June 22, 2024

Auch bei der Station Hirzbrunnen/Claraspital wurde die Kante zu hoch gebaut. Und auch hier zieht sich der Kanton aus der Verantwortung.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Umbau der Tramhaltestelle Feldbergstrasse im Kleinbasel kam es zu Pfusch.
  • Auch bei der Station Hirzbrunnen/Claraspital gab es Probleme mit der Kante.
  • Der Kanton sieht sich nicht in der Verantwortung. Die Bauunternehmen seien schuld.

Er habe laut lachen müssen, als er den Bericht von «OnlineReports» über die Probleme beim Umbau der Kleinbasler Tramhaltestelle Feldbergstrasse gelesen hat, erzählt David Frey am Telefon.

Er ist Präsident des Neutralen Quartiervereins Hirzbrunnen. «Ich hatte ein Déjà-vu!», ruft er und muss erneut lachen. Obwohl ihm eigentlich nicht danach zumute ist.

Der Pfusch bei der Station Feldbergstrasse ist kein Einzelfall. Auch beim Umbau der Tramhaltestelle Hirzbrunnen/Claraspital gab es Probleme. In der Ausgabe der Quartierzeitung «Quart» vom vergangenen Mai beschreibt Frey, wie sich «nicht weniger als sieben Behördenvertreter und Baustellenverantwortliche» für einen Austausch vor Ort trafen, um die Situation anzuschauen.


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In einem «nicht immer konstruktiven Gespräch» hätten bei der Baustellenorganisation schliesslich doch einige Verbesserungen erreicht werden können. Es dürfe aber schon die Frage gestellt werden, wie praxisorientiert der Umbau der Tramhaltestelle geplant und umgesetzt worden sei, heisst es weiter im Zeitungsbericht.

Strasse musste nochmals aufgerissen werden

Nach Abschluss der Bauarbeiten stellten Quartierbewohnerinnen und -bewohner fest, dass der Übergang von der Haltekante auf den Fussgängerstreifen über die Riehenstrasse zu steil war. Darauf hätten fachkundige Mitglieder des Quartiervereins die Neigung nachgemessen und seien zum selben Schluss gekommen, erzählt Frey. «Nur zähneknirschend» habe das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) den Fehler eingestanden und schliesslich behoben.

Auf Anfrage von «OnlineReports» bestätigt das BVD, dass die Haltekante der Tramhaltestelle Hirzbrunnen auf der gesamten Länge von 45 Metern erhöht wurde. Geplant war die Erhöhung jedoch nur auf 39 Metern.

Dieses «Versehen» sei aber innert dreier Tage und noch während der gleichzeitigen Erneuerungsarbeiten der Nebenfahrbahn entlang der Riehenstrasse korrigiert worden, sagt Sprecher Daniel Hofer. Dafür musste die Strasse nochmals aufgerissen werden.

Wie schon bei der Feldbergstrasse zieht sich der Kanton auch in diesem Fall aus der Verantwortung. Schuld sei hier ebenfalls ein externes Bauunternehmen. Es handle sich aber nicht um denselben Betrieb – und auch bei der internen Projekt- sowie der externen Bauleitung seien andere Personen involviert gewesen. Die Kosten für den Mehraufwand gingen zulasten des Baugeschäfts.

Die Justierung brachte für die Bewohner des Hirzbrunnen-Quartiers aber keine Verbesserung. «Danach ist es sogar noch schlimmer geworden», sagt Frey. Nun könnten die Fahrgäste bei den hinteren beiden Türen der Tramzüge nicht mehr durchgehend ebenerdig ein- und aussteigen – zudem seien die Gehwege nun länger. «Es ist frustrierend, dass eine Haltestelle nach der Sanierung weniger Komfort bietet als vorher.»

Beim Quartierverein seien deswegen einige Beschwerden eingegangen, etwa von Grosseltern, die mit ihren Enkeln und dem Kinderwagen unterwegs sind. Wegen des Claraspitals in unmittelbarer Nähe werde die Haltestelle Hirzbrunnen auch oft von älteren Menschen genutzt. Und diese hätten Mühe, aus dem Tram auszusteigen. «Von wegen barrierefrei!»

Kanton will Haltestelle nicht verschieben

Die Haltekante der Tramhaltestelle könne nicht durchgehend erhöht werden, weil dort ein Fussgängerstreifen mündet und der Rand des Perrons abgesenkt sein müsse, erklärt der BVD-Sprecher Hofer. Ausserdem seien die Pläne öffentlich aufgelegt worden. «Das Projekt wurde rechtskräftig bewilligt», betont er. Oder anders gesagt: Die Reklamationen kommen zu spät.

Allerdings hatte der Quartierverein vorgeschlagen, die Haltestelle um rund 20 Meter in Richtung Eglisee zu verschieben. «Das wäre eine unkomplizierte Lösung gewesen», sagt Frey. Das BVD ging aber nicht darauf ein.

Eine Verschiebung würde die Hauptfahrbahn der Riehenstrasse zu stark verschmälern, begründet Hofer. Um dies zu verhindern, müssten die Bäume entlang der Strasse gefällt werden.

Immerhin scheint bei der Sanierung der Tramhaltestelle Eglisee alles nach Plan verlaufen zu sein – zumindest was die Haltekante betrifft.

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Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst im Basler Newsportal «OnlineReports» publiziert.

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