July 21, 2024

Publiziert: 25.02.2024, 16:24Aktualisiert vor 4 Stunden

Das Wichtigste in Kürze

  • Israel hat auf Druck der USA hin beschlossen, «vorübergehend» neue Hilfsrouten nach Gaza zu öffnen.

  • Die USA begrüssen die angekündigten Schritte der israelischen Regierung zu mehr humanitärer Hilfe, die nun «rasch umgesetzt» werden müssten.

  • An diesem Wochenende soll einem Bericht zufolge der US-Vertreter Bill Burns nach Kairo reisen, um die Freilassung von Geiseln im Gazastreifen zu erwirken.

  • Nach bald sechs Monaten Krieg ist die humanitäre Lage im Gazastreifen verheerend, laut UNO droht eine Hungersnot.

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06:17 UhrDie Nacht auf Sonntag im Überblick

In dem seit nun schon sechs Monaten andauernden Gaza-Krieg mit Zehntausenden von Toten ist weiterhin kein Ende der Feindseligkeiten zwischen Israel und der islamistischen Hamas in Sicht. Während die USA den seit Wochen stockenden Verhandlungen über eine Feuerpause und Freilassung von Geiseln in der Gewalt der Hamas mit einem neuen Vorstoss in Kairo zum Durchbruch verhelfen wollen, sieht sich Israels Führung unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu international, aber auch im eigenen Land immer stärker unter Druck. Zehntausende Menschen gingen am Samstagabend in Tel Aviv und anderen israelischen Städten gegen Netanyahus Regierung auf die Strasse und forderten ernsthaftere Bemühungen um die Freilassung der von der Hamas verschleppten Geiseln. Nach Medienberichten handelte es sich um die grössten Proteste seit dem 7. Oktober, als ein Massaker der Hamas und anderer extremistischer Gruppen in Israel den Gaza-Krieg auslöste.

Gaza-Krieg drängt Israel in die Isolation

Die Terroristen hatten an jenem Tag vor sechs Monaten den Süden Israels überfallen, rund 1200 Menschen getötet und weitere 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israels Streitkräfte reagierten mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive, die verheerende Wirkung entfaltete. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten palästinensischen Gesundheitsbehörde in Gaza wurden bisher mehr als 33’000 Palästinenser getötet, wobei die unabhängig kaum zu überprüfenden Angaben keinen Unterschied zwischen Kämpfern und Zivilisten machen. Die israelische Armee gab am Sonntagmorgen den Tod vier weiterer Soldaten bekannt. Seit Beginn der israelischen Bodenoffensive Ende Oktober sind damit 260 Soldaten und Soldatinnen getötet worden, wie die «Times of Israel» berichtete.

Ein Grossteil der 2,2 Millionen palästinensischen Einwohner des abgeriegelten Küstengebiets hat wegen der massiven Zerstörungen inzwischen kein Heim mehr, viele leiden unter Hunger. Wegen seiner brutalen Kriegsführung ist Israel auf der Weltbühne zunehmend isoliert. Selbst Verbündete üben nun offen Kritik an Ministerpräsident Netanyahu. In den Vereinigten Staaten und Grossbritannien mehren sich Rufe nach einem Stopp der Waffenlieferungen an Israel. Gleichzeitig stehen Netanyahu und seine Regierung im eigenen Land unter wachsendem Druck. Kritiker werfen ihm vor, den Schutz der Gaza-Grenze vernachlässigt zu haben und die Interessen des Landes seinem politischen Überleben unterzuordnen. Viele Menschen in Israel haben mit den traumatischen Folgen des Massakers vom 7. Oktober zu kämpfen.

Massenproteste in Israel

Bei den Massenprotesten am Samstagabend entfachten Demonstranten mehrere Feuer auf der Strasse. Dabei kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei, wie Medien berichteten. Angehörige der Verschleppten werfen Netanyahu vor, einem Geisel-Deal im Wege zu stehen. Im Laufe einer einwöchigen Feuerpause Ende November hatte die Hamas 105 Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entliess Israel 240 palästinensische Häftlinge aus seinen Gefängnissen. Knapp 100 der im Gazastreifen verbliebenen Geiseln dürften nach israelischen Schätzungen noch leben. Israel und die Hamas verhandeln seit Monaten – aber nicht direkt miteinander. Stattdessen treten die USA, Katar und Ägypten als Vermittler auf. Die Gespräche über eine Feuerpause und Freilassung der Geiseln stocken seit Wochen. Washington will einen Durchbruch erzwingen.

