July 21, 2024

Publiziert: 16.04.2024, 12:13Aktualisiert vor 1 Stunde

Das Wichtigste in Kürze

  • Israel hat mutmasslich in der Nacht auf Freitag Ziele im Iran nahe der Metropole Isfahan angegriffen.

  • Irans Staatsmedien dementieren die Berichte einer breit angelegten Attacke.

  • Israel und das US-Verteidigungsministerium haben sich bisher nicht offiziell geäussert.

  • Die UNO ist besorgt über die grossen Abfallmengen im Gazastreifen. Diese seien eine Umwelt- und Gesundheitsgefahr, teilte das UNO-Nothilfebüro Ocha mit.

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04:55 UhrDie Nacht auf Samstag im Überblick

Deeskalation: Iran wiegelt nach Angriff ab

Die Gewaltspirale aus Angriff und Gegenangriff zwischen Israel und dem Iran könnte zumindest vorerst gestoppt sein. Darauf deuteten das begrenzte Ausmass des – nach übereinstimmenden Medienberichten von Israel ausgeführten – Angriffs auf den Iran am frühen Freitagmorgen und die abwiegelnde Reaktion Teherans hin. Zuvor hatten in seltener Übereinstimmung nicht nur Israels westliche Partner wie die USA, Deutschland und die EU, sondern auch Russland und China angesichts der Gefahr eines Flächenbrandes in der gesamten Region zur Deeskalation aufgerufen.

Noch nie standen die verfeindeten Länder so nah an einem Krieg. Israel sieht in dem umstrittenen Atomprogramm sowie dem massiven Raketen- und Drohnenarsenal des Erzfeinds Irans die grösste Bedrohung seiner Existenz. Die Führung der Islamischen Republik spricht dem jüdischen Staat das Existenzrecht ab.

Die israelische Regierung hatte eine Reaktion angekündigt, nachdem der Iran am vergangenen Wochenende mehr als 300 Drohnen und Raketen auf Israel abgefeuert und das Land damit erstmals direkt angegriffen hatte. Teheran übte damit nach eigenen Angaben Vergeltung für den Tod zweier Generäle bei einem mutmasslich von Israel ausgeführten Angriff auf das iranische Botschaftsgelände in Syriens Hauptstadt Damaskus geübt. Sollte Israel einen Gegenschlag führen, werde der nächste Schlag des Irans viel heftiger werden, hiess es danach aus Teheran.

«Durch die bei Isfahan abgeschossenen kleinen Drohnen gab es weder Schäden noch Opfer», bestätigte der iranische Aussenminister Amirabdollahian  (Archivbild).

Nun aber tat der iranische Aussenminister Hussein Amirabdollahian die heftigen Explosionen unweit von Atomanlagen seines Landes am Freitagmorgen fast als Lappalie ab. «Durch die bei Isfahan abgeschossenen kleinen Drohnen gab es weder Schäden noch Opfer», zitierte ihn die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Irans Präsident Ebrahim Raisi erwähnte den Angriff bei einer Rede in der Provinz Semnan erst gar nicht.

In Israel hüllte sich die Regierung in beredtes Schweigen. Nur der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir kritisierte den Angriff als «lahm» und legte nahe, sein Land stehe hinter der Aktion. Beobachter werteten die verhaltenen Reaktionen als Zeichen dafür, dass beide Seiten eine weitere Eskalation vermeiden wollen.

Blinken: USA waren nicht beteiligt

US-Aussenminister Antony Blinken sagte bei einem Treffen der G7-Aussenminister auf der italienischen Mittelmeerinsel Capri, er werde auf das Geschehen vom Freitag «nicht näher eingehen – ausser zu sagen, dass die Vereinigten Staaten an keinen Offensivoperationen beteiligt waren». Erneut warnte er vor einer Eskalation. «Wir fühlen uns der Sicherheit Israels verpflichtet», sagte Blinken. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz warnte am Freitag erneut vor einer Ausweitung des Konflikts. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich beunruhigt über die Lage im Nahen Osten. «Es ist entscheidend, dass der Konflikt nicht ausser Kontrolle gerät, und daher fordern wir alle Parteien auf, Zurückhaltung zu zeigen», betonte der Norweger.

