May 26, 2024

Die Stt Solothurn zieht den bereits bewilligten Nachtragskredit von 75’000 Franken für die Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft BSG zurück.bsg

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen.
  • Trotzdem hat Solothurn nun eine Geldspritze von 75’000 Franken zurückgezogen.

Die Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft (BSG) ist bekannt für ihre malerischen Fahrten auf der Aare. Jährlich erfreuen sich rund 35’000 Passagiere an dieser Erfahrung. Doch trotz ihrer Beliebtheit steckt die BSG in finanziellen Schwierigkeiten und hat ihre Reserven aufgebraucht.

Im Sommer bat sie um finanzielle Unterstützung von ihren Hauptaktionären – den Städten Biel und Solothurn sowie dem Kanton Bern. Solothurn reagierte schnell mit einem Nachtragskredit von 25’000 Franken und auch der Regierungsrat genehmigte einen Zustupf von 50’000 Franken.

Die Stt Biel verzichtete auf eine baldige Rückzahlung eines unverzinslichen Darlehens von 240’000 Franken, wie die «Solothurner Zeitung» schreibt.

Berner Regierung hält Geld zurück

Aber nicht alle waren so bereitwillig zu helfen: Der Kanton Bern entschied sich gegen eine sofortige finanzielle Unterstützung für die BSG. Dies führte dazu, dass auch Solothurn seine Zahlung einstellte.

«Die finanzielle Lage der BSG hat sich nach einem super Sommergeschäft entspannt», erklärt Christoph Neuhaus, Verkehrsdirektor des Kantons Bern. «Geld auf Vorrat verteilen wir nicht». Er betont weiterhin, dass es um Steuergelder geht und der Kanton Bern nur zu einem geringen Prozentsatz als Aktionär beteiligt ist.

Die BSG in der Krise

Wie kam es zu dieser finanziellen Notlage? Die BSG musste nach den lang anhaltenden Hochwassern im Jahr 2021 hohe Kosten tragen. Ihre Versicherung kündigte nach fast 20 Jahren die Unterstützung bei weiteren Betriebsausfällen. Hinzu kamen Mindereinnahmen durch die Corona-Pandemie und steigende Betriebs- und Energiekosten.

«Wäre das Hochwasser im Sommer gekommen, wäre das eine Katastrophe gewesen», sagt Thomas Mühlethaler, Geschäftsleiter der Schifffahrtsgesellschaft, gegenüber der «Solothurner Zeitung».

Zukunftsaussichten für die BSG

Trotz des Neins aus Bern zeigen sich Biel und Solothurn bereit, bei Bedarf erneut Unterstützung zu leisten. «Würde die Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft erneut in eine Notsituation geraten, müssten wir den Kredit wieder neu beantragen», sagt Stefanie Ingold, Sttpräsidentin von Solothurn.

Auch Christoph Neuhaus betont: «Aufgeschoben heisst nicht aufgehoben». Er versichert, dass er als ehemaliger Seeländer die Romandie sicher nicht untergehen lassen wird.