July 25, 2024

In der kommenden Woche wird der Prozessbeginn um den Archegos-Skandal erwartet. Bill Hwang und Patrick Halligan stellen sich dem Vorwurf der Marktmanipulation.
Archegos Bill Hwang

Das Wichtigste in Kürze

  • Kommende Woche beginnt der Prozess um Bill Hwang und Patrick Halligan.
  • Die beiden sollen Banken durch Marktmanipulation um Milliarden Dollar gebracht haben.
  • Die Banken verliehen Kredite mit Aktien als Sicherheiten, welche an Wert verloren.

Mit dem Abschluss der Geschworenen-Auswahl wird für kommende Woche der Prozessstart gegen Archegos-Gründer Bill Hwang und Finanzchef Patrick Halligan erwartet. Vor dem New Yorker Gericht müssen sich die beiden Männer bezüglich der Vorwürfe des mehrfachen Betrugs, Marktmanipulation und Erpressung verantworten. Wie die «NZZ» berichtet, beträgt das Strafmass für jeden der Anklagepunkte bis zu 20 Jahre Haft.

Im Fokus stehen dabei der Zusammenbruch der Vermögensanlagegesellschaft Archegos und dessen Folgen. Der «MarketScreener» beziffert den dabei entstandenen Verlust der Aktionäre auf über 100 Milliarden Dollar (etwa 91 Milliarden Franken). Der Prozess könnte bis zu acht Wochen dauern.

Archegos und Bill Hwang: Höhenflug vor dem Fall

Mittels Hebelfunktion hatte Hwang enorme Anteile an Unternehmen erworben, ohne tatsächlich über die Aktien zu verfügen. Zwischen März 2020 und März 2021 stieg Hwangs persönliches Vermögen durch von 1,5 Milliarden auf über 35 Milliarden Dollar an. Die Aktien von Archegos notierten in ihrer Gesamtheit statt der vorigen 10 Milliarden über 160 Milliarden Dollar.

Mit den sinkenden Aktienkursen im März 2021 forderten die Banken ihr an Archegos verliehenes Geld zurück. Die Vermögensanlagegesellschaft konnte den Forderungen nicht nachkommen. Da die von den Banken verliehenen Kredite mit Aktien besichert waren, stiessen die Institute ihre Sicherheiten ab. Aufgrund des gesunkenen Aktienkurses ergab sich aus dem Verkauf jedoch ein massiver Wertverlust.

10 Milliarden Dollar Verlust nach Risiko-Krediten

Die beteiligten Banken wie die CS, UBS, Nomura, Morgan Stanley und Goldman Sachs erlitten einen Verlust von 10 Milliarden Dollar.

Ungewöhnlich ist, dass die Geldinstitute überhaupt das enorme Risiko eingegangen sind, derart hohe Kredite lediglich durch die Aktienpositionen abzusichern. Gemäss der Anklageschrift sollen Hwang und Halligan falsche Auskünfte über ihre Besitzverhältnisse der Aktienpositionen gegeben haben. Die Angeklagten plädieren auf nicht schuldig – eine Marktmanipulation weisen sie zurück. Archegos Aktienkäufe hätten keine Täuschung beinhaltet, die bei einer Marktmanipulation übliche «Trickserei» sei demnach nicht gegeben.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *