May 28, 2024

Die australische Botschaft in Peking.

In China ist der australische Autor Yang Jun nach Angaben der Regierung in Canberra zur Todesstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Seine Regierung sei «entsetzt» über die Entscheidung, sagte Aussenministerin Penny Wong am Montag und kündigte eine Reaktion an. Sie gehe davon aus, dass die Todesstrafe nach zwei Jahren in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wird. Aus Peking gab es zunächst keine Bestätigung für die Verurteilung.

Der 1965 in China geborene australische Schriftsteller Yang befindet sich seit 2019 in China wegen Spionagevorwürfen in Haft, die er zurückweist. Er ist Autor einer Reihe von Spionageromanen und eines beliebten chinesischsprachigen Blogs.

2021 war Yang unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht gestellt worden. Menschenrechtsaktivisten kritisierten das Verfahren scharf. Ein Urteil wurde bislang nicht veröffentlicht.

Yang hatte im Mai 2021 erklärt, während seiner Haft an einem geheimen Ort gefoltert worden zu sein. Er äusserte zudem die Befürchtung, ein erzwungenes Geständnis könnte gegen ihn verwendet werden. Peking wies die Anschuldigungen zurück. Im August 2023 sagte Yang, er fürchte in der Haft um sein Leben, da sich eine grosse Zyste an einer Niere gebildet habe.

Das Urteil gilt als Rückschlag in den Beziehungen zwischen Australien und China, die sich zuletzt zu verbessern schienen. Zwischen beiden Ländern gibt es anhaltende Spannungen unter anderem im Bereich der Sicherheitspolitik. Australien hat in den vergangenen Jahren seine Zusammenarbeit mit den USA weiter verstärkt, um Chinas wachsendem Einfluss im Südpazifik entgegenzuwirken.

AFP/aeg

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