Einem Bericht der israelischen Zeitung «Jerusalem Post» zufolge galt der Angriff einer Luftwaffenbasis im zentraliranischen Isfahan. Die iranischen Atomanlagen in der Nähe der Stadt wurden nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde aber nicht getroffen. Iranische Staatsmedien wiesen US-Medienberichte über einen Angriff mit Raketen zurück. Es seien nur mehrere kleine Flugobjekte beschossen worden.

Der US-Sender ABC News berichtete hingegen unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten US-Vertreter, israelische Kampfjets, die sich ausserhalb des iranischen Luftraums befanden, hätten drei Raketen auf eine Radaranlage abgeschossen, die Teil des Verteidigungssystems der Atomanlage von Natans nordwestlich von Isfahan gewesen sei. Die Radaranlage sei vermutlich zerstört worden.

Schattenkrieg zwischen Israel und Iran hat lange Geschichte

Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 nach den Massakern der islamistischen Hamas und anderer Extremisten aus dem Gazastreifen in Israel hat sich der Jahrzehnte alte Konflikt zwischen Israel und der Islamischen Republik Iran dramatisch zugespitzt. Der jüdische Staat sieht sich nach Angriffen von Milizen im Libanon, in Syrien, im Irak und im Jemen, die mit dem Iran verbündet sind, an mehreren Fronten unter Beschuss.

Unterdessen setzten israelische Truppen ihren Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen und gegen die Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon fort. Die Zahl der Toten im Gaza-Krieg stieg nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde auf 34 012. Zudem seien mehr als 76’800 Menschen verletzt worden. Die Zahlen, bei denen nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten unterschieden wird, sind unabhängig kaum zu überprüfen.

Baerbock verärgert

Aussenministerin Annalena Baerbock äusserte sich indes verärgert über Berichte, es habe einen massiven Streit zwischen ihr und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gegeben. «Wir berichten nicht aus vertraulichen Gesprächen», betonte sie beim G7-Gipfel in Capri. Eine israelische Journalistin hatte auf der Plattform X berichtet, Baerbock seien beim jüngsten Treffen mit Netanyahu in Israel Aufnahmen aus dem Gazastreifen gezeigt worden, auf denen mit Lebensmittel gefüllte Märkte zu sehen waren. Die Grünen-Politikerin habe daraufhin auf den Hunger in dem Küstengebiet hingewiesen. Netanjahu soll dem widersprochen und gesagt haben, die Bilder seien echt und Israel zeige nicht wie einst die Nazis eine erfundene Realität. Das Nazi-Regime hatte 1942 unter anderem einen Propagandafilm mit gestellten Szenen des Alltags im Warschauer Ghetto drehen lassen.

Israel: Mehr Hilfsgüter für den Gazastreifen

Israel hat derweil nach eigenen Angaben die Anstrengungen zur Versorgung der Menschen im Gazastreifen mit humanitären Hilfsgütern verstärkt. Am Donnerstag seien 276 Lastwagen mit Lebensmitteln und Medikamenten in das umkämpfte Küstengebiet gefahren, teilte die für Kontakte mit den Palästinensern und humanitäre Hilfe zuständige israelische Behörde Cogat am Freitag mit. Am selben Tag seien zudem 144 Paletten mit Nahrungsmitteln aus der Luft abgeworfen worden. Hilfsorganisationen beklagen dennoch, dass weiterhin viel zu wenig bei der notleidenden Zivilbevölkerung ankomme.

EU verhängt erstmals Sanktionen gegen israelische Siedler

Die EU verhängte erstmals Sanktionen wegen der Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland. Die Mitgliedstaaten beschlossen die Strafmassnahmen am Freitag in einem schriftlichen Verfahren, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Die Sanktionen richten sich den Angaben zufolge gegen Personen und Organisationen, die für Gewalt gegen Palästinenser im Westjordanland verantwortlich sein sollen. Auch die USA verschärften Sanktionen gegen radikale Siedler.

