July 21, 2024

Die Bekämpfung des Japankäfers im letzten Jahr führte zu einem riesigen Loch in der Vereinskasse des FC Kloten. Die Bekämpfung geht nun in die nächste Runde. Finanzielle Entlastung seitens des Kantons ist weiterhin nicht in Sicht.

Darum gehts

  • Die Bekämpfung des Japankäfers im Sommer 2023 sorgte beim FC Kloten für finanzielle Einbussen. Auch dieses Jahr wird der Verein auf seine Rasenflächen verzichten müssen. Der FC befürchtet weitere Gewinnausfälle.

  • Vom Kanton kommt wie letztes Jahr keine Entschädigung. Dafür fehle die gesetzliche Grundlage. Die Baudirektion habe aber trotzdem Verständnis für den FC.

  • Die Stadt Kloten will den Verein wie letztes Jahr nicht im Regen stehen lassen. Trotzdem sei die Situation unbefriedigend.

Im Sommer 2023 eröffnete der Kanton Zürich im Raum Kloten die Jagd auf den gefrässigen Japankäfer. Unter anderem sollte ein Bewässerungsverbot auf Wiesen verhindern, dass der Schädling seine Eier in feuchte Böden ablegt. Deswegen sperrte die Stadt alle Rasenflächen. Dadurch entstand ein riesiges Loch in der Vereinskasse des FC Kloten.

Am Donnerstag gab die Baudirektion des Kantons bekannt, dass auch dieses Jahr neue Massnahmen eingesetzt werden, um dem Japankäfer Herr zu werden. Davon betroffen ist auch wieder der FC Kloten. Denn: Die Rasenflächen der Sportanlage Stighag werden ab Anfang Mai bis zum Ende der Flugzeit der Käfer mit Plastikfolie abgedeckt. Sehr zum Unmut des Fussballvereins.

«Finanzielles Fiasko für den FC Kloten»

Dieses Jahr habe es ein noch grösseres Ausmass angenommen, meint Vereinspräsident Peter Wartmann. «Wir rechnen damit, dass wir bis Ende Jahr nicht mehr auf unsere sechs Rasenplätze können.» Nur das Kunstrasenfeld bleibe. Das führe zu erneuten finanziellen Einbussen. Das Ärgerliche daran: Der Kanton habe dem Verein klar und deutlich kommuniziert, dass weder vom Bund noch vom Kanton eine Entschädigung zu erwarten sei, erklärt Wartmann.

«Erneut verstecken sie sich hinter den Gesetzesartikeln. Würden wir auf unseren Plätzen Rüebli anbauen, wie dies auf dem Feld gleich nebenan gemacht wird, bekämen auch wir Geld vom Kanton», findet Wartmann. Man müsse bedenken, dass der FC Kloten der einzige Verein nördlich der Alpen sei, der von diesen Einschränkungen betroffen sei.

Ohne die Rasenflächen konnte der FC Kloten im Sommer 2023 keine Heimspiele austragen. Dadurch seien dem Verein Einnahmen in einer fünfstelligen Höhe entgangen.

Dankbar sei er hingegen für die Stadt Kloten. Bereits letztes Jahr erklärte sich die Stadt dazu bereit, dem Verein finanziell unter die Arme zu greifen. «Ohne sie hätten wir ein riesiges Loch in der Kasse.» Auch dieses Jahr habe die Stadt dem Verein finanzielle Rückendeckung zugesichert, wie Wartmann sagt.

Die erneuten Einschränkungen bedauert Wartmann. Insbesondere auch, weil der Verein viel für die Gesellschaft mache. «Wir leisten so viel Sozial- und Integrationsarbeit im freiwilligen Helferamt. Dies wird oft von einigen Personen vergessen oder bewusst nicht erwähnt.»

Kloten arbeitet mit Verein und Kanton an Lösungen

Auch für den Klotener Stadtpräsidenten René Huber ist die Situation unbefriedigend. «Die Situation ist unangenehm für alle. Ich verstehe, dass es für den Verein eine Katastrophe ist.» Wie bei Wartmann liegen die Bedenken Hubers nicht nur bei den finanziellen Folgen. «Ohne den Spielbetrieb fällt viel Soziales rundherum weg. Das tut mir sehr weh.»

Hattest du schon einmal Probleme mit Schädlingen?

Die Regelung des Bundes habe Lücken. «Es wurde nicht daran gedacht, dass neben der Landwirtschaft und dem produzierenden Gartenbau auch andere unter den Massnahmen leiden», so Huber. Die Stadt versuche, beim Kanton und dem Bund eine Lösung zu finden. «Dort arbeiten wir allerdings noch daran, eine Gesprächsbereitschaft herzustellen.»

Baudirektion zeigt Verständnis

Die Baudirektion habe grosses Verständnis für die schwierige Situation, die dem Verein daraus entsteht, sagt Mediensprecherin Katharina Weber. Der Staat müsse sich in seinem Handeln allerdings auf das geltende Recht abstützen, das in diesem Fall keine Entschädigung vorsieht.

«Dass wir keine Rechtsgrundlage haben für eine finanzielle Entschädigung des FC Kloten, ist auch für uns unbefriedigend, denn uns ist bewusst, wie schwierig die Situation für den FC Kloten ist», so Weber. Die Baudirektion stehe im Kontakt mit der Stadt und dem FC.

Der Käfer frisst so ziemlich alles und stellt eine Gefahr für die Landwirtschaft dar. Neben dem Bewässerungsverbot wurde er 2023 auch mit Insektiziden bekämpft. Auch dieses Jahr werden erneut Massnahmen eingesetzt.

Weiter verweist Weber aber darauf, dass nicht der Kanton, sondern der Bund über die Massnahmen zur Tilgung des Japankäfers entscheide. Eine Tilgung des Schädlings würde letztlich auch die Rasenplätze des Vereins schützen. «Erfahrungen zeigen, dass auch Fussballplätze vom Japankäfer stark beschädigt werden können. Denn die Larven im Boden fressen Graswurzeln und bringen so den Rasen zum Absterben.»

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *