April 12, 2024

Immer wieder kommen Migranten und Migrantinnen bei den organisierten Überfahrten von Nordfrankreich nach Grossbritannien ums Leben.

Beim Versuch, mit einem kleinen Boot von Nordfrankreich aus über den Ärmelkanal nach Grossbritannien zu gelangen, ist am Mittwoch ein Migrant bei Calais ums Leben gekommen. Zwei weitere Migranten wurden nach Angaben der Maritimen Präfektur vermisst. Sie wurden zwar noch von einem Hubschrauber aus im Meer treibend gesichtet, konnten wegen schlechter Witterung aber nicht mehr geborgen werden. Insgesamt retteten französische Helfer bei vier verschiedenen Einsätzen 179 Menschen aus Seenot. Einige davon kamen vollkommen unterkühlt in Kliniken.

Bereits beim Versuch, sich auf ein zur Abfahrt wartendes Schlauchboot zu begeben, landeten Dutzende Migranten in der Nacht bei Merlimont im eisigen Wasser. Noch im Morgengrauen brach dann ein anderes mit rund 50 Menschen besetztes Boot in zwei Teile auseinander, wie die Zeitung «La Voix du Nord» berichtete. Schwimmend konnten die Betroffenen wieder den Strand erreichen, wo Feuerwehr und Polizei sich um rund 30 von ihnen kümmerten. Etwas später wurden bei Wimereux der Zeitung zufolge rund 20 überwiegend vietnamesische schiffbrüchige Flüchtlinge in einem Gemeindesaal untergebracht. An einer anderen Stelle scheiterte die Überfahrt von ebenfalls rund 20 Migranten, drei kamen ins Krankenhaus.

Seit längerem überqueren viele Migranten mit Schlauchbooten von der nordfranzösischen Küste aus den Ärmelkanal nach Grossbritannien. Immer wieder kommen Migranten bei den von Schleusern organisierten Überfahrten ums Leben. Gegen die von der britischen Regierung unerwünschte Migration geht Frankreich seit 2018 auch mit finanzieller Unterstützung aus London vor. Auch wollen der britische Grenzschutz und die europäische Grenzschutzagentur Frontex enger zusammenarbeiten.

Bei einem Schlag gegen Schleuserbanden wurden vor einigen Tagen in mehreren europäischen Ländern, worunter auch Deutschland, zahlreiche mutmassliche Schleuser festgenommen. Die Verdächtigen sollen an Schleusungen über den Ärmelkanal beteiligt gewesen sein.

 

 

 

DPA/Simone Steiner

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