Das wird am Samstag wichtig

Der Auslandschef der Hamas, Ismail Hanija, reist zu einem Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdogan in die Türkei. (DPA)

Gestern, 20:52UNO besorgt über Abfallberge im Gazastreifen

Die Vereinten Nationen sind besorgt über die grossen Abfallmengen im Gazastreifen. Diese seien eine Umwelt- und Gesundheitsgefahr, teilte das UNO-Nothilfebüro Ocha am Freitag mit. Nach Angaben der Lokalbehörden liegen im gesamten Gazastreifen 270’000 Tonnen Abfall herum, die nicht entsorgt werden können. Ursache sei, dass Müllfahrzeuge bei den israelischen Angriffen zerstört wurden oder kein Benzin hätten und die israelischen Behörden keinen Zugang zur wichtigsten Müllhalde im östlichen Teil der Stadt Gaza gewährten.

Es habe schon vor dem Krieg Probleme mit der Abfallentsorgung gegeben, sie seien aber seitdem deutlich schlimmer geworden. Durch die Massenvertreibung von Menschen in den südlichen Teil des Gazastreifens habe sich die Müllmenge dort mehr als verdoppelt. Die örtlichen Behörden hätten keine Kapazitäten, um damit umzugehen. In den meisten Lagern für Vertriebene gebe es unkontrollierte Müllhalden. (DPA)

Die richtige Entsorgung des Abfalls ist ein grosses Problem im Gazastreifen.Gestern, 18:42Laut Hamas-Behörde mehr als 34’000 Tote im Gazastreifen

Die Zahl der Toten im Gaza-Krieg ist nach Angaben der von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde auf 34’012 gestiegen. Die Zahl der Verletzten wurde am Freitag mit mehr als 76’800 angegeben. Die grosse Mehrheit der Opfer sind Zivilisten, aber die Behörde unterscheidet nicht zwischen Unbeteiligten und Terroristen der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppen, die von der israelischen Armee bekämpft werden.

Die humanitäre Lage der Bevölkerung in dem abgeriegelten Küstengebiet ist wegen der anhaltenden Kämpfe, grosser Zerstörungen und mangelhafter Versorgung weiter katastrophal. Nach Angaben der israelischen Armee wurden bei Kämpfen im zentralen Teil des Küstenstreifens eine ungenannte Zahl von Gegnern getötet. Seit dem Vortag habe die Luftwaffe zudem insgesamt 25 Ziele angegriffen. Die Angaben beider Seiten konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. (DPA)

Gestern, 18:37Nato-Chef warnt vor weiterem Krieg in der Region

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich nach dem mutmasslichen israelischen Vergeltungsschlag gegen den Iran beunruhigt über die Lage im Nahen Osten gezeigt. «Es ist entscheidend, dass der Konflikt nicht ausser Kontrolle gerät, und daher fordern wir alle Parteien auf, Zurückhaltung zu zeigen», sagte Stoltenberg am Freitag in Brüssel. «Niemand hat etwas davon, wenn ein weiterer Krieg im Nahen Osten ausbricht.» Er rufe wie die Aussenminister der G7-Gruppe demokratischer Industrienationen und andere internationale Spitzenpolitiker zur Deeskalation der Spannungen auf. «Wir sind besorgt», sagte er. (DPA)

Gestern, 18:22Siedlergewalt: USA verhängen neue Sanktionen

Die US-Regierung hat wegen der Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser erneut Sanktionen verhängt. Das teilte das Finanzministerium am Freitag in Washington mit. Die Sanktionen richten sich gegen zwei Organisationen, die den Angaben nach zwei bereits sanktionierte extremistische Siedler finanziell unterstützt haben. Die Männer seien «für die Zerstörung von Eigentum, Übergriffe auf Zivilisten und Gewalt gegen Palästinenser verantwortlich», erklärte der stellvertretende Finanzminister Wally Adeyemo. «Solche Handlungen untergraben den Frieden, die Sicherheit und die Stabilität im Westjordanland.»

Zeitgleich sanktionierte die US-Regierung einen Mann namens Ben-Zion Gopstein. Dieser gilt als enger Vertrauter des radikalen israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir. Gopstein ist Gründer und Anführer einer rechtsradikalen jüdischen Gruppe namens Lehava. Als Folge der Sanktionen werden mögliche Vermögenswerte der Betroffenen in den USA blockiert. US-Bürgern oder Menschen, die sich in den Vereinigten Staaten befinden, sind Geschäfte mit den sanktionierten Organisationen und Personen untersagt. Banken, die mit ihnen Geschäfte machen, können ebenfalls Sanktionen drohen. (DPA)

Gestern, 15:19Baerbock verärgert über Berichte zu Streit mit Netanjahu

Deutschlands Aussenministerin Annalena Baerbock hat sich verärgert über Berichte geäussert, wonach es einen massiven Streit zwischen ihr und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gab. «Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, war mit dem Stab des Premierministers in Kontakt und hat klargemacht, was wir von solchen verzerrenden Veröffentlichungen halten», sagte die Grünen-Politikerin am Freitag zum Abschluss des Treffens der Gruppe sieben grosser Industrienationen (G7) auf der italienischen Mittelmeerinsel Capri auf die Frage eines Journalisten, ob sie über den Vorgang bereits mit Netanjahu gesprochen habe.

«Wir berichten nicht aus vertraulichen Gesprächen», betonte Baerbock. «Mein Haus und der deutsche Botschafter in Israel haben sich dazu ja bereits geäussert.» Sie ergänzte: «Uns gegenüber wurde Bedauern über die Veröffentlichung, deren Quelle unklar sei, ausgedrückt und wir haben genau dem nichts weiter hinzuzufügen.» (DPA)

Gestern, 15:12Französische Polizei riegelt iranisches Konsulat ab – und nimmt Mann fest

Nach der Abriegelung des iranischen Konsulats in Paris wegen einer möglichen Bedrohung haben Polizisten einen Mann festgenommen. Nun sei eine «Erkundung der Örtlichkeiten» im Gange, erklärte die Polizeipräfektur am Freitag. Mitarbeiter des Konsulats hatten demnach berichtet, ein Mann «mit einer Granate oder einer Sprengstoffweste» sei im Gebäude gesichtet worden. Laut der Präfektur hatte das Konsulat daraufhin einen Polizeieinsatz angefordert. Das im Westen von Paris gelegene iranische Konsulat wurde vollständig abgeriegelt, zahlreiche Polizisten waren auf der Strasse zu sehen. Eine nahe gelegene Metro-Station wurde geschlossen, der Verkehr auf zwei Metro-Linien eingestellt. (AFP)

Gestern, 13:47Aussenminister Italiens: Israel informierte USA vor Drohnenangriff

Die USA sind nach Angaben des italienischen Aussenministers Antonio Tajani «in letzter Minute» von Israel über eine Drohnenaktion im Iran informiert worden. Das hätten die USA den anderen Aussenministern der G7 bei einer Sitzung am Freitagmorgen mitgeteilt, sagte Tajani, dessen Land aktuell den Vorsitz der Gruppe der sieben grossen westlichen Industrienationen innehat. Die USA seien aber nicht an dem Angriff beteiligt gewesen. «Es war eine reine Information», sagte Tajani auf Capri. US-Aussenminister Antony Blinken lehnte es ab, sich zu einer möglichen Vorab-Information der USA seitens Israels über den offenkundigen Drohnenangriff zu äussern. Er betonte in Italien lediglich, die USA seien an keinerlei «offensiven Operationen» beteiligt gewesen. (DPA)

Äusserte sich nicht zum mutmasslichen israelischen Angriff auf den Iran: US-Aussenminister Antony Blinken. Gestern, 12:48Lufthansa und Swiss stellen Israel-Flüge ein

Die Lufthansa sowie ihre Töchter Swiss und AUA haben am Freitag alle Flüge nach Israel aufgrund der aktuellen Lage eingestellt. Betroffen seien vier Flüge bis einschliesslich 7.00 Uhr am Samstag, sagte ein Lufthansa-Sprecher auf Anfrage.

Laut der Website des Flughafens Zürich wurde der heute um 12 Uhr geplante Swiss-Flug von Zürich nach Tel Aviv gestrichen. (SDA)

Gestern, 12:38EU verhängt erstmals Sanktionen gegen israelische Siedler

Die EU verhängt erstmals Sanktionen wegen der Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland. Die Mitgliedstaaten beschlossen die Strafmassnahmen am Freitag in einem schriftlichen Verfahren, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestätigten.

Die Sanktionen richten sich den Angaben zufolge gegen Personen und Organisationen, die für Gewalt gegen Palästinenser im Westjordanland verantwortlich sein sollen. Sie werden mithilfe des EU-Sanktionsinstruments zur Ahndung von schweren Menschenrechtsverstössen verhängt. Die Betroffenen dürfen nicht mehr in die EU einreisen und keine Geschäfte mehr mit EU-Bürgern machen. Ausserdem müssen ihre in der EU vorhandenen Konten und andere Vermögenswerte eingefroren werden.

Schutz vor Gewalt gegen palästinensische Dörfer «und Olivenhaine»

Die Sanktionsentscheidung signalisiert einen Kurswechsel in der Israel-Politik der EU – auch wenn die Strafmassnahmen an sich für die Betroffenen vergleichsweise geringe Auswirkungen haben.

Die Namen der Betroffenen sollen in Kürze im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden. Nach Informationen der dpa handelt es sich vorerst um vier Personen und zwei Organisationen. Im Idealfall sollen die Sanktionen nach Angaben von Diplomaten dazu führen, dass die israelische Justiz sich künftig engagierter um die Verfolgung von Gewalt von israelischen Siedlern gegen palästinensische Dörfer und Olivenhaine kümmert.

Ungarn verhinderte Sanktionen lange

Die Sanktionen gegen Siedler hätten eigentlich bereits vor längerem beschlossen werden sollen. Die ungarische Regierung, die in der EU als besonders israelfreundlich gilt, signalisierte allerdings erst im vergangenen Monat, dass sie ihnen nicht mehr im Weg steht. Teil der Einigung war, dass es auch neue Strafmassnahmen gegen bewaffnete islamistische Gruppen gibt. Sie waren bereits in der vergangenen Woche verhängt worden – insbesondere wegen des Einsatzes «systematischer und weiträumiger sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt». (DPA)

Gestern, 11:21Politiker rufen zur Deeskalation auf

Stunden nach dem mutmasslichen israelischen Angriff im Iran rufen Politikerinnen und Politiker die Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf.

So appellierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an den Iran und an Israel, eine Eskalation in der Region zu verhindern. Bei einem Besuch in Finnland am Freitag sagte sie: «Es ist absolut notwendig, dass die Region stabil bleibt und dass alle Seiten von weiteren Aktionen Abstand nehmen.»

Auch die die sieben grossen westlichen Industrienationen (G7) haben zum Abschluss ihres Treffens in Capri Stellung genommen. In einer gemeinsamen Erklärung heisst es mit Blick auf die Anstrengungen zu einer Deeskalation der Lage, man rufe «alle Parteien in der Region und darüber hinaus auf, ihren positiven Beitrag zu dieser gemeinsamen Anstrengung zu leisten.» Der Iran wird angehalten, die Unterstützung der islamistischen Hamas zu beenden. Zudem solle Teheran Massnahmen unterlassen, die den Nahen Osten destabilisierten, «einschliesslich der Unterstützung der libanesischen Hisbollah und anderer nichtstaatlicher Akteure».

Die G7 fordern zudem «alle Länder» auf, die Lieferung von Komponenten oder anderen Gütern für die Drohnen- und Raketenprogramme des Irans zu verhindern. China wird in diesem Zusammenhang nicht direkt genannt. Zudem sei man «äusserst besorgt über Berichte, wonach der Iran den Transfer ballistischer Raketen und zugehöriger Technologie an Russland erwägt».

China kündigte seinerseits am Freitag ebenfalls an, sich weiterhin um eine «Deeskalation» im Nahen Osten zu bemühen. «China lehnt alle Massnahmen ab, die die Spannungen weiter verschärfen, und wird weiterhin eine konstruktive Rolle bei der Deeskalation der Situation spielen», sagte der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Lin Jian. Das Land ist Irans grösster Handelspartner und einer der Hauptabnehmer iranischen Öls. (DPA/AFP)

Gestern, 10:36Bericht: Israel schweige aus strategischen Gründen

Israelische Sicherheits- und Regierungsvertreter sagten am Freitag gegenüber The Jerusalem Post, dass Israel aus strategischen Gründen keine Verantwortung für den Angriff auf den Iran übernehmen werden. Gemäss den anonymen Quellen würden auch die Iraner behaupten, der Vorfall sei eine «Explosion in einer Fabrik» gewesen, um eine Eskalation zu vermeiden.

Die israelischen Regierungsvertreter sagten weiter, es sei für sie unklar, weshalb das Pentagon den amerikanischen Medien die Beteiligung Israels mitteilte. Man hätte schweigen können, sagen sie gegenüber The Jerusalem Post. Sie hätten die Würde des Irans wahren und eine Eskalation der Situation vermeiden können. (van)

Gestern, 10:00Situation im Iran belastet Schweizer Börse

Mit den jüngsten Berichten aus dem Nahen Osten ist die Nervosität an den Aktienmärkten wieder gestiegen, erklärten Händler. Vor dem nahenden Wochenende greife bei dieser Nachrichtenlage kein Investor im grossen Stil zu.

Der Schweizer Leitindex SMI verlor gegen 09.35 Uhr 0,9 Prozent auf 11’128 Punkte. Zu den grössten Verlieren gehören derweil Technologiekonzerne, etwa VAT (-2,4%) und Logitech (-1,2%).

Nicht nur der Schweizer Markt, auch die wichtigsten europäischen Indizes gaben mehr oder weniger deutlich nach. (SDA/van)

Gestern, 09:08US-Bericht: Israel wollte Iran Fähigkeit zu Angriff im Land beweisen

Israel hat mit dem mutmasslichen Luftschlag im Iran einem US-Medienbericht zufolge Teheran zeigen wollen, dass es innerhalb des Landes angreifen kann. Das israelische Militär habe den Angriff als Vergeltung für Teherans Drohnen- und Raketenbeschuss am vergangenen Wochenende ausgeführt. Das berichtete die «Washington Post» unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten israelischen Regierungsbeamten am Freitag.

Nach Einschätzung des US-Militärexperten Cedric Leighton habe Israel mit dem Vorgehen, das «ganz klar eine direkte Reaktion auf die iranischen Angriffe vom Wochenende gewesen sei», bewiesen, dass das iranische Luftabwehrsystem nicht annähernd die Fähigkeiten des israelischen Luftabwehrsystems habe.

Der CNN-Militärexperte Mark MacCarley sagte: «Die Israelis mussten Vergeltung üben, aber diese Vergeltung enthielt auch eine Botschaft, nämlich: Ja, wir können es schaffen. Macht das nicht noch einmal. Wenn ihr es noch einmal tut, dann wird Chaos ausbrechen.» (DPA/SDA)

Gestern, 08:35Iranische Atomanlagen unbeschädigt: Internationale Behörde gibt Entwarnung

Nach Berichten über einen israelischen Angriff auf den Iran hat die Internationale Atomenergiebehörde Entwarnung gegeben. Keine iranischen Atomanlagen seien beschädigt worden, meldete die Organisation am Freitag in Wien. IAEA-Chef Rafael Grossi rufe weiterhin «alle zu äusserster Zurückhaltung auf», hiess es in einer Stellungnahme auf X (vormals Twitter). Nukleare Anlagen sollten nie Ziele in militärischen Konflikten sein, betonte er. (DPA)

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Cookies zulassenMehr InfosGestern, 08:17Ölpreise steigen nach Berichten über Angriff Israels stark an

Die Ölpreise sind am Freitag nach Berichten über einen Angriff Israels auf den Iran deutlich gestiegen. Nach einem kräftigen Preissprung in der Nacht gaben die Notierungen am Morgen aber einen Teil der Gewinne wieder ab.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 88,66 US-Dollar, umgerechnet 80.58 CHF. Das waren 1,55 Dollar mehr als am Vortag. In der Nacht war der Preis zeitweise über die Marke von 90 Dollar geklettert. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai stieg um 1,80 Dollar auf 84,53 Dollar. (DPA)

Gestern, 07:40Israelische Regierungsvertreter bestätigen den Angriff

Einige israelische Regierungsvertreter haben offenbar bestätigt, einen Luftangriff auf den Iran durchgeführt zu haben. Das berichten die beiden US-Medien The New York Times und The Washington Post.