Angehörige und Unterstützer demonstrieren vor dem Verteidigungsministerium in Tel Aviv für die Freilassung der Geiseln. (6. April 2024)

Bericht: USA drängen Israel zu Zugeständnis

Wie das «Wall Street Journal» am Samstag unter Berufung auf amerikanische, israelische und ägyptische Beamte berichtete, will die US-Regierung erreichen, dass Israel bei einer neuen Verhandlungsrunde der Vermittler in Kairo eine begrenzte Rückkehr von Zivilisten in den Norden des umkämpften Gazastreifens erlaubt. Vertreter der Hamas wollen nach eigenen Angaben an diesem Sonntag nach Kairo reisen, um weiterzuverhandeln. Israels Kriegskabinett sollte laut israelischen Medienberichten am Sonntagmorgen zusammentreten, um zunächst darüber zu beraten, ob es eine Delegation nach Kairo schickt oder nicht.

Die von der Hamas geforderte Rückkehr der palästinensischen Zivilisten in den Norden des abgeriegelten Küstengebiets sei ein entscheidender Streitpunkt bei den Gesprächen, berichtete das «Wall Street Journal». Israel sei bereit, die Rückkehr von täglich 2000 Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, in den Norden zuzulassen. Insgesamt bis zu 60’000 Palästinenser könnten nach einem von Israel als akzeptabel erachteten Vorschlag zurückkehren. Männer zwischen 18 und 50 Jahren wären davon aber ausgeschlossen.

Hamas beharrt auf ihren eigenen Forderungen

Die vor den Kämpfen in den Süden des Küstengebiets geflohenen Menschen müssten demnach israelische Militärkontrollpunkte passieren, damit bewaffnete Hamas-Kämpfer nicht erneut in den Norden Gazas eindringen, hiess es unter Berufung auf israelische und ägyptische Beamte weiter. Diese Bedingungen würden jedoch von der Hamas abgelehnt. Man werde in den Verhandlungen nicht von den eigenen Forderungen abweichen, teilte die Hamas am Samstag mit. Dazu zählen unter anderem ein dauerhafter Waffenstillstand, der Abzug von Israels Armee aus Gaza und die Rückkehr von Vertriebenen.

Netanyahu hat immer wieder deutlich gemacht, «bis zum totalen Sieg kämpfen» zu wollen. Auch lehnt er bisher jeglichen Plan für «den Tag danach» ab, der eine Übergabe der Macht im Gazastreifen in palästinensische Hände vorsieht. «Niemand weiss, wann und wie dieser Krieg enden wird», sagte Khaled Elgindy vom Middle East Institute in Washington dem US-Sender CNN.

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid wird unterdessen nach eigenen Angaben am Sonntag zu Gesprächen nach Washington fliegen. Das Verhältnis der US-Regierung zu Netanyahu hat sich deutlich abgekühlt, inzwischen treten die Konfliktlinien überdeutlich zutage – auch öffentlich. Spannungen bestehen vor allem wegen der Art der Kriegsführung und wegen der aus US-Sicht von Israel blockierten Lieferung ausreichender humanitärer Hilfe. Washington sucht deshalb die Nähe zu politischen Gegnern Netanyahus wie Lapid.

Experten warnen vor Anarchie in Gaza

«Israel kann sein erklärtes Ziel, die Hamas zu eliminieren, nicht erreichen, weil die Hamas ein integraler Bestandteil der palästinensischen Gesellschaft im Westjordanland und im Gazastreifen ist. Ihre Popularität hat in den vergangenen Monaten zugenommen», zitierte CNN am Samstag zudem den Nahost-Experten Nathan Thrall in Jerusalem. «Nachdem Israel erklärt hat, dass es die Hamas im Norden besiegt hat, sieht man, dass jede Woche israelische Soldaten im Norden sterben», sagte Thrall. Es sei offensichtlich, dass die Hamas auch nach dem Krieg existieren werde, ob Israel nun wie geplant in der mit Hunderttausenden Flüchtlingen überfüllten Stadt Rafah im Süden einmarschiert oder nicht.

Höchstwahrscheinlich werde es zu einer unbefristeten israelischen Militärpräsenz in Gaza kommen, sagte Elgindy dem Sender. «Es wird so etwas wie einen Zusammenbruch von Recht und Ordnung und immer mehr Chaos geben. Wir werden Warlords, Banden und Clans sehen (…) Gaza ist zu einem Ort geworden, der nicht wirklich lebenswert ist», wurde der Experte zitiert. Wenn es jemanden geben sollte, der glaubt, dass diese Situation den Israelis Sicherheit bringen werde, «dann ist das eine völlig wahnhafte Vorstellung», sagte Elgindy. (DPA)

03:21 UhrBericht: USA drängen Israel zu Zugeständnis bei Gaza-Verhandlungen

Die USA drängen Israel bei den indirekten Verhandlungen um eine Feuerpause im Gaza-Krieg und die Freilassung von Geiseln laut einem Medienbericht zu Zugeständnissen in einem Kernpunkt. Demnach will die US-Regierung erreichen, dass eine begrenzte Rückkehr von Zivilisten in den Norden des seit sechs Monaten umkämpften Küstengebiets ermöglicht wird.

