Tsunami-Warnung war der Flugverkehr auf dem japanischen Flughafen Naha auf Okinawa vorübergehend ausgesetzt worden. Die Passagiere wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Stockwerke des Terminalgebäudes zu begeben, wie der Flughafenbetreiber mitteilte. Der Flughafen befindet sich an der Küste der Hauptinsel der Inselpräfektur. Die Bewohner wurden immer wieder über Lautsprecher aufgefordert, sich auf höher gelegene Gebiete zu begeben. Auf der Insel Yonaguni wurden die Bewohner in eine Schule gebracht. Das Inselreich Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.

China bietet Taiwan Unterstützung an

China hat Taiwan nach dem schweren Erdbeben mit zahlreichen Schäden und Verletzten Hilfe angeboten. Die Behörden in China seien über die Lage sehr besorgt, sagte die Sprecherin des chinesischen Büros für Taiwan-Angelegenheiten, Zhu Fenglian, am Mittwoch in Peking. Das Festland beobachte die Situation und sei bereit, Katastrophenhilfe anzubieten.

Ob Taiwan die Hilfe Chinas annehmen wird, blieb zunächst offen. Zwischen den beiden Staaten gibt es immer wieder Spannungen, weil Peking die Insel zum Gebiet Chinas zählt, obwohl in Taiwan seit Jahrzehnten eine unabhängige und demokratisch gewählte Regierung an der Macht ist.

Erinnerung an das Erdbeben von 1999

In Japan löste die Erschütterung vor Taiwan eine Warnung vor einem drei Meter hohen Tsunami für nahe gelegene Inseln der südwestjapanischen Präfektur Okinawa aus. Die Bewohner der betroffenen Inseln wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Zuletzt wurde Taiwan im September 1999 von einem Beben der Stärke 7,3 getroffen. Damals kamen mehr als 2400 Menschen ums Leben. Taiwan liegt in einer erdbebengefährdeten Zone auf der Grenze der eurasischen Platte und der philippinischen Meeresplatte.

DPA/wy

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