May 28, 2024

«Nevada ist und war nicht unser Fokus», lässt Nikki Haleys Wahlkampfmanagerin verlauten. Die republikanische Präsidentschaftskandidatin während einer Wahlkampfrede in Charleston, South Carolina.

Die US-Präsidentschaftsanwärterin Nikki Haley hat im Rennen um die Nominierung als Spitzenkandidatin der Republikaner eine unbedeutende, aber für sie peinliche Niederlage erlitten. Bei einer Vorwahl am Dienstag im Bundesstaat Nevada schaffte sie es nicht, die meisten Stimmen zu gewinnen – obwohl ihr Rivale Donald Trump auf dem Wahlzettel fehlte. Stattdessen machte eine Mehrzahl der Wähler das Kreuz bei der Option «keiner dieser Kandidaten».

Für den Ausgang der Kandidatenkür der Republikaner spielt die Abstimmung keine Rolle. Die Partei hält am morgigen Donnerstag eine eigene Vorwahlversammlung für Nevada ab, einen sogenannten Caucus, bei dem Trump, nicht aber Haley auf dem Stimmzettel aufgeführt wird. Haley hingegen trat bei einer vom Bundesstaat organisierten Vorwahl an, einer sogenannten Primary. Die entscheidenden Stimmen der Delegierten werden aber nur bei der Wahlversammlung am Donnerstag vergeben.

Hintergrund ist Widerstand der republikanischen Partei gegen ein neues Gesetz in Nevada, das dort eine staatlich organisierte Vorwahl vorschreibt. Die Republikaner beharrten darauf, wie in den vergangenen Jahren per Wahlversammlung über die Stimmenvergabe zu entscheiden.

Haley hatte im Vorfeld erklärt, sie werde nur in Staaten auftreten, die «fair» seien. Sie wolle in Nevada keinen Wahlkampf betreiben. Ihr Team weigerte sich, eine Gebühr in Höhe von 55’000 Dollar zu zahlen, die die Partei für die Teilnahme an der Vorwahlversammlung verlangt hätte. «Wir haben früh entschieden, dass wir keine 55’000 Dollar an eine Trump-Organisation zahlen werden, um an einem Prozess teilzunehmen, der für Trump manipuliert ist», hatte Haleys Wahlkampfmanagerin Betsy Ankney am Montag Reportern gesagt. «Nevada ist und war nicht unser Fokus.»

US-Präsidentschaftswahlen 2024

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US-Wahlen 2024 – Die wichtigsten Termine

5. März 2024 – der Super Tuesday: An diesem Dienstag finden in 16 Bundesstaaten Vorwahlen statt. Höchstwahrscheinlich werden sich die Republikaner für Donald Trump als ihren Kandidaten entscheiden.

15. bis 18. Juli: Die republikanischen Delegierten treffen sich in Milwaukee, Wisconsin. Auf dem Parteitag werden sowohl der republikanische Präsidentschaftskandidat als auch der Vizepräsidentschaftskandidat von den Delegierten offiziell gewählt, das Wahlprogramm verabschiedet und der Wahlkampf für die General Election eingeläutet.

19. bis 22. August: Die Demokraten treffen sich in Chicago, Illinois. Dabei geht es auch darum, die Reihen hinter dem Kandidatenduo Joe Biden und Kamala Harris zu schliessen.

2. September: Die heisse Phase des Wahlkampfs beginnt mit dem Labour Day. Höhepunkte sind traditionell die vier TV-Debatten, drei zwischen den Präsidentschaftskandidaten, eine zwischen den Vizes. Ob sie auch in diesem Jahr stattfinden werden, ist Gegenstand eifriger Spekulationen. Vorerst aber sind folgende TV-Duelle geplant:

  • 16. September: Erste TV-Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten in San Marcos, Texas

  • 25. September: TV-Debatte zwischen den Vize-Kandidaten in Easton, Pennsylvania

  • 1. Oktober: Zweite TV-Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten in Petersburg, Virginia

  • 9. Oktober: Dritte TV-Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten in Salt Lake City, Utah

5. November: Der Wahltag. Insgesamt sind 538 Elektorenstimmen zu vergeben, wer 270 davon holt, ist Präsident der Vereinigten Staaten. Neben dem Präsidenten werden alle 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus und 34 Senatoren, ein Drittel des US-Senats, gewählt. Ausserdem finden in verschiedenen Bundesstaaten Gouverneurswahlen statt.

DPA/step

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