Wie das «Wall Street Journal» am Samstag unter Berufung auf amerikanische, israelische und ägyptische Beamte berichtete, wollen die USA als Israels wichtigster Verbündeter mit ihrem Vorstoss einen Durchbruch bei den seit Wochen stockenden Verhandlungen ermöglichen. Vertreter der islamistischen Hamas wollen nach eigenen Angaben an diesem Sonntag nach Kairo reisen, um weiterzuverhandeln. Israels Kriegskabinett sollte laut israelischen Medienberichten am Sonntagmorgen zusammentreten, um zunächst darüber zu beraten, ob es eine Delegation nach Kairo schickt oder nicht. (DPA)

02:48 UhrBritischer Premier: Schrecklicher Konflikt im Gazastreifen muss enden

Sechs Monate nach dem beispiellosen Angriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel hat der britische Premierminister Rishi Sunak ein Ende des Gaza-Kriegs gefordert. «Wir unterstützen weiterhin Israels Recht, sich vor der Gefahr durch die Hamas-Terroristen zu schützen und seine Sicherheit zu verteidigen», erklärte Sunak am Samstagabend in London. «Aber ganz Grossbritannien ist schockiert von dem Blutvergiessen.»

«Dieser schreckliche Konflikt muss enden», forderte Sunak. Die von der Hamas und ihren Helfern aus Israel verschleppten Geiseln müssten freikommen, zugleich müssten die Menschen im Gazastreifen mit riesigen Mengen an Hilfsgütern versorgt werden.

Die Kinder in dem Palästinensergebiet bräuchten «sofort eine humanitäre Pause, die zu einer langfristigen nachhaltigen Waffenruhe führt». Dies sei «der schnellste Weg, um die Geiseln herauszubekommen und Hilfe hineinzubringen und die Kämpfe und den Verlust von Leben zu stoppen», mahnte Sunak.

Der britische Premier hob hervor, die «terroristische Gräueltat» der Hamas vom 7. Oktober sei «der entsetzlichste Angriff in Israels Geschichte, der höchste Verlust jüdischen Lebens seit dem Zweiten Weltkrieg» gewesen. «Sechs Monate später sind Israels Wunden weiter nicht verheilt. Familien trauern und Geiseln werden immer noch von der Hamas festgehalten», fügte Sunak hinzu.

Grossbritannien ist seit Jahren ein wichtiger Waffenlieferant Israels. Nach Vorfällen wie dem Tod von drei Mitarbeitern der Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK) am Montag durch einen israelischen Luftangriff im Gazastreifen wächst allerdings der Druck auf die Regierung in London, die Waffenlieferungen an Israel einzustellen. (AFP)

02:46 UhrIsraels Präsident verurteilt Hamas-Angriff vor halbem Jahr als «Verbrechen»

Ein halbes Jahr nach dem Beginn des Gaza-Kriegs hat der israelische Präsident Isaac Herzog auf die Verbrechen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas verwiesen. Israel erinnere am Sonntag an «den grausamen Terrorangriff und das grauenerregende Massaker» der Hamas vom 7. Oktober, erklärte Herzog am Samstagabend. «Ein halbes Jahr seit diesem Verbrechen gegen unsere Schwestern und Brüder, gegen unseren Staat, diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sechs Monate eines blutigen und schwierigen Krieges.» (AFP)

Gestern, 22:25Zehntausende demonstrieren in Israel gegen Netanyahu

Zehntausende Menschen haben am Samstagabend in Tel Aviv und anderen israelischen Städten gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu demonstriert. Sie forderten ernsthaftere Bemühungen um die Freilassung der von der islamistischen Hamas verschleppten Geiseln. An diesem Sonntag werden es genau sechs Monate her sein, dass Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen den Süden Israels überfielen, knapp 1200 Menschen töteten und weitere 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten.

Einer der Redner in Tel Aviv erinnerte an Netanyahus Bruder Joni, der 1976 als Elitesoldat bei der Befreiung von Geiseln aus einem von palästinensischen und deutschen Terroristen entführten Flugzeug ums Leben gekommen war. «Und was ist mit dir, Bibi?», fragte er, Netanyahu mit der Kurzform seines Vornamens ansprechend. «Was hast du getan? Was wird dein Erbe sein? Nichts als politischer Spin und Intrige (…) wird dein Erbe sein.»

Die Demonstranten entzündeten mehrere Feuer auf der Strasse. Polizisten schritten ein und löschten sie mit Feuerlöschern. Dabei kam es zu Zusammenstössen zwischen Beamten und Demonstranten, wie Medien berichteten. An einer anderen Stelle überfuhr ein Auto offenbar mutwillig drei Kundgebungsteilnehmer, die Verletzungen erlitten. Die Polizei nahm den Fahrer des Wagens fest.

Demonstrationen gab es auch in Jerusalem, Haifa, Beerscheba, Herzlija und in Caesarea vor einer Privatvilla Netanyahus. Nach Medienberichten handelte es sich am Samstag um den grössten Protest seit dem 7. Oktober, als das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels den Gaza-Krieg auslöste. Israels Streitkräfte reagierten mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive.

Wegen seiner brutalen Kriegsführung wird Israel inzwischen weltweit kritisiert. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten palästinensischen Gesundheitsbehörde wurden 33 000 Palästinenser getötet. Die Angaben machen keinen Unterschied zwischen Kämpfern und Zivilisten. Bis zu 70 Prozent der Opfer sollen Frauen, Minderjährige und ältere Männer sein.

Israelischen Schätzungen zufolge sind heute noch knapp 100 der verbliebenen Geiseln am Leben. Im Rahmen eines Abkommens hatte die Hamas während einer einwöchigen Feuerpause Ende November vergangenen Jahres 105 Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entliess Israel 240 palästinensische Häftlinge aus seinen Gefängnissen. (DPA)

Gestern, 19:53Deutsche Fregatte «Hessen» wehrt Angriff auf Frachtschiff im Roten Meer ab

Die deutsche Fregatte «Hessen» hat bei ihrem Einsatz zum Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer einen weiteren Angriff abgewehrt. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mitteilte, vereitelte die «Hessen» am Samstagnachmittag «einen Angriff gegen ein ziviles Frachtschiff» im Roten Meer. «Ein anfliegender Flugkörper konnte zerstört werden», hiess es weiter.

Die «Hessen» war Ende Februar als Teil der EU-Marinemission «Aspides» zum Schutz der Handelsschifffahrt mit 240 Soldatinnen und Soldaten an Bord in die Region entsandt worden. (AFP)

Gestern, 19:43Hilfstransport erreicht Gazas Norden – aber nicht über Übergang Erez

Ein aus drei Lastwagen bestehender Hilfskonvoi hat am Samstag den besonders von Lebensmittelmangel betroffenen Norden des Gazastreifens erreicht. Die Fahrzeuge hatten Treibstoff und medizinischen Bedarf geladen, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa, der den Konvoi vor Ort beobachtete. Die Lastwagen waren aber nicht über den nahe gelegenen israelischen Grenzübergang Erez gekommen, sondern über den südlichen Übergang Rafah an der Grenze zu Ägypten, wie palästinensische Sicherheitskräfte bestätigten.

Israel steht wegen der unzureichend ermöglichten humanitären Hilfe für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen international stark in der Kritik. Vor allem im Norden des abgeriegelten Küstengebiets sei die Lage katastrophal, warnen Hilfsorganisationen. Es drohe eine Hungersnot. Am Freitag hatte Israel angekündigt, den Hafen Aschdod und den Grenzübergang Erez für Hilfstransporte öffnen zu wollen, um die Versorgungslage im Norden Gazas zu verbessern. Bislang wurde die Ankündigung nicht umgesetzt. (DPA)

Gestern, 19:24Israels Oppositionsführer Lapid fliegt zu Gesprächen nach Washington

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid wird am Sonntag zu Gesprächen nach Washington fliegen. Unter anderem werde er mit Aussenministern Antony Blinken, dem nationalen Sicherheitsberater des Weissen Hauses, Jake Sullivan, und mehreren einflussreichen Senatoren zusammentreffen, teilte der Politiker am Samstag auf seinem Telegram-Kanal mit. Lapid steht an der Spitze der Mitte-Rechts-Partei Jesch Atid (Zukunftspartei).

Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Das Verhältnis der US-Administration unter Präsident Joe Biden zum israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat sich in letzter Zeit deutlich abgekühlt. Spannungen bestehen vor allem wegen der Art der Kriegsführung Israels im Gazastreifen mit vielen zivilen Opfern und massiven Schäden und wegen der aus US-Sicht von Israel unzureichend ermöglichten humanitären Hilfe.

Washington sucht deshalb die Nähe zu politischen Rivalen und Gegnern Netanjahus. Vor einem Monat hatten Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin den Minister im israelischen Kriegskabinett, Benny Gantz, empfangen. Das Kriegskabinett war wenige Tage nach Ausbruch des Gaza-Kriegs am 7. Oktober geschaffen worden, Gantz gehört ihm als Oppositionspolitiker an. Lapid hatte damals die Einladung ins Kriegskabinett ausgeschlagen. (DPA)

Gestern, 14:22Vor Nahost-Verhandlungen in Kairo: Hamas will von Forderungen «nicht abrücken»

Vor einer weiteren Gesprächsrunde in Kairo über eine Feuerpause und die Geiselfreilassung im Gazastreifen ist die radikalislamische Hamas offenbar nicht zu Zugeständnissen bereit. Die islamistische Palästinenserorganisation erklärte am Samstag, sie halte weiter an ihren Forderungen vom 14. März fest, wonach sie einen vollständigen Waffenstillstand und den Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen verlangt. «Wir werden von dieser Position nicht abrücken», hiess es.

Die Verhandlungen über eine Feuerpause und Geiselfreilassung laufen seit Monaten – bislang allerdings erfolglos. Im Rahmen der bislang einzigen von den USA, Katar und Ägypten vermittelten Einigung zwischen Israel und der Hamas kamen zuletzt Ende November während einer einwöchigen Feuerpause rund hundert Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge frei.

Am Freitag betonte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter, dass die Hamas bisher eine Einigung verhindert habe. «Diese grundlegende Tatsache bleibt wahr: Es könnte heute eine Waffenruhe im Gazastreifen geben, wenn die Hamas schlicht zugestimmt hätte, diese besonders anfällige Kategorie von Geiseln freizulassen: die Kranken, Verletzten, Älteren und jungen Frauen.»

Die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas sowie weitere militante Palästinensergruppen hatten am 7. Oktober Israel brutal überfallen und 1140 Menschen getötet sowie rund 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Von ihnen werden noch immer etwa 130 festgehalten, 34 von ihnen sind mutmasslich tot.

Israel geht seit dem beispiellosen Hamas-Angriff massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, inzwischen mehr als 33.100 Menschen getötet. Die Menschen in dem Palästinensergebiet leiden unter einer katastrophalen Versorgungslage. (AFP)

Gestern, 13:00Israelische Armee: Von Islamischem Dschihad getötete Geisel im Gazastreifen geborgen

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben im Gazastreifen die Leiche einer von radikalislamischen Palästinensergruppen am 7. Oktober verschleppten Geisel geborgen. «Der Leichnam des entführten Elad Katzir wurde in der Nacht aus Chan Junis geborgen und auf israelisches Gebiet zurückgebracht», erklärte die Armee am Samstag. Wie die Armee weiter erklärte, wurde Katzir Geheimdienst-Erkenntnissen zufolge «während der Geiselhaft von der Terrororganisation Islamischer Dschihad ermordet».

Der 47-jährige Landwirt war am 7. Oktober aus seinem Zuhause im Kibbuz Nir Oz von der Hamas entführt worden. Sein Vater Avraham Katzir wurde bei den von der Hamas und weiteren Palästinensergruppen im Süden Israels verübten Massakern getötet. Elads Mutter Hanna Katzir wurde ebenfalls aus Nir Oz in den Gazastreifen verschleppt und dort als Geisel festgehalten, kam jedoch Ende November im Rahmen der bislang einzigen von den USA, Katar und Ägypten vermittelten Einigung zwischen Israel und der Hamas frei.

Am 7. Oktober hatten Kämpfer der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften radikalislamischen Hamas sowie weiterer militanter Palästinensergruppen Israel brutal überfallen und 1140 Menschen getötet sowie rund 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Allein in Nir Oz töteten oder verschleppten bewaffnete Palästinenser etwa hundert der insgesamt vierhundert Bewohner. Die israelische Regierung geht davon aus, dass noch etwa 130 Geiseln im Gazastreifen festgehalten werden, 34 von ihnen sind vermutlich tot.

Israel geht seit dem beispiellosen Angriff massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, inzwischen mehr als 33.000 Menschen getötet. (AFP)

Gestern, 11:59Bericht: Identität des Chefs einer Cybereinheit in Israel enthüllt

Ein britischer Medienbericht hat die Identität des Chefs einer mächtigen israelischen Überwachungsbehörde offengelegt. Hintergrund sei ein «peinlicher Sicherheitsfehler», schrieb die Zeitung «The Guardian» (Freitag). Jossi Sariel soll demnach seine Identität versehentlich online preisgegeben haben. Ein mutmasslich von ihm veröffentlichtes Buch enthalte eine anonyme E-Mail-Adresse. Diese führe zu einem privaten Google-Konto, das auf seinen Namen laufen soll. Die angegebene E-Mail-Adresse nutze der Kommandeur nicht privat, sondern nur im Zusammenhang mit dem Buch, zitierte das Blatt einen israelischen Armeesprecher.

Nach Angaben des «Guardian» bestätigten mehrere Quellen, dass Sariel der Autor des besagten, unter Pseudonym veröffentlichten Buches sei. In dem Pseudonym kommen die Initialen des Leiters der Elite-Cybereinheit vor. Israels Armee äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht.

Israelischen Medien zufolge nannte das israelische Militär die Offenlegung von Sariels persönlichen Daten einen Fehler. Die Angelegenheit wird demnach untersucht.

Sariel nimmt dem «Guardian» zufolge eine «der sensibelsten Rollen im Militär ein». Der Sicherheitsfehler werde wahrscheinlich weiteren Druck auf ihn ausüben, mutmasste das Blatt. Seine für ihre Geheimdienstfähigkeiten geschätzte Abteilung stehe bereits in der Kritik, da sie das Massaker der Hamas am 7. Oktober vergangenen Jahres in Israel nicht vorhergesehen habe.

Gestern, 09:41Wieder mehrere Festnahmen nach Gebet auf Tempelberg in Jerusalem

Israels Polizei hat eigenen Angaben zufolge 16 Menschen nach einem Gebet auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) in Jerusalem festgenommen. Sie hätten auf der Anlage Parolen skandiert, die zum Terror aufriefen oder Terror unterstützen, teilte die Polizei am Samstag mit. Sie sprach von zwei verschiedenen Vorfällen in der Nacht. Mehrere Verdächtige seien an den Toren zum Tempelberg festgenommen worden, andere in der Jerusalemer Altstadt.

Bei den Betroffenen handelt es sich den Angaben nach um Einwohner aus dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems, Menschen aus Nordisrael und einem Palästinenser aus dem Westjordanland. Berichten zufolge setzte Israels Polizei mithilfe einer Drohne auch Tränengas auf der Anlage ein.

Der Tempelberg in Jerusalem mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Die Anlage ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen.

Wegen des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Massaker in Israel gab es Befürchtungen, während des muslimischen Fastenmonats Ramadan könne es zu weiterer Gewalt kommen. In den vergangenen Wochen verliefen die Gebete bei der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg aber weitgehend friedlich. (DPA)

Gestern, 05:44Die Nacht auf Samstag im Überblück

Der vom Iran angekündigte Vergeltungsschlag nach dem Luftangriff auf ein Gebäude seiner Botschaft in Syrien hat Israel und die USA in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Beide Regierungen bereiteten sich mit Hochdruck auf einen iranischen Angriff vor, «der auf unterschiedliche Weise verlaufen könnte», berichtete der Sender CNN am Freitag unter Berufung auf einen ranghohen US-Regierungsvertreter. Sowohl Ziele der USA als auch der Israelis könnten ins Visier genommen werden. Laut dem Sender CBS gehen US-Regierungsvertreter davon aus, dass eine Attacke bis zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan in der kommenden Woche denkbar sei. Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Salami, erneuerte am Freitag die Drohungen gegen den Erzfeind Israel. «Keine Aktion des Feindes» werde unbeantwortet bleiben, sagte Salami.

Israel droht mit Konsequenzen

Auch die israelische Seite halte einen Angriff für unvermeidlich, berichtete CNN. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat für den Fall einer Attacke des Irans auf sein Land mit Konsequenzen gedroht. «Wir werden wissen, wie wir uns zu verteidigen haben, und wir werden nach dem einfachen Prinzip handeln: Wer immer uns schadet oder plant, uns zu schaden, dem werden wir auch schaden», sagte Netanyahu am Donnerstagabend. Angesichts der Sicherheitslage hat Israel Urlaube in allen Kampfeinheiten zeitweilig gestoppt. Israels Armee kündigte zudem die Mobilisierung von Reservisten der Raketenabwehr an. Auch störte die Armee das Positionsbestimmungssystem GPS in Israel, um «Bedrohungen zu neutralisieren». Israelische Medien werteten dies als Verweis auf die Drohungen aus dem Iran.

Bericht: Biden bittet Gaza-Vermittler um Druck auf Hamas

Die Gefahr eines militärischen Konflikts mit dem Iran überschattet die Bemühungen der USA, an diesem Wochenende in Kairo einen Durchbruch bei den ohnehin schwierigen indirekten Verhandlungen über eine Waffenruhe und Freilassung von Geiseln im Gaza-Krieg zu erzielen. US-Präsident Biden bat Medienberichten zufolge den Emir von Katar, Scheich Mosa Nasser Al Missned, und den ägyptischen Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Briefen darum, Druck auf die Hamas auszuüben, damit die Islamisten einem Abkommen zur Freilassung israelischer Geiseln zustimmen. Auf dem Tisch liege ein Vorschlag, der eine sechswöchige Feuerpause und die Freilassung von 40 Geiseln vorsehe, berichtete das Nachrichtenportal «Axios» in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf einen ranghohen US-Beamten.

CIA-Direktor Bill Burns soll demnach an diesem Wochenende in der ägyptischen Hauptstadt den Chef des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad, David Barnea, Katars Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani und den ägyptischen Geheimdienstminister Abbas Kamel treffen. Seit Wochen vermitteln die USA, Katar und Ägypten zwischen Israel und der Hamas, um eine Feuerpause und einen Austausch aus Israel verschleppter Geiseln gegen palästinensische Häftlinge zu erreichen. Knapp 100 Entführte in der Gewalt der Hamas dürften nach israelischen Schätzungen noch am Leben sein.

Zu den Geiseln, die gemäss dem Vorschlag für ein Abkommen freigelassen werden sollen, gehörten israelische Soldatinnen und andere Frauen, Männer im Alter von über 50 Jahren sowie Männer in kritischem Gesundheitszustand, schrieb der gewöhnlich gut unterrichtete israelische Journalist Barak Ravid in seinem «Axios»-Bericht. Im Gegenzug würde Israel rund 700 palästinensische Häftlinge freilassen, darunter etwa 100, die lebenslange Haftstrafen wegen der Ermordung von Israelis verbüssen, hiess es weiter.

Nasrallah: Angriff auf iranisches Botschaftsgelände ist «Wendepunkt»

Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen kommt es auch zwischen Israels Armee und der proiranischen Hizbollah-Miliz im benachbarten Libanon täglich zu Konfrontationen, teils mit tödlichem Ausgang. Hizbollah-Chef Hassan Nasrallah bezeichnete den Angriff auf das iranische Botschaftsgelände in Damaskus am Freitag als «Wendepunkt». In einer Rede sagte der Generalsekretär der Schiitenorganisation, die iranische Antwort werde unweigerlich folgen. Die Hizbollah habe keine Angst und sei auf jeglichen Krieg «bestens vorbereitet», sagte Nasrallah. Noch habe die Miliz ihre stärksten Waffen nicht angewandt. Die Hizbollah gilt als Irans wichtigster nicht-staatlicher Verbündeter in Nahost – und als weitaus schlagkräftiger als die Hamas. (DPA)

Gestern, 03:44USA rechnen mit baldigem iranischen Anschlag

Nach dem mutmasslich von Israels Militär geführten Luftangriff auf ein Gebäude der iranischen Botschaft in Damaskus mit mehreren Toten rechnen die USA laut Medienberichten mit einem iranischen Vergeltungsschlag. Der Sender CBS berichtete am Freitag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, zwar seien das Ziel und der Zeitpunkt des erwarteten Angriffs unbekannt. Die Vertreter gingen aber davon aus, dass eine Attacke auf eine diplomatische Einrichtung Israels bis zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan in der kommenden Woche denkbar sei.

Beim Sender CNN hiess es am Freitag unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter, die USA bereiteten sich aktiv auf einen «erheblichen» Angriff in der nächsten Woche vor. Ranghohe US-Regierungsvertreter hielten demnach einen Vergeltungsschlag für unvermeidlich. Diese Annahme werde auf israelischer Seite geteilt. (DPA)

05.04.2024, 22:46Biden: Ägypten und Katar sollen Hamas zu Geisel-Deal drängen

US-Präsdent Joe Biden hat die Führungen in Ägypten und Katar aufgefordert, die Hamas zu einem Abkommen mit Israel über die im Gazastreifen verbliebenen Geiseln zu drängen. Dies gehe aus einem Brief hervor, den Biden an die Regierungen in Kairo und Doha geschrieben habe, teilte ein ranghohes Mitglied der US-Regierung am Freitag mit. Der nationale Sicherheitsberater im Weissen Haus, Jake Sullivan, werde zudem am Montag mit Angehörigen der geschätzt 100 Geiseln zusammentreffen, die noch immer im Gazastreifen festgehalten werden sollen.

Erst am Donnerstag hatte Biden den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefonat aufgerufen, sich verstärkt um eine Waffenruhe im seit rund sechs Monaten tobenden Gazakrieg zu bemühen. Am Wochenende wird CIA-Chef William Burns zu Vermittlungsgesprächen im Ringen um eine Waffenruhe und eine Freilassung der Geiseln der Hamas in Kairo erwartet. (DPA)

05.04.2024, 19:21US-Regierung will Bericht des israelischen Militärs sorgfältig prüfen

Die US-Regierung hat angekündigt, die vom israelischen Militär veröffentlichte Untersuchung zum tödlichen Angriff auf Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central Kitchen genau prüfen zu wollen. «Wir werden uns Zeit nehmen und den Bericht sorgfältig prüfen», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, am Freitag in Washington. In den kommenden Tagen werde man die Schlussfolgerungen aus dem Bericht sowohl mit israelischen Beamten als auch mit Vertretern von humanitären Hilfsorganisationen erörtern. Bis dahin werde man sich mit einer Bewertung des Berichts zurückhalten, sagte Kirby.

Am Montagabend waren bei einem Angriff des israelischen Militärs im Gazastreifen sieben ausländische Helfer von World Central Kitchen getötet worden. Das israelische Militär veröffentlichte am Freitag einen Untersuchungsbericht und sprach darin von einem «schwerwiegenden Versagen» der israelischen Einsatzkräfte. (DPA)

05.04.2024, 14:51Berichte: Viele israelische Botschaften weltweit geschlossen

Wegen der Befürchtung eines iranischen Vergeltungsschlags sind Medienberichten zufolge am Freitag weltweit 28 israelische Botschaften geschlossen geblieben. Das berichteten die Zeitung «Times of Israel» sowie die Nachrichtenseite ynet. Nach dem mutmasslich israelischen Luftangriff auf ein Gebäude der iranischen Botschaft in Syriens Hauptstadt Damaskus mit mehreren Toten am Montag hatte der Iran Vergeltung angekündigt. Israels Aussenministerium wollte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten äussern.

