July 13, 2024

Forschende der ETH Zürich wollen Kunstwerke besser vor Fälschungen schützen. Ein molekulares Testverfahren soll dabei helfen.
ETH Zürich

Das Wichtigste in Kürze

  • Mithilfe eines molekularen Testverfahrens sollen Kunstwerke fälschungssicherer werden.
  • Das Verfahren von Forschenden der ETH basiert auf Millionen von DNA-Molekülen.
  • Das System basiere auf echtem Zufall, sagt der Studienleiter.

DNA-Moleküle sollen Kunstwerke vor Fälschungen sichern. Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH Zürich) haben ein neues molekulares Testverfahren entwickelt. Dieses hilft, die Echtheit von Kunstwerken nachzuweisen. Die neue Technologie sei fälschungssicher, teilte die ETH Zürich am Montag mit.

Das Testverfahren basiert auf einem Pool von 100 Millionen verschiedenen DNA-Molekülen. Wer einen solchen DNA-Pool besitzt, besitzt sozusagen das Schloss des Sicherheitssystems. Wenn man einen speziellen Schlüssel besitzt, erhält man einen bestimmten Ausgabewert. Dieser kann zur Überprüfung der Echtheit eines Kunstwerks genutzt werden.

DNA mit Farbe oder Spray anbringen

Als Schlüssel dient eine kurze Abfolge von DNA-​Bausteinen. Während einer sogenannten Polymerase-​Kettenreaktion (PCR) sucht dieser im Pool der hundert Millionen DNA-​Moleküle nach einem Molekül mit einem passenden Wert. Das passende Molekül wird durch die Reaktion vervielfältigt. Mit einer DNA-Sequenzierung kann daraus dann ein Ausgabewert abgelesen werden.


ETH Zürich

So können Künstler ihre Bilder fälschungssicher machen, wie die ETH Zürich in der Mitteilung erklärte. Existieren beispielsweise zehn Exemplare eines Bildes, kann der Künstler diese mit dem DNA-Pool markieren: Er kann laut der Hochschule die DNA zum Beispiel in die Farbe mischen oder auf das Werk aufsprühen.

ETH Zürich entwickelt System mit «echtem Zufall»

Wollen mehrere Eigentümer später die Echtheit dieser Kunstwerke bestätigt haben, können sie sich zusammenschliessen. Sie können einen Schlüssel (also einen Eingabewert) vereinbaren und den DNA-Test durchführen. Ergibt der Test in allen Fällen den gleichen Ausgabewert, sind alle getesteten Exemplare echt.

Ausserdem könnte die Technologie laut den Forschenden eingesetzt werden, um Rohstoffe und Industrieprodukte rückverfolgen zu können.

Studienleiter Robert Grass erklärt in der Mitteilung der ETH: «Unser System basiert auf echtem Zufall. Eingabe-​ und Ausgabewert sind physisch miteinander verbunden, und man kann nur vom Eingabe-​ zum Ausgabewert gelangen, nicht umgekehrt.» Vorgestellt haben die Forschenden das neue Verfahren in der Fachzeitschrift «Nature Communications».

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