July 25, 2024

Warnungen an Israel: Militärparade in Teheran am letzten Mittwoch.

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Das, was die Angelsachsen in lautmalerischer Schönheit «tit for tat» nennen, kann der Natur der Sache nach nicht endlos weitergehen. Die Israelis greifen die iranische Botschaft in Syrien an, die offensichtlich eine Aussenstelle der Revolutionsgarde war. Die Iraner lassen im Gegenzug 300 Drohnen und Raketen auf einen Militärflughafen im Negev fliegen. Die Israelis, die dank der USA glimpflich davongekommen sind, ziehen schnellstmöglich nach und attackieren rund um Isfahan. Kann das gut gehen?

Auch wenn die Details des israelischen Gegenschlags nicht bekannt sind – Isfahan ist nicht irgendeine Stadt. Es ist die kulturelle Hauptstadt des Iran. Vor allem aber ist Isfahan der Standort zahlreicher offizieller oder geheimer Bauten des angeblich zivilen iranischen Atomprogramms. Das dürfte für die Teheraner Machthaber weit schwerer wiegen als Isfahans Kulturschätze mit ihren alten Moscheen und Prachtbauten. Auch wenn jetzt wohl keine Atomlabore getroffen wurden, war schon die Wahl des Zielorts eine unmissverständliche Drohung.

Für beide Seiten ist der Konflikt existenziell

Kein vernünftiger Mensch wird also behaupten wollen, das israelisch-iranische «tit for tat» könne noch ein paar Runden weitergehen, bevor die Welt dann wieder zur Tagesordnung übergehen kann. Vielleicht hat man vorerst Glück, weil der Iran auf den Angriff nicht gleich reagieren wird. Aber einer der Kontrahenten wird den Bogen überspannen. Dann beginnt der grosse Krieg.

Ein oft gehörter Einwand gegen diese These lautet: Das kann keiner wollen, weder die Iraner noch die Israelis. Wenn man das kleine Einmaleins der Abschreckung oder das törichte Phänomen des «Gesichtwahrens» einmal ausser Acht lässt, könnte es auf beiden Seiten durchaus Kräfte geben, die im nüchternen Abwägen der Dinge zu dem hässlichen Schluss kommen, dass ihnen ein Waffengang eher dienen als schaden könnte.

Es geht eben nicht nur um ein gegen Vernunft immunes Gedrehe an irgendwelchen Eskalationsspiralen. Es geht möglicherweise darum, in einem für beide Seiten existenziellen, aber hoffnungslos verfahrenen Konflikt die Entscheidung zu erzwingen. Der grosse Krieg ist nicht ausgeschlossen.

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