Grund für die Botschafts-Schliessungen sind der «Times of Israel» zufolge auch weltweite Demonstrationen im Rahmen des Al-Kuds-Tags. Die 1979 vom damaligen iranischen Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini eingeführten und staatlich organisierten Kuds-Kundgebungen finden immer am letzten Freitag des muslimischen Fastenmonats Ramadan statt. Die geistliche und politische Führung des Landes ruft zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung des Ostteils von Jerusalem durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. (DPA)

05.04.2024, 13:43Nach Tod von Helfer: Israels Botschafter in Polen erhält Protestnote

Nach dem Tod eines polnischen Mitarbeiters der Hilfsorganisation World Central Kitchen bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen hat Polens Aussenministerium eine Protestnote an Israels Botschafter überreicht. Botschafter Jakov Livne habe sich für den Angriff entschuldigt, sagte Vize-Aussenminister Andrzej Szejna am Freitag nach der Unterredung. Zuvor hatten Äusserungen des Diplomaten sowie des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu eine neue Krise in den schwierigen israelisch-polnischen Beziehungen ausgelöst. (DPA)

05.04.2024, 12:43Israel entlässt zwei Offiziere wegen Drohnenangriffs auf Helfergruppe

Das israelische Militär entlässt wegen Drohnenangriffen auf Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central Kitchen zwei Offiziere. Sie hätten gegen die Einsatzregeln verstossen, hiess es am Freitag. Drei weitere Beteiligte würden gemassregelt.

Israelische Streitkräfte hatten Anfang der Woche bei einen Luftangriff im Gazastreifen sieben Mitarbeiter von World Central Kitchen getötet, deren Fahrzeuge nach Angaben der Organisation deutlich gekennzeichnet waren. Israel räumte später ein, dass die Attacke eine Folge einer falschen Identifizierung des Autokonvois der Gruppe gewesen sei.

Armeesprecher Daniel Hagari nannte den Tod der Hilfskräfte eine Tragödie. «Das ist ein schwerwiegender Vorfall, für den wir verantwortlich sind und der nicht hätte passieren dürfen, und wir werden sicherstellen, dass er sich nicht wiederholt», versicherte er. Angesichts des zunehmenden Drucks auf Israel, den Angriff aufzuklären, gaben Hagari und andere Beamte Reportern bereits am späten Donnerstagabend Einsicht in die Ergebnisse der ungewöhnlich schnellen und detaillierten Untersuchung des Militärs.

Einem Bericht der «Haaretz» zufolge identifizierte die Einheit, die für die Sicherheit der vom Konvoi befahrenen Strasse verantwortlich ist, einen bewaffneten Mann auf einem Lastwagen. Der von Fahrzeugen des WCK eskortierte Lastwagen sei anschliessend in eine Lagerhalle gefahren. Wenige Minuten später hätten die drei Fahrzeuge der Hilfsorganisation die Lagerhalle wieder verlassen – jedoch ohne den Lastwagen, auf dem sich der Bewaffnete befunden haben soll.

Die sieben bei dem Vorfall getöteten Helfer stammten laut der Hilfsorganisation aus Australien, Polen, Grossbritannien und den Palästinensergebieten – zudem hat eines der Opfer die amerikanische und kanadische Staatsbürgerschaft. (DPA)

05.04.2024, 12:05Sechs Länder stimmen gegen Waffenverkaufs-Stopp an Israel

Gegen die Resolution des Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen für einen Stopp des Waffenverkaufs an Israel bildet sich Widerstand. So stimmte Deutschland gegen den Text. Er erwähne die islamistische Hamas nicht, spreche Israel das Recht auf Selbstverteidigung ab und enthalte Vorverurteilungen gegen Israel, argumentierte die deutsche Botschafterin Katharina Stasch.

Insgesamt lehnten sechs Länder die Resolution ab. Sie wurde von 28 Ländern unterstützt, darunter Belgien, Finnland und Luxemburg. Dreizehn Länder enthielten sich der Stimme, unter anderem Frankreich und die Niederlande. Resolutionen des Menschenrechtsrates sind Aufforderungen; das Gremium hat keine Möglichkeiten, ihre Durchsetzung zu erzwingen. Stasch betonte in einer Stellungnahme vor dem Menschenrechtsrat, dass Israel im Kampf gegen die Hamas die palästinensische Zivilbevölkerung schützen und Hilfslieferungen zulassen muss. Diese Themen wurden in der Resolution ebenfalls angesprochen.

Israels Botschafterin Meirav Eilon Schachar verurteilte die Resolution scharf, die den Terrorangriff der Hamas nicht erwähnt. «Wie viele tote Israelis brauchen wir noch, um die Hamas zu verurteilen?», fragte die Diplomatin im Menschenrechtsrat. Die Resolution enthalte keine Forderung nach einem Verbot von Waffenlieferungen an die Hamas. «Eine Ja-Stimme ist eine Stimme für die Hamas», sagte sie. (DPA)

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SDA/AFP/red