April 24, 2024

Wird er neuer Präsident des Senegals? Bassirou Diomaye Faye liegt laut ersten Auszählungen in der ersten Wahlrunde vorne.

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Bei der Präsidentschaftswahl im Senegal hat sich wenige Stunden nach Schliessen der Wahllokale ein deutlicher Vorsprung für Oppositionskandidat Bassirou Diomaye Faye abgezeichnet. Obwohl am Sonntagabend keine Ergebnisse zentral verkündet wurden, zeigten von Beobachtern und Medien veröffentlichte Auszählungen aus etwa der Hälfte der Wahllokale überwiegend den 43-Jährigen vorn. Strassen in der Hauptstadt Dakar füllten sich mit jubelnden Anhängern.

Die Wahl ist richtungsweisend für das westafrikanische Land mit seinen rund 18 Millionen Einwohnern. Es geht um die Nachfolge des seit 2012 regierenden Macky Sall. Dessen als Nachfolger nominierter Ex-Premierminister Amadou Ba (62) landet nach ersten Auszählungen auf dem zweiten Platz. Erhält keiner im ersten Durchgang mehr als 50 Prozent der Stimmen, gibt es eine Stichwahl. Insgesamt traten 19 Kandidaten an.

Vor der Wahl hatte es eine wochenlange politische Krise gegeben. Sall hatte zwar nach politischem Druck auf eine Kandidatur für eine umstrittene dritte Amtszeit verzichtet, aber dann die für den 25. Februar angesetzte Präsidentenwahl am 3. Februar überraschend abgesagt, weil es Unstimmigkeiten wegen der Zulassung der Kandidaten gegeben hatte. Nach Protesten mit vier Toten und wochenlangem Tauziehen zwischen den Institutionen fand die Wahl schliesslich mit rund einem Monat Verspätung statt. Registriert waren gut 7,3 Millionen Wähler. Das offizielle Ergebnis wird im Laufe der kommenden Woche erwartet.

Sonko durfte nicht selbst antreten

Faye trat für das Lager des Oppositionsführers Ousmane Sonko und dessen aufgelöste Partei Afrikanische Patrioten Senegals Arbeit, Ethik und Brüderlichkeit (Pastef) an. Der vor allem bei jungen Senegalesen als Elitenkritiker und Korruptionsbekämpfer verehrte Sonko durfte wegen einer Verurteilung in einem Verleumdungsprozess nicht selbst antreten.

Sall wird für Erfolge in der wirtschaftlichen Entwicklung in dem Land gelobt, in dem in diesem Jahr die Förderung von Öl und Gas beginnen soll. Menschenrechtler kritisieren dagegen die Einschränkung politischer Freiheiten während seiner Amtszeit. Der Senegal ist eine der stabilsten Demokratien Afrikas und hat seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1960 anders als andere Staaten der Region keinen Umsturz oder Militärputsch erlebt.

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