Welche Schäden der Angriff verursacht hat, ist zunächst unklar. Ein iranischer Regierungsvertreter sagte jedoch gegenüber der Times, dass die israelischen Drohnen einen Militärflugplatz nahe der Metropole Isfahan getroffen hätten. Die besagten Personen sind in den Berichten allesamt anonym. (van)

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Cookies zulassenMehr InfosGestern, 07:01Iran dementiert mehrere Berichte

Irans Staatsmedien haben Berichte über Raketenangriffe zurückgewiesen. Es habe sich nicht um eine breit angelegte Attacke gehandelt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Freitagmorgen. «Vor ein paar Stunden wurden mehrere kleine Flugobjekte am Himmel von Isfahan gesichtet und getroffen», sagte eine Reporterin in einer Live-Schalte des Staatsfernsehens. Berichte über Schäden gab es zunächst nicht. Der Luftverkehr sei wieder aufgenommen worden. Die iranische Regierung wies zugleich Berichte zurück, denen zufolge der Sicherheitsrat zu einer Notsitzung zusammengekommen sei. (DPA)

Gestern, 06:06US-Medien: Israel soll Iran angegriffen haben

Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge soll Israel den Iran angegriffen haben. Die Sender ABC News, MSNBC und Fox News und andere Medien berichteten unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, Israel habe in der Nacht zum Freitag eine Militäroperation im Iran durchgeführt. Dies sei eine Reaktion auf die iranischen Luftangriffe auf Israel am Wochenende gewesen. Mehrere US-Medien berichteten von einer oder mehreren israelischen Raketen, die ein Ziel im Iran angegriffen hätten. Das Pentagon bestätigte die Berichte zunächst nicht. Von iranischer Seite gab es zunächst keine direkten Schuldzuweisungen.

Fox News berichtete unter Berufung auf eine Quelle beim Militär, es habe sich um einen «begrenzten Angriff» gehandelt. Die USA seien nicht beteiligt gewesen und die Israelis hätten die US-Regierung vorab informiert. Am Donnerstag hatte es zwischen hochrangigen Vertretern der US-Regierung und der israelischen Seite eine Schalte gegeben, in der nach Angaben des Weissen Hauses auch über den Iran gesprochen worden sei. (DPA)

Gestern, 06:05Iran aktivierte Luftverteidigung

Der Iran hat am Freitagmorgen in mehreren Provinzen seine Luftverteidigung aktiviert. Flugabwehrraketen seien abgefeuert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Zuvor gab es Berichte über «Explosionen» über der Stadt Isfahan, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars berichtete. Das Staatsfernsehen bestätigte, dass «laute Geräusche» zu hören gewesen seien.

Die Detonationen über Isfahan seien in der Nähe des internationalen Flughafens registriert worden, meldete Fars. Eine Explosionsursache nannte sie nicht. In Isfahan befinden sich eine grosse Luftwaffenbasis der Armee sowie Anlagen, die in Verbindung mit dem Atomprogramm des Landes stehen. Dazu gehört die unterirdische Anreicherungsanlage in Natans, die wiederholt Ziel mutmasslicher israelischer Angriffe gewesen ist. Das Staatsfernsehen betonte jedoch, alle Anlagen in diesem Gebiet seien «völlig sicher».

Hussein Dalirian, ein Sprecher des zivilen iranischen Raumfahrtprogramms, berichtete auf der früher als Twitter bekannten Plattform X, dass mehrere kleine «Quadcopter»-Drohnen abgeschossen worden seien. Wo dies geschah und ob die Abschüsse in Zusammenhang mit den anderen Ereignissen standen, war zunächst unklar.

Einwohner der irakischen Hauptstadt Bagdad, wo mehrere vom Iran unterstützte Milizen stationiert sind, berichteten von Explosionsgeräuschen.

Luftraum vermutlich gesperrt

Unterdessen wurden am früheren Morgen Passagierflugzeuge im Westen des Irans umgeleitet. Betroffen waren Flüge der in Dubai ansässigen Gesellschaften Emirates und FlyDubai.

Eine Begründung für die Umleitungen wurde zwar nicht genannt, doch deuteten örtliche Warnungen an Piloten darauf hin, dass der Luftraum gesperrt worden sein könnte. Später ordneten die Behörden ein Startverbot für kommerzielle Flüge an. (DPA)

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SDA/AFP/